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07.11.2016

Von Mikrobiomen und Holzstrom

Der kompakte Medienrückblick: +++ Die Macht des Mikrobioms +++ Vision vom Gentech-Biolandbau +++ Fragwürdige Klimabilanz der Holz-Kraftwerke +++ Usutu-Virus löst Amselsterben aus

Montag 7.11.2016
Arte: Die unsichtbare Macht der Mikroben

Mikrobiologie - Eine Arte-Doku geht dem faszinierenden Zusammenleben und den Funktionen bakterieller Lebensgemeinschaften - den sogenannten Mikrobiomen - in verschiedenen Lebensräumen nach. Autor Stéphane Begoin ist dafür um die ganze Welt gereist, um Mikrobiologen, Ernährungsforscher und Evolutionsbiologen zu ihren Forschungsprojekten zu befragen und zu begleiten. Der menschliche Körper alleine ist schon ein Zoo von Milliarden Mikroben, insbesondere der Darm beherbergt ein ausgeprägtes Mikrobiom. Die Arte-Filmer sind zum Beispiel am EMBL in Heidelberg zu Gast, wo Peer Bork über die drei verschiedenen Darm-Mikrobiom-Typen spricht, die die Forscher entdeckt haben. Eine andere Station sind die Hyänen in Afrika. Im Analsekret der Tiere entscheidet die Zusammensetzung der Bakteriengemeinschaft darüber, wie die Hyänen einander wahrnehmen. Der Film beleuchtet auch, wie Mikrobiota im Darm mit dem Gehirn kommunizieren. Therapien der Zukunft könnten darauf abzielen, das Mikrobiom im Darm zu beeinflussen.

Mittwoch 2.11.2016
Tagesspiegel: Biolandbau mit Gentech-Pflanzen

Landwirtschaft - Die Medizinnobelpreisträgerin von 1995, Christiane Nüsslein-Vollhard, plädiert in einem Gastbeitrag für den Tagesspiegel  für eine "vernünftige" Landwirtschaft. Sie schildert darin ihre Vision eines Anbaus gentechnisch veränderter Kulturpflanzen im ökologischen Landbau. Zunächst verurteilt die Tübinger Entwicklungsgenetikerin den hohen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der konventionellen Landwirtschaft, der die Artenvielfalt bedroht. Aber auch die Praktiken im Ökolandbau sieht die Autorin kritisch. Biolandwirte dürften das Bakterientoxin BT ungezielt versprühen, oder sie verwenden Kupfersulfat als Spritzmittel, ein Schwermetallsalz, das sich im Boden anreichert.

Den Ausweg für einen schonenderen Umgang mit der Natur sieht die Nobelpreisträgerin im Einsatz gentechnischer Methoden. Sie seien überzeugend sicher und unschädlich, neue und präzise Züchtungstechnologien könnten dabei helfen, resistente Sorten von Nutzpflanzen zu züchten.

Mittwoch 2.11.2016
Süddeutsche Zeitung: Pellets aus Übersee

Bioenergie - Europas Energieerzeuger stellen ihre Kohle-Kraftwerke zunehmend auf einen nachwachsenden Rohstoff um: Holz. Denn der Strom gilt als klimaneutral und wird in Europa großzügig subventioniert. Der deutsche Konzern Uniper rüstet derzeit ein Kraftwerk in Gardenne in Südfrankreich auf Biomasse um. Doch der Trend hat mittlerweile eine Dimension erreicht, der die ökologischen Versprechen nicht mehr einhalten kann, schreibt SZ-Autor Christian Endt. Er zitiert mehrere Experten, die die vermeintlich CO2-neutrale Klimabilanz der Holzverfeuerung und die europäische Bioenergiepolitik infrage stellen.

Mittwoch 2.11.2016
Berliner Zeitung: Usutu-Virus breitet sich aus

Tierseuchen - Ein durch Stechmücken übertragener Erreger breitet sich derzeit vor allem in Nordrhein-Westfalen aus und lässt Amseln sterben: das Usutu-Virus. Bundesweit sind bereits mehr als 1.100 Usutu-Fälle gemeldet worden, Nordrhein-Westfalen weist mit mehr als 500 die häufigsten Fälle auf, insbesondere der Aachener Raum ist betroffen. Laut dem Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin ist es für Menschen in den meisten Fällen nicht gefährlich. Obwohl auch andere Vogelarten mit dem Usutu-Virus infiziert werden, ist es bislang unklar, warum ihm hauptsächlich Amseln zum Opfer fallen. Die Amsel zählt zu Deutschlands häufigsten Vogelarten. Schätzungen zufolge leben etwa acht bis 16 Millionen Brutpaare in Deutschland, nach der Brutzeit im Sommer etwa 50 bis 60 Millionen Individuen.

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