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01.07.2019

Von Milchindustrie und Norwegen-Riesling

Der kompakte Medienrückblick: Doku-Film zur Milchindustrie +++ Weinbau im Klimawandel +++ Textilsiegel Grüner Knopf +++ Kohlendioxid verwerten

Sonntag 30.6.2019
tageszeitung: Großes Interesse am Grünen Knopf

Textilindustrie - Bundesentwicklungsminister Gerd Müller verschiebt den Start seines neuen Textilsiegels Grüner Knopf auf September. Mehrere Dutzend Firmen haben Interesse bekundet und prüfen das Siegel derzeit, berichtet Hannes Koch in der taz. Der Grüne Knopf soll besonders sozial- und umweltverträgliche Kleidungsstücke in Geschäften und Onlineshops auszeichnen. Um das Zertifikat zu erhalten, müssen 26 soziale und ökologische Kriterien für das Produkt erfüllt werden.Vorläufig geht es beim Grünen Knopf um die Zertifizierung der letzten beiden Stufen der Textilherstellung – das Färben der Stoffe und das Nähen zum Endprodukt. Das Siegel ist in der Branche allerdings umstritten. Der Internationale Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN) spricht sich für diese Kennzeichnung aus. Mehrere kleine Naturtextil-Firmen wie Dibella und Melawear wollen mitmachen. Interesse haben aber auch große Händler signalisiert.

Samstag 29.6.2019
Süddeutsche Zeitung: Nordlicht im Glas

Weinbau – Der Hitze- und Dürresommer 2018 hat den deutschen Winzern einen Spitzenjahrgang beschert. Doch nicht für alle Weinbauern in Europa ist das extreme Wetter ein Gewinn: In Norwegen ist es erstmals gelungen, Riesling zu keltern. Dagegen ist in Spanien, dem flächenmäßig größten Weinbauland der Welt, der Anteil der Rebflächen gesunken. Verena Haart Gaspar hat für die Süddeutsche Zeitung den rheinhessischen Spitzenwinzer Klaus Peter Keller besucht. In seinen Kellern präsentiert er der Autorin den „flüssigen Beweis für den Klimawandel“ – Riesling aus Kristiansand in Norwegen. Eine einstige Praktikantin hatte die Reben mitgebracht und angebaut. 2018 wurden die ersten Trauben geerntet. Auch in Südengland herrscht Goldgräberstimmung. In Spanien hingegen wurden zwischen 2016 und 2017 8% der Rebflächen aufgegeben. Die Klimaveränderungen im Weinberg beschäftigen auch die Agrarforscher bereits: An der Hochschule Geisenheim wird das Wetter im Jahr 2050 im Weinberg simuliert und dessen Auswirkungen erforscht.

Mittwoch 26.6.2019
Das Erste: Das System Milch

Landwirtschaft – Das Leben als Milchbauer wird auch heute noch gerne romantisch verklärt. In dem ARD-Dokumentarfilm widmet sich Grimme-Preisträger Andreas Pichler genau dieser alteingesessenen Vorstellung und beleuchtet das wahre Gesicht der Milchindustrie. Auf dem globalen Lebensmittelmarkt ist Milch ein extrem attraktives Produkt innerhalb einer milliardenschweren Industrie. Obwohl fast zwei Drittel aller Erwachsenen weltweit laktoseintolerant sind, steigt der Milchkonsum weltweit konstant an. Allein in Europa werden jährlich zwei Billionen Tonnen Milch und Milchpulver produziert und auf den Markt gebracht. Wie wurden die Kühe zu Lieferanten für eine solch hochtechnisierte Milchindustrie? Welche Menschen stehen dahinter? Welche Auswirkungen hat die Milch auf unsere Gesundheit? Pichler nähert sich dem System Milch von vielen Seiten und spricht mit Bauern, Molkereivorständen, Politikern, Lobbyisten und Wissenschaftlern. Die arte- und rbb-Produktion wurde 2018 mit dem Deutschen Wirtschaftsfilmpreis ausgezeichnet. Noch bis 3. Juli 2019 in der ARD-Mediathek verfügbar.

Mittwoch 26.6.2019
Deutschlandfunk: Vom Klima-Killer zum wertvollen Rohstoff

Upcycling – CO2 könnte sich zum Rohstoff für industrielle Produktionsprozesse entwickeln, sagen Experten. Zum Beispiel bei der Herstellung von Zement oder als Methanol-Beimischung in Benzin. Volker Mrasek berichtet in einem Beitrag für die Deutschlandfunk-Sendung „Forschung aktuell“ über die Fachkonferenz ICCDU 2019 und insbesondere über die isländische Firma Carbon Recycling International. Seit 2015 stellt sie jährlich 4.000 Tonnen Methanol her. Die Massenchemikalie wird normalerweise aus Erdgas – in diesem Fall aber aus CO2 und Wasserstoff - gewonnen. Das Kohlendioxid stammt dabei aus einem benachbarten Geothermie-Kraftwerk. Der Wasserstoff wird durch elektrolytische Spaltung von Wasser gewonnen. Die erste Großanlage dieser Art wird jetzt in China gebaut. Der Beitrag beleuchtet auch, wie CO2 aus Abgasen für die Herstellung von Polyurethan-Schaumstoffen, Zement und Beton eingesetzt wird.

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