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17.07.2017

Von Designer-Holz und DNA-Rekordern

Der kompakte Medienrückblick: +++ DNA als Speichermedium +++ Digitale Landwirtschaft in den USA +++ Moderne Holztechnologien im Alltag +++ Interview zur Landwirtschaft der Zukunft

Donnerstag 13.7.2017
Spiegel Online: Forscher speichern Video in Bakterien-DNA

Biotechnologie – Spiegel Online berichtet über eine wissenschaftliche Arbeit, die vergangene Woche im Fachjournal „Nature“ publiziert wurde. Biotechnologen um George Church ist es gelungen, digitale Bilder und Filmsequenzen in lebenden Zellen abzuspeichern: mithilfe der Genschere CRISPR-Cas konnten sie in der DNA von Bakterien sowohl das Schwarzweiß-Foto einer Hand als auch eine historische Filmsequenz mit einem trabenden Pferd aus dem Jahr 1887 abspeichern. Demnach könnte unser eigenes Erbgut in Zukunft als Datenspeicher fungieren. Die Forscher wollen zudem langfristig gesehen die Entwicklungsprozesse von Zellen von deren eigenem Erbgut aufzeichnen lassen, um so diese Prozesse selbst bei hochspezialisierten Zellen – wie Gehirnzellen – nachvollziehen zu können.

Dienstag 11.7.2017
Süddeutsche Zeitung: Landwirtschaft in den USA: Die Zukunft unseres Essens

Landwirtschaft – Korrespondentin Kathrin Werner hat für die Seite Drei der Süddeutschen Zeitung die Farm der Familie Johnson im Bundesstaat Minnesota besucht. Deron Johnson führt den Betrieb in der mittlerweile fünften Generation. Doch während sein Großvater noch mit Pferden die Felder beackern musste, setzt Deron auf die Technik: sein Traktor und der Sämaschinen-Anhänger werden per Apps gesteuert und überprüft. Und auch die Aussaat selbst ist nicht mehr mit der des Großvaters zu vergleichen: er pflanzt Futtermais und Sojabohnen an – beide in der genveränderten Ausführung von Monsanto. Für ihn und seinen Betrieb haben die Gentechnik und die vielen neuen Apps das Leben wesentlich leichter gemacht. Und schließlich hätten die Bauern früher viel mehr Pestizide versprühen müssen, weil das Saatgut anfälliger für Schädlinge war. Man dürfe nicht zu nostalgisch werden, so Deron Johnson: für ihn sei die Farm ein Business, das mit der Zeit gehen müsse, um Geld zu erwirtschaften.

Sonntag 9.7.2017
Deutschlandfunk: Neue Anwendung für Holz: Hochhäuser und Waschbecken

Holztechnologien – Monika Seynsche beleuchtet für den Deutschlandfunk in der Sendung "Wissenschaft im Brennpunkt" das neue alte Baumaterial Holz. Mit diesem werden inzwischen nicht nur Dachstühle errichtet, sondern ganze Hochhäuser mit bis zu 24 Geschossen. Zudem werden auch immer mehr Waschbecken aus Holz hergestellt, welches lediglich mit einer Oberflächenstruktur versehen wird – ähnlich einem Lotusblatt – damit das Wasser abperlt und nicht aufgesogen wird. Vor allem die Buche, so einer der Interviewpartner in dem Radio-Feature, sei eine unternutzte Holzart, für die bei entsprechender Vorbehandlung auch feuchte Räume kein Problem mehr seien. Besonders aktiv wird zur Zeit auch an einer Verwendung von Buchenholz für Autokarosserien geforscht – bis diese auf den Markt kommen wird es allerdings wohl noch mindestens fünf bis zehn Jahre dauern.

Sonntag 9.7.2017
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung: „Öko ist nicht nachhaltig“

Landwirtschaft – Inge Kloepfer hat für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung ein Gespräch mit dem Agrarökonomen Harald von Witzke über Hunger und die neue Nahrungsmittelknappheit geführt. Harald von Witzke ist emeritierter Professor an der Berliner Humboldt-Universität und zugleich Präsident des Humboldt Forums for Food and Agriculture. Seiner Meinung nach liege der Schlüssel im Kampf gegen Hunger und Mangelernährung in der Steigerung der Produktivität. Auf mögliche Gegenwehr durch Vertreter der ökologischen Landwirtschaft angesprochen erwidert von Witzke „Öko ist nicht nachhaltig“. Würde in Deutschland flächendeckend ökologischer Landbau betrieben, würde dieser die doppelte Fläche benötigen, um die gleichen Erträge zu erzielen. Seine Lösung: neue, innovative und technologische Methoden beispielsweise für die exakte Bestimmung des Stickstoffbedarfs. Auch sieht er keinen Grund mehr für eine Zukunft ohne genveränderte Pflanzen. Ohne solche Innovationen wäre es laut von Witzke nicht möglich, zehn Milliarden Menschen auf Dauer zu ernähren, und gleichzeitig die natürlichen Ressourcen und die Artenvielfalt zu schonen.

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