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11.06.2018

Von Insektenbionik und Algendrinks

Der kompakte Medienrückblick: Wettlauf um synthetische Kraftstoffe +++ Nanocellulose aus Kuhfladen +++ Superfood aus Algen +++ Insekten als Vorbilder für Ingenieure

Dienstag 5.6.2018
Frankfurter Rundschau: Wettlauf um den Sprit der Zukunft

Energietechnologien – Aus Kohlendioxid und Ökostrom erzeugen Wissenschaftler synthetische Flüssigkraftstoffe als umweltfreundliche Alternativen zum Erdöl. Frank-Thomas Wenzel berichtet in der Frankfurter Rundschau von einem regelrechten Wettlauf von Wissenschaftlern, um die neue E-Fuel-Technologie marktreif zu bekommen. Auch das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) und das Max-Planck-Institut für chemische Energiekonversion forschen daran und hatten zu einem Workshop geladen. Um die gewünschten Stoffe herzustellen, sind mehrere Schritte der Umwandlung nötig: Am Anfang steht Ökostrom, der mittels Wind, Sonne oder Erdwärme erzeugt wird. Dieser wird eingesetzt für die Elektrolyse, bei der Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt wird. Der Wasserstoff wird anschließend mit Kohlendioxid zusammengebracht. Je nach Verfahren lassen sich so E-Erdöl, synthetisches Erdgas (Methan) oder Methanol erzeugen. Der Clou: Das Treibhausgas Kohlendioxid wird gebunden und damit unschädlich gemacht, bis die Stoffe wieder verbrannt werden. Synthetische Kraftstoffe sind also CO2-neutral Hinzu kommt, dass durch das Verfahren eine weitere Möglichkeit geschaffen wird, Ökostrom zu speichern.

Montag 4.6.2018
Süddeutsche Zeitung: Autos aus Kuhfladen

Werkstoffe – Nanocellulose ist ein vielseitiges Material und wird vor allem bei der Herstellung nachhaltiger Materialien häufig eingesetzt: Sie soll unter anderem Beton stabiler und Autos leichter machen, Ölfilme auf dem Meer aufsaugen und bioabbaubare Verpackungen ermöglichen. Die Fasern bestehen aus aneinandergereihten Glucosemolekülen und sind dünner als Haare, aber zugfester als Stahl. Bisher wird Nanocellulose vor allem aus Holz gewonnen. Andrea Hoferichter berichtet für die Süddeutsche Zeitung von einer neuen, noch nachhaltigeren Quelle von Nanocellulose: Der Chemiker Alexander Bismarck an der Universität Wien will Nanocellulose aus Tierexkrementen -etwa Kuhfladen - gewinnen. Gemeinsam mit Industriepartnern entwickeln die Wiener Forscher Leiterplatten aus mit Nanocellulose verstärktem Papier. Im EU-Projekt Nano Text Surf arbeiten sie an Nanofiltern, mit denen sich beispielsweise Schwermetall oder andere Salze aus Wasser entfernen lassen.

Samstag 2.6.2018
Berliner Morgenpost: Ein Supersaft namens Olga

Ernährung – Das Vitamin B12 ist enorm wichtig für die Gesundheit. Doch unser Körper kann es nicht selbst herstellen, deshalb müssen wir es mit der Nahrung aufnehmen. Jens Anker berichtet in der Berliner Morgenpost von einem neuen Saft, den der Eberswalder Student Valentin Kunze aus Algen entwickelt hat und der den täglichen B12-Bedarf decken soll. Der Saft wird derzeit in der Mosterei Ketzür (Potsdam-Mittelmark) aus der Süßwasseralge Chlorella hergestellt. Diese wiederum stammt aus Sachsen-Anhalt, wo eine Firma die Alge in einem 500 Kilometer langen Rohrsystem züchtet. Der Chlorella-Alge wird schon lange eine gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben. Ihr Geschmack stellte Kunze jedoch vor eine Herausforderung: Zu viel Chlorella wirkt sich schlecht auf den Geschmack aus, zu wenig verfehlt den Zweck. Schließlich ergaben die Verkostungen zwei Geschmacksrichtungen: Apfel-Aronia-Chlorella und Apfel-Möhre-Ingwer-Chlorella. Dieses Jahr stellt die Mosterei 25.000 Flaschen her. Der Saft wird an einige Kunden direkt geliefert und es gibt einen Onlineshop.

Donnerstag 31.5.2018
arte: Xenius: Insektenbionik

Bionik – Insekten haben einen ganz besonderen Körperbau und vielfältige Formen der Fortbewegung. Oftmals können sie lange Strecken zurücklegen oder große Gewichte stemmen. Industrie und Ingenieure können sich also einiges von den Insekten abschauen, wenn sie neue Maschinen oder Roboter entwickeln. Der Asiatische Marienkäfer hat zudem ein enormes Durchsetzungsvermögen gegenüber den heimischen, europäischen Marienkäfern bewiesen – unter anderem weil seine Larven Parasiten in ihrer Hämolymphe beheimaten, die für Fressfeinde tödlich sind. Könnten diese Parasiten in Zukunft als Insektenantibiotika fungieren? Um diese und weitere Fragen rund um das Thema Insektenbionik und -biotechnologie zu beantworten, besuchen Dörthe Eickelberg und Pierre Girard für die arte-Sendung „Xenius“ Labore der Universität Gießen und der Festo GmbH in Esslingen, und schauen hinter die Kulissen des Naturkundemuseums in Karlsruhe.

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