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04.10.2018
Papier

Papier

 
DATEN & FAKTEN 
 
Branche:

Papier, Verpackung


Nachwachsender Rohstoff:
Cellulosefaser aus Wiesengras


Beteiligte Unternehmen:
Creapaper


Bioökonomie-Faktor:
deutlich reduzierter Verbrauch von Wasser und Chemikalien; regionaler Anbau von schnell nachwachsendem Rohstoff


Status:
auf dem Markt

Was steckt drin?
Papier aus Gras
Quelle: 
creapaper | pixabay
Wiesengras

Betrug 1974 der weltweite Papierverbrauch noch 8,7 Millionen Tonnen, wurden 2015 alleine in Deutschland mehr als 20 Millionen Tonnen neu produziertes Papier verbraucht. Hinzu kommt ein ähnlich hoher Verbrauch an Altpapier.

Steigender Bedarf trotz Digitalisierung

Auch im digitalen Zeitalter steigt der Papierbedarf weiterhin an. Laut dem Verband deutscher Papierhersteller hat die Verpackungsindustrie, unter anderem wegen des wachsenden Onlinehandels, mit etwa 50% den größten Bedarf – 40% entfallen auf Zeitschriften, Büropapiere, Zeitungen und Bücher. Die Papierherstellung auf der Grundlage von Holz ist jedoch aufwendig, kostenintensiv und energieverbrauchend zugleich. Die Suche nach umweltverträglichen Alternativen ist also dringend geboten. 

Nachhaltig und umweltfreundlich

Nach jahrelangem Tüfteln wurden die Entwickler der Firma Creapaper fündig (siehe auch Forscherprofil) und verwenden nun Gras für die Papierherstellung. Das vereint mehrere Vorteile. Gegenüber Holz, das für die Papierherstellung teuer importiert werden muss, ist Gras preiswert in der Region erhältlich, außerdem wächst die Grasfaser deutlich schneller nach. Bei der Papierherstellung aus Holz muss zudem das in der Zellwand der Holzfasern vorhandene Lignin mithilfe chemischer Substanzen entfernt und die Fasern durch starke Erhitzung aufgeschlossen werden. Gras hingegen enthält vergleichsweise sehr wenig Lignin, so dass keine aggressiven Chemikalien notwendig sind. Besteht konventionell hergestelltes Papier zu 100% aus Holz, setzt sich das Graspapier nur zu 60% aus Holz und zu 40% aus sonnengetrocknetem Gras zusammen (möglich sind bis zu 50% Grasanteil).

Marktreife

Papierprodukte aus Gras sind bereits in vielfältiger Form erhältlich. Kartons aus Graspapier werden beispielsweise bereits zur Verpackung von Obst und Gemüse genutzt, außerdem wird Wellpappe produziert und Papiere zur grafischen Nutzung.

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