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31.08.2020

Von Waldumbau und Schrumpf-Lachsen

Der kompakte Medienrückblick:  Landwirte rüsten um +++ Grillen mit Maisspindeln  +++ Klima lässt Lachse schrumpfen  +++ Bayern testet Zedernbäume 

Freitag 28.8.2020
Frankfurter Rundschau: Alternatives Grillen: Feuer mit Kohle aus Mais

Frankfurter Rundschau: Alternatives Grillen: Feuer mit Kohle aus Mais

Umwelt – Mit einem Verbrauch von  250.000 Tonnen Grillkohle im Jahr ist Deutschland in Europa Spitzenreiter. Längst ist jedoch bekannt, dass auch das Grillen mit Holzkohle keinesfalls ökologisch unbedenklich ist. Eine Untersuchung des WWF ergab, dass 40% der Grillkohlen sogar Tropenhölzer enthalten. Eine umweltfreundliche Alternative ist dagegen das Grillen mit Maisspindeln. Friederike Meier stellt in der Frankfurter Rundschau einen Landwirt aus Bad Krozingen vor, der seit 2019  gemeinsam mit Partnern die getrockneten Überreste der Maisernte als Grillgut unter dem Namen „Kolbenglut“ anbietet. Das Besondere: Die Maisspindeln werden nicht importiert, sondern stammen aus der Region von Maispflanzen, die für die Herstellung von Maisstärke oder Saatgut hierzulande angebaut werden. Um sie zum Grillen zu nutzen, werden die Spindeln über den Winter einfach getrocknet und dann zum Verkauf in Säcke gepackt. Der Nabu begrüßt diese Alternative. Es sei aber nur sinnvoll, solange der Grillkohle-Ersatz aus regionalen Reststoffen hergestellt und kein Massenprodukt werde. Das gilt auch für andere Alternativen wie etwa Grillbriketts, die aus Resten der Olivenölherstellung bestehen.

Freitag 28.8.2020
Süddeutsche Zeitung: Das Schrumpfen der Lachse

Klimawandel – Die Rückkehr der Lachse aus den Weiten des pazifischen Ozeans ist für Natur und Mensch jedes Jahr gleichermaßen ein Fest.  Doch was in den Netzen landet, macht Fischern und Forscher zunehmend betrübt. Statt der einst kindsgroßen Exemplare landen immer häufiger nur kleine Lachse im Netz, wie Thomas Krumenacker in der Süddeutschen Zeitung berichtet. Biologen der University of Alaska in Fairbanks haben daher nach dem Grund für das Schrumpfen der Lachse gesucht. In einer Mammutstudie werteten sie Daten von zwölf Millionen Lachsen aus, die in den vergangenen 60 Jahren gefangen und gemessen wurden. Im Fokus standen vier verschiedene Lachsarten, die an mehr als 1.000 unterschiedlichen Orten in Alaska ins Netz gingen. Die Studie belegt, dass alle vier Lachsarten deutlich an Größe verloren haben, besonders der Königslachs. Dafür verantwortlich ist der Klimawandel, der auch andere Organismen schrumpfen lässt. Ein weiterer Grund ist jedoch, dass die Lachse immer jünger und damit nicht voll ausgewachsen aus dem Ozean zum Laichen in die Flüsse zurückkehren. Normalerweise verbringen sie bis zu sieben Jahre in den Weiten des Ozeans, bevor sie an den Laichort zurückkehren. Doch die klimabedingte Wassererwärmung sorgt offenbar dafür, dass es mehr Plankton als Nahrung gibt, so dass sich die Bedingungen für einige Lachsarten wie die Buckellachse verbessern. Damit ist die Nahrungskonkurrenz entsprechend hoch. Für die weniger gut angepassten Lachsarten würde sich damit mit jedem zusätzlichen Jahr im Lachs-Gedränge des Ozeans das Risiko erhöhen, nicht genügend Nahrung zu finden. Die Forscher vermuten, dass der Größenverlust der Lachse mit deren verfrühter Flucht aus den Laichgebieten zusammenhängt.

Mittwoch 26.8.2020
Deutschlandfunk: Waldumbau mit mediterranen Baumarten

Forstwirtschaft – Fichten, Kiefern und Douglasien leiden massiv unter der seit Jahren andauernden Trockenheit. Eine Alternative könnte der Anbau von mediterranen Gewächsen wie dem Libanonzeder sein, berichtet Susanne Lettenbauer im Deutschlandfunk. Initiiert von der Universität Bayreuth und der Bayrischen Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft werden vielerorts in Bayern bereits Setzlinge des exotischen Gehölzes als Test gepflanzt, um den Wald schrittweise umzubauen. Die Zedernsamen stammen aus dem südlichen Taurusgebirge der Türkei. Etwa 6.000 solcher Setzlinge warten im Bayreuther Botanischen Garten auf ihren Einsatz in ganz Mitteleuropa. Getestet wird der Anbau nicht nur in Franken, sondern auch in sehr trockenen Regionen wie Thüringen sowie in der Schweiz, wo es ausreichend Feuchtigkeit gibt. Forstwirte hoffen auf einen möglichst hohen wirtschaftlichen Nutzen, der dem der Fichte gleichkommt. Die heimischen Vögel scheinen die exotischen Bäume jedenfalls anzunehmen. Ob die Libanonzedern auch im Verband funktionieren, wird die Zukunft zeigen.

Sonntag 23.8.2020
rbb24: Schlaue Ideen gegen Dürre und für bessere Produkte

Landwirtschaft – Nach den beiden Hitzesommern 2018 und 2019 bangen Landwirte auch in diesem Jahr vielerorts um ihre Ernte. Stefanie Otto stellt in rbb24 Landwirte vor, die mit neuen nachhaltigen Anbaumethoden der Trockenheit erfolgreich trotzen. So setzt ein Landwirt aus dem Fläming auf die so genannte Direktsaat-Methode, um den Boden für den Maisanbau fruchtbarer zu machen, ohne Pestizide und andere chemische Dünger einsetzen zu müssen. Hier werden die Stoppeln  vom Mais stehen gelassen und als Bodendünger kurz danach Hülsenfrüchte wie Erbsen oder Klee angebaut. Der Vorteil: Unter den Stoppeln bleibt es feucht, Egge und Pflug zur Bodenbearbeitung entfallen. Stattdessen werden für die Aussaat spezielle Maschinen eingesetzt, die den Boden nicht aufwühlen. Auch das Modell der Agroforstwirtschaft hat sich in Dürrezeiten wie diesen bewährt.  Durch den Anbau von schnell wachsenden Bäumen auf dem Feld konnte ein Landwirt in der Lausitz eine natürliche Barriere gegen Bodenerosion und Verdunstung schaffen. Mit dem Anbau von Linsen bringt wiederum ein Landwirt aus dem Oderbruch Abwechslung auf den Acker. Statt Hülsenfrüchte nur als Zwischenfrucht zur Bodendüngung zu nutzen, will er Belugalinsen gezielt für den späteren Verkauf anbauen.

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