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27.11.2017

Von Milchmärkten und Antarktis-Tomaten

Der kompakte Medienrückblick: Vertical Farming im Restaurant +++ Schweizer Holzingenieure bauen Instrumente +++ Weltraumtomaten in der Antarktis +++ Das System Milch

Dienstag 28.11.2017
arte: Das System Milch

Landwirtschaft – Das Leben als Milchbauer wird auch heute noch gerne romantisch verklärt. In seinem neuen Dokumentation für arte widmet sich Grimme-Preisträger Andreas Pichler genau dieser alteingesessenen Vorstellung und beleuchtet das wahre Gesicht der Milchindustrie. Auf dem globalen Lebensmittelmarkt ist Milch ein extrem attraktives Produkt innerhalb einer milliardenschweren Industrie. Obwohl fast zwei Drittel aller Erwachsenen weltweit laktoseintolerant sind, steigt der Milchkonsum weltweit konstant an. Allein in Europa werden jährlich zwei Billionen Tonnen Milch und Milchpulver produziert und auf den Markt gebracht. Wie wurden die Kühe zu Lieferanten für einer solch hochtechnisierten Milchindustrie? Welche Menschen stehen dahinter? Welche Auswirkungen hat die Milch auf unsere Gesundheit? Pichler nähert sich dem System Milch von vielen Seiten und spricht mit Bauern, Molkereivorständen, Politikern, Lobbyisten und Wissenschaftlern.

Donnerstag 23.11.2017
„Hipsterfrei“ - Wenn der Salat direkt vor den Gästen wächst

Landwirtschaft – Die Bevölkerung wächst, während die Ressourcen des Planeten schrumpfen. Franziska Knupper berichtet in der Berliner Zeitung vom ersten Vertical-Farming-Restaurant Berlins: „Good Bank“ – direkt am Alexanderplatz. Ema Paulin und Leandro Vergani haben es Anfang des Jahres gegründet, eine zweite Filiale ist auch schon in Planung. Vertical Farming gilt als Sonderform der urbanen Landwirtschaft: Basierend auf Kreislaufwirtschaft und Hydrokulturen unter Gewächshausbedingungen sollen in Gebäudekomplexen auf mehreren übereinander gelagerten Ebenen ganzjährig Früchte, Gemüse, essbare Speisepilze und Algen erzeugt werden. Bei „Good Bank“ wächst das Gemüse vor den Augen der Kunden in rosa beleuchteten Kästen direkt hinter dem Tresen. Diese Kästen oder modularen Gewächshäuser werden von der Firma Infarm hergestellt. In Zukunft sollen solche Vertical Farming Ansätze nicht nur den Gastronomen zugute kommen, sondern auch Privathaushalten. 

Mittwoch 22.11.2017
Welt: Gurken und Tomaten on the Rocks

Lebensmittelversorgung – Gemüseanbau ohne Boden und nur wenig Wasser, wie kann das funktionieren? Norbert Lossau berichtet in der Tagezeitung Die Welt von einer Gemüseplantage der anderen Art: In der Antarktis steht das Modellgewächshaus „EDEN-ISS“. Es ist unabhängig von Wetter, Sonnenlicht und Jahreszeit, und soll so völlig autark Gemüse produzieren. Lediglich Wasser muss dem System zugeführt werden, allerdings nur minimale Mengen, denn von den Pflanzen ausgedünstetes Wasser wird stetig wiederverwertet. Diese Anbaumethode nennt sich „Aeroponik“. Im Dezember wird Paul Zabel, Bremer Wissenschaftler des Deutschen Forschungszentrums für Luft- und Raumfahrt, für ein Jahr in die Antarktis ziehen und dort sein Glück mit dem Gemüseanbau versuchen. Gelingt es ihm, könnte diese Anbaumethode schon bald auch auf langen Missionen im All oder in unfruchtbaren Gebieten der Erde angewendet werden. 

Mittwoch 22.11.2017
Deutschlandfunk: Instrumentenbau: Heimische Hölzer für hochwertige Geigen

Werkstoffe – Für viele Musiker und Instrumentenbauer ist der Klang von Tropenhölzern noch immer das Non-Plus-Ultra. Doch ihnen geht das Baumaterial aus, denn immer mehr dieser Tropenhölzer stehen mittlerweile unter Schutz. Nina Rink berichtet für den Deutschlandfunk in der Sendung „Forschung Aktuell“ von der Suche nach klangvollem, einheimischen Holz. Denn alternative Werkstoffe wie Holz-Plastik-Verbundwerkstoffe oder Carbon überzeugen die Profi-Musiker oft nicht. Der Ingenieur Oliver Kläusler von der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt EMPA bei Zürich entwickelte ein Verfahren, um europäische Holzarten so zu bearbeiten, dass sie den Ansprüchen der Geigenbauer genügen. Allerdings eignet sich nicht jedes Holz für jedes Instrument, so wird in Zukunft vermutlich für einen Klarinettenbau oder Oboenbau eine andere heimische Holzart verwendet werden, als für den Ersatz des Ebenholzes auf einem Violinengriffbrett. Und in noch etwas fernerer Zukunft könnten auch Sportgeräte oder hochwertige Möbel aus den optimierten einheimischen Hölzern hergestellt werden.

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