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17.12.2018

Von Tannenbäumen und Fleischersatz

Der kompakte Medienrückblick: Nachhaltiger Fleischkonsum +++ Maisschädling breitet sich weiter aus +++ Eine Weihnachtsbaumgeschichte +++ Kohlendioxid als Rohstoff

Montag 17.12.2018
Spiegel Online: Kein Fleisch ist auch keine Lösung

Ernährung – Claus Hecking, Anne Martin und Leonie Voss stellen auf Spiegel Online im Rahmen eines Themenschwerpunktes die Frage: Wie können wir Fleisch nachhaltiger produzieren? Dabei wollen sie niemandem zum Vegetarier umerziehen, doch angesichts der wachsenden Weltbevölkerung und schrumpfender Ressourcen ist den Autoren zufolge definitiv ein Umdenken gefragt. Danach dienen mehr als drei Viertel des Agrarlandes auf der Erde der Herstellung tierischer Produkte, obwohl Fleisch, Milch und Co. nur gut ein Sechstel des globalen Kalorienbedarfs decken. Zudem stammen fast 15% aller weltweiten Treibhausgasemissionen laut UNO aus der Haltung und Verarbeitung von Tieren. Hinzu kommen Überdüngung, Pestizid-Verschmutzung, Wasserknappheit, die Verbreitung von Seuchen, Tierquälerei und nicht zuletzt gesundheitliche Schäden durch Übergewicht und dessen Folgeerscheinungen. Inzwischen verzehren die Deutschen im Durchschnitt mehr als 1.100 Gramm Fleisch pro Woche, die Deutsche Gesellschaft für Ernährung DGE empfiehlt 300 bis 600 Gramm. Das entspricht etwa zwei bis drei Fleischmahlzeiten pro Woche.  Wissenschaftler arbeiten bereits an Fleischersatz aus pflanzlichen Proteinen, das sogar Veganer ohne Reue verspeisen könnten. Dieses Ausweichen auf alternative Quellen ist laut den Autoren die einzige Möglichkeit für eine andauernde und nachhaltige Fleischversorgung.

Freitag 14.12.2018
Frankfurter Allgemeine Zeitung: Ein Schädling von Welt

Landwirtschaft – Mais ist eine der wichtigsten Kulturpflanzen weltweit, in Deutschland ist er nach dem Winterweizen die zweitwichtigste Kulturpflanze überhaupt. Eva Konzett berichtet in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über den Hauptfeind von Maisbauern: den Maiswurzelbohrer. Pflanze und Insekt stammen jeweils aus Südamerika. Anfang der 90er Jahre kam das Insekt nach Serbien und breitete sich unaufhaltsam in ganz Europa aus. In Nordamerika ist der Schädling ebenso aktiv wie gefürchtet. Das Problem: Kein Pestizid, keine genetisch angepasste Maispflanze ist einem Maiswurzelbohrerbefall bisher gewachsen. In den USA, wo auf vielen Feldern abwechselnd nur Soja oder Mais angebaut wird, hat der Käfer inzwischen sogar gelernt, sich von Sojablättern zu ernähren. Die einzig wirksame Maßnahme gegen einen übermäßigen Schädlingsbefall scheint eine stringente Fruchtfolge auf den Feldern zu sein. Am Besten wäre es demnach, jedes Jahr eine andere Pflanzen auf dem Feld anzubauen. Denn finden die Maiswurzelbohrernachkommen im Frühjahr kein Futter, sterben sie. In der Steiermark in Österreich ist eine solche Fruchtfolge mittlerweile per Gesetz festgelegt: Mais darf nur noch höchstens zweimal hintereinander auf einem Feld ausgesät werden. In Bayern wird das hingegen lediglich empfohlen. Wo bereits viel Mais angebaut wird, könnte das schon bald schwerwiegende Konsequenzen haben. Ohne die entsprechenden Fruchtfolgen, gepaart mit für die Käfer günstigen Wetterbedingungen, könnte es zu erheblichen Ernteausfällen kommen. 

Freitag 14.12.2018
Süddeutsche Zeitung: Alle Jahre nieder

Forstwirtschaft – In Deutschland gilt die Nordmanntanne seit den 80er Jahren als der ideale Weihnachtsbaum: Sie piekst nicht, nadelt kaum und hat einen angenehm leichten Duft. Martin Wittmann und Jan Staiger zeichnen in der Süddeutschen Zeitung die Biografie des Weihnachtsbaumes nach, vom Samen bis zum geschmückten Baum in der „guten Stube“. Die Samen für die Zucht der Tanne in den europäischen Baumschulen werden während eines kurzen Zeitfensters im September im Kaukasus buchstäblich vom Baum gepflückt. Dann kommen sie auf den heiß umkämpften deutschen Weihnachtsbaummarkt und in die Baumschulen. Mehrere Familienbetriebe in ganz Deutschland leben von der Zucht und vor allem dem Verkauf. Dabei machen Konkurrenzkampf sowie Klima- und Zeitenwandel den Betrieben zu schaffen. Durch ein verändertes Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein wollen viele Kunden zudem keinen chemisch behandelten Baum im Wohnzimmer. Eine ökologische Baumzucht kann sich indes nicht jeder Forstwirt leisten. Die Autoren machen deutlich: Der Weihnachtsbaum ist weit mehr als ein Schmuckstück im Dezember. Ihn umgibt eine große Industrie und er ist zugleich wichtiger kultureller Bestandteil sowie Spiegelbild einer sich wandelnden Gesellschaft.

Freitag 7.12.2018
WirtschaftsWoche: Die Anti-Klimakiller-Formel

Chemische Industrie – In einem Gastkommentar für die WirtschaftsWoche beleuchtet Markus Steilemann, Vorstandschef des Leverkusener Chemiekonzerns Covestro, die Dringlichkeit, aber auch die Chancen, die ein Umdenken in der Chemiebranche hin zu einer nachhaltigeren Industrie bereithält. Die gerade abgeschlossene UN-Klimakonferenz in Kattowitz, bei der alle Experten auf schnelles und umfangreiches Handeln drängten, um die Klimaerwärmung zumindest auf 1,5° C zu begrenzen, habe laut Steilemann noch einmal verdeutlicht, wie wichtig neue Strategien und Produktionsverfahren für sämtliche Industriezweige sind. Besonders hebt er hierbei die Verarbeitung von Kohlendioxid hervor. Steilemann will, dass Abgas nicht mehr nur als Abfallstoff, sondern als Ressource für die chemische Industrie im Sinne einer Kreislaufwirtschaft betrachtet wird, da Kohlenstoff ein  wichtiger Grundstoff ist. Mit neuen Verfahren könne dieser aus dem Kohlendioxid extrahiert und dann weiterverarbeitet werden, heißt es in dem Bericht. Das schone die Umwelt gleich mehrfach: Zum einen gelangt das Gas nicht in die Atmosphäre, zum anderen wird auch kein neues Kohlendioxid aus fossilen Quellen freigesetzt.

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