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12.12.2016

Von Genscheren und Weinanbau

Der kompakte Medienrückblick: +++ Zu Besuch bei Monsanto +++ Konferenz beschäftigt sich mit Hybridweizen +++ Expertengespräch über Genscheren +++ Wein genießt eine Sonderstellung +++

Samstag 10.12.2016
Süddeutsche Zeitung: Die Gen-Fabrik

Grüne Gentechnik - Über viele Jahre hinweg hatte der umstrittene US-Konzern Monsanto seine Labore abgeschottet. Doch im Zuge der angestrebten Fusion mit Bayer öffnet der Konzern in St. Louis die Türen seiner Gewächshäuser für Journalisten. Kathrin Werner blickt für die Süddeutsche Zeitung hinter die Kulissen. Das Forschungszentrum von Monsanto ist 85 Hektar groß, derzeit investiert der Saatgut-Konzern 400 Millionen Dollar in 36 neue Gewächsshäuser und 250 neue Labore. Dereinst sollen hier 2000 Wissenschaftler arbeiten. Für die Autorin wird hier Wissenschaft am Fließband betrieben, und der Erfolg des Konzerns gründet auf der Erzeugung gentechnisch veränderten Pflanzen. Zehn Jahre dauere es und 130 Millionen Euro koste es, eine neue Eigenschaft in Pflanzen einzufügen. Die Autorin besucht einen Monsanto-Forscher, der Baumwollpflanzen testet, die saugenden Wanzen gezielt den Appetit verdirbt.

Samstag 10.12.2016
Frankfurter Allgemeine Zeitung: Wahrheiten über Wein

Landwirtschaft - Wie gut wird der jüngste Weinjahrgang? Mit dieser alljährlich wiederkehrenden Frage und vielen weiteren Wahrheiten über Wein beschäftigt sich Andreas Frey in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Klar wird: Wein genießt hierzulande eine solche Sonderstellung, dass die Betrachtung von Ökobilanzen stark in den Hintergrund gerät. Als etwa vor zwei Jahren die Kirschessigfliege die Ernte in Süddeutschland bedrohte, verlegten sich Forscher und Politik rasch auf das Sprühen mit dem Insektengift Spintor als Gegenmittel. Wein habe eben eine starke Lobby und sei ein emotionales Erzeugnis, schreibt der Autor.

Freitag 9.12.2016
Deutschlandfunk: Industrielles Hybrid-Saatgut praktisch alternativlos?

Pflanzenzüchtung - In Deutschland werden hunderte unterschiedliche Weizensorten auf den Äckern angebaut. Auf dem Weizenkongress in Frankfurt ging es vor allem um die Züchtung von Hybridweizen. Die Herstellung dieser ertragreichen Weizenpflanzen ist - anders als beim Mais - sehr aufwendig und es wird intensiv daran geforscht. Kritiker bemängeln, dass Bauern das Saatgut jedes Jahr neu kaufen müssen und dadurch Abhängigkeiten von Agrarkonzernen entstünden. Ein Beitrag im Deutschlandfunk in der Sendung "Umwelt und Verbraucher".

Sonntag 4.12.2016
chrismon: Verschöpft euch nicht!

Gentechnik - Das evangelische Magazin chrismon bringt in seiner Dezemberausgabe einen Biomediziner und einen Bioethiker zusammen, um über das Thema "Genscheren" zu sprechen: den Freiburger Gentherapie-Spezialisten Toni Cathomen und den Erlanger Theologen Peter Dabrock, derzeit auch Vorsitzender des Deutschen Ethikrats. Mit "der Genschere" ist dabei insbesondere das System CRISPR-Cas gemeint, das derzeit in der molekularbiologischen Forschung für Furore sorgt. Die Besonderheit: Die Genschere schneidet DNA besonders präzise an den Stellen im Erbgut, auf die sie programmiert wurde. Für Dabrock wirft die Genschere keine grundsätzlich neuen Fragen auf, sondern alte Fragen stellen sich in verschärften Maße. In der Pflanzenzüchtung könne mit der Genschere verändertes Saatgut nicht von natürlichen, unveränderten unterschieden werden, weil das Verfahren keine Spuren hinterlasse, sagt Cathomen. Für Dabrock ist das eine Argumentation vom Ergebnis her, die Gesetzgebung in Europa argumentiere derzeit aber auf Basis des Herstellungsverfahrens. Dabrock plädiert dafür, technologische Lösungen in Kontexte einzubetten, die politisch gestaltet werden müssen. Monokultur gelte es zu verhindern, die Biodiversität müsse gewahrt bleiben. "Züchtungsprozesse sollten umkehrbar sein", sagt Dabrock. Im weiteren Verlauf des Gesprächs geht es auch darum, wie Genscheren zur Heilung von HIV-Patienten eingesetzt werden könnten und um vertrauenswürdige Forschung an humanen Zellen.

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