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11.09.2017

Von Milch-Sofas und Unterwasser-Beeten

Der kompakte Medienrückblick: +++ Generationen-Manifest veröffentlicht +++ Sofa aus Milch, Vorhang aus Kiefernnadeln +++ Laternen verringern nächtliche Bestäubung +++ Anbau unter Wasser

Freitag 8.9.2017
Berliner Zeitung: Gerechtigkeit für die nächste Generation

Nachhaltigkeitsziele – Bereits vor vier Jahren stellte die „Allianz der Generationen“ einen überparteilichen Appell vor, der aus zehn Zielen für eine bessere Zukunft bestand. Eine dazugehörige Online-Petition wurde von mehr als 100.000 Menschen unterschrieben. Die Allianz wird über die Generationen Stiftung organisiert. Wie Shara Fatheyan jetzt für die Berliner Zeitung berichtet, wird die Allianz pünktlich zum Endspurt des Wahlkampfes wieder aktiv und stellt eine Neuauflage des Appells als Manifest vor. Diesmal werden darin vor allem die Themen Klima, Bildung, Migration und Generationengerechtigkeit angesprochen. Die Initiatoren wollen damit sowohl die Politik als auch die Bürger ansprechen, und einen Dialog einleiten der letztlich in einer politischen Umsetzung Gehör finden soll.

Donnerstag 7.9.2017
Frankfurter Rundschau: Weniger Früchte durch künstliches Licht

Landwirtschaft/ Insektensterben – Für das Insektensterben gibt es viele Gründe und komplexe Zusammenhänge. Eine weitere Ursache wurde jetzt möglicherweise durch eine Schweizer Studie aufgedeckt: Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, konnten die Wissenschaftler unter der Leitung von Eva Knop an der Universität Bern zeigen, dass sich die Bestäubung von Wiesenpflanzen in der Nacht um fast zwei Drittel verringerte, wenn in der Nähe Laternen leuchteten. Diese Defizite konnten auch durch Tagbestäuber wie Bienen nicht wieder wett gemacht werden, so dass die Pflanzen insgesamt weniger Früchte trugen. Das Fehlen von Früchten wiederum bedeutet weniger Nahrung für die  Insekten allgemein, und könnte so den Rückgang von Insekten zusätzlich bestärken.

Donnerstag 7.9.2017
FAZ: Algen statt Plastik

Alternative Naturfasern – Wie schädlich Mikroplastikabfälle für die Umwelt sind, ist mittlerweile den meisten bekannt. Weit weniger bekannt und bewusst ist jedoch, dass selbst viele Sofabezüge oder Vorhänge beim Waschen Mikroplastikteilchen abgeben.

Jasmin Jouhar berichtet für die Frankfurter Allgemeine Zeitung von jungen Unternehmen, Designern und Ingenieuren, die sich auf verträglichere Alternativen für Wohntextilien spezialisiert haben. Die Londoner Textildesignerin Catarina Riccabona beispielsweise arbeitet am liebsten mit Leinen oder Secondhand-Garnen. Und mit „Eco“, einem biologisch abbaubaren Stoff ohne chemische Zusätze, der trotzdem schwer entflammbar ist, stellen mittlerweile auch industrielle Hersteller wie das Schweizer Textilunternehmen Christian Fischbacher umweltverträglichere Stoffe her. Die Mikrobiologin Anke Domaske hat wiederum das Unternehmen Qmilch gegründet, um nicht mehr trinkbare Milch für neuartige Textilfasern zu verwerten. Katharina Jebsen wiederum testet die Eigenschaften von Kiefernnadeln. In diesen befindet sich ein weicher Faden – den sie extrahieren und spinnen möchte. Auch Bettina Göttke-Krogmann, Professorin für Textildesign an der Hochschule Burg Giebichenstein in Halle, sieht großes Potential in Naturfasern, wie Hanf, da er vielseitig verwendbar und auch hierzulande recht einfach anzubauen ist.  Allerdings weiß sie auch um die Schwierigkeiten, neue Textilien wirtschaftlich in den Markt zu bringen. Noch bis zum 5. November hat sie mit ihren Studenten mehrere experimentelle Arbeiten zu neuartigen Materialien zusammengestellt, die in der Auststellung „Textildesign. Vom Experiment zur Serie“ im Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zu sehen sind.

Sonntag 3.9.2017
Süddeutsche Zeitung: Basilikum vom Meeresgrund

Gemüseanbau extrem – Für den Gemüseanbau im All gibt es bereits seit Längerem Versuchsreihen - zur Zeit werden die Ansätze im ewigen Eis der Antarktis getestet. Marten Rolff berichtet für die Süddeutschen Zeitung von dem italienischen Pendant dazu: Im Meer vor Noli, einem Badeort an der Ligurischen Riviera, hat Luca Gamberini sechs halbkugelförmige Gewächshäuser aus Leichtbaukunststoff versenkt, und baut dort Bohnen und Kräuter, Zucchini, Salat, Blumen, Erdbeeren und bald, so hofft er, Tomaten an.

Die sogenannten Biosphären schließen unter Wasser Luft ein, an der Unterseite sind sie offen und nur für Taucher zu erreichen;  jede einzelne Biosphäre wird mit 24 Eisenketten und Gewichten auf dem Grund gehalten. Der Gemüseanbau in Luftblasen am Meeresgrund scheint einige Vorteile zu bieten: Er funktioniert so gut wie ohne Zufuhr von Wasser und Energie, denn die Sonne hat hier unten noch mehr als die Hälfte ihrer Kraft. Sie ermöglicht Fotosynthese und hält die Temperatur in den Biosphären relativ konstant, bei 18 Grad im Winter und bis zu 32 Grad im Sommer. In der Wärme verdunstet Meerwasser, das dabei seinen Salzgehalt verliert und als Kondensat für die Versorgung der Pflanzen genutzt wird. Mangels Schädlingen erübrigt sich hier unten der Einsatz von Pestiziden. Zudem experimentieren die Gamberinis mit der Herstellung von Biodünger - aus Algen, die sich an Hanfseilen im Meer sammeln lassen. Sollte auch das gelingen, dann wären die Biosphären autark.

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