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13.07.2020

Von Buchenwäldern und Billigbananen

Der kompakte Medienrückblick: Pilz wütet auf Bananenplantagen +++ Arbeitstiere zurück aufs Feld +++ Buchenwälder gefährdet  +++ Öko-Landbau legt zu

Sonntag 12.7.2020
Tagespiegel: Das Ende der Billigbanane

Landwirtschaft – Auf den Bananenplantagen in Asien, Afrika und Lateinamerika wütet ein Schädling, der alle kommerziell beliebten Sorten befällt und damit ein Milliarden-Exportgeschäft bedroht, wie Sandra Weiss im Tagespiegel berichtet. TR4 -Tropical Race 4 ist ein Pilz, der im Boden lebt und über die Wurzeln in die Pflanze eindringt. Dort blockiert er die Wasserversorgung, die Pflanze vertrocknet. Das Problem: Wenn die Symptome sichtbar sind, ist es meist schon zu spät. TR4 verschont keine der kommerziell angebauten Bananensorten. Nur 20% der Bananen-Varianten sind gegen den Pilz resistent. Das betrifft allerdings meist Sorten, die nicht kommerziell verwertet werden, wie Kochbananen. Unzählige Arbeitsplätze in den Anbauländern sind gefährdet. Zudem steht die Ernährungssicherheit zahlreicher Staaten in der Karibik und in Mittelamerika auf dem Spiel, wo Bananen besonders bei der ärmeren Bevölkerung einen wichtigen Teil der Ernährung ausmachen. Forscher der britischen Universität von Exeter vermuten einen Zusammenhang mit dem Klimawandel, der die Pflanzen anfälliger für Krankheiten macht. Gentechnisch veränderte Bananensorten sehen Experten jedoch nicht als Lösung. Sie plädieren für mehr Biodiversität, was wiederum den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft reduzieren, aber auch den Endpreis in die Höhe treiben und damit das Ende der Billigbanane einläuten könnte.

Sonntag 12.7.2020
Süddeutsche Zeitung: Vergessene Klimaschützer

Landwirtschaft – Ob Pferd, Esel oder Maultier: Jahrhunderte dienten Tiere dem Menschen als Arbeitsgehilfen - in manchen Ländern bis heute. Vor allem Kleinbauern im globalen Süden nutzen Tiere noch immer für den Transport oder auf dem Feld. Vielerorts haben moderne Maschinen jedoch Last- und Zugtiere abgelöst. In Europa und Nordamerika werden nun vermehrt Stimmen laut, die Arbeitstiere zurück aufs Feld zu holen, wie Petra Krumme in der Süddeutschen Zeitung schreibt. Dass die Zahl der Arbeitstiere in den vergangenen Jahrzehnten rückläufig ist, liegt auch daran, dass sie für viele Rückständigkeit signalisieren.  Zu Unrecht: Experten der europäischen Vereinigung zur Zugtier-Förderung Fectu plädieren für einen stärkeren, wissenschaftlich begleiteten Einsatz von Zugtieren in der Land- und Forstwirtschaft. Studien belegen, dass Maschinen den Boden verdichten und das feingliedrige Wurzelsystem schädigen, wodurch die Luft- und Wasserleitfähigkeit abnimmt. Der Einsatz von Arbeitstieren könnte das Problem lösen und zudem Treibstoffkosten und CO2-Emissionen sparen. Vor allem dort,  wo Traktoren wenig nachhaltig sind, in kleinteiliger Landwirtschaft, wäre der Einsatz von Arbeitstieren wirtschaftlich auch sinnvoll und laut dem Weltagrarbericht das beste Mittel, um Armut vorzubeugen.

Freitag 10.7.2020
Zeit: Öko-Anbaufläche in Deutschland nimmt weiter zu

Landwirtschaft – Der Ökolandbau in Deutschland legt zu. Mit einem Plus von 7,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr wurden im vergangenen Jahr 1,6 Millionen Hektar ökologisch bewirtschaftet, wie die Zeit berichtet. Der Gesamtanteil an landwirtschaftlicher Fläche lag damit bei fast zehn Prozent. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner führt den Anstieg auch auf die gezielte Förderung der Bundesregierung beim Ausbau des ökologischen Landbaus zurück. Nicht nur die Fläche, auch die Zahl der Öko-Betriebe ist 2019 um 7,6 Prozent gestiegen. Spitzenreiter mit einem Anteil von jeweils 30 Prozent sind die Baden-Württemberg und Bayern. Den flächenmäßig niedrigsten Anteil verzeichnen Sachsen und Schleswig-Holstein mit vier Prozent, Thüringen mit drei Prozent und das Saarland mit nur einem Prozent. Klöckner sieht Öko- und konventionelle Landwirtschaft nicht im Wettstreit miteinander. Sie sollen sich ergänzen und Synergien schaffen. Nach Angaben des Spitzenverbandes Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) könnte die Corona-Pandemie den Trend in Richtung Ökolandbau verstärken. Wichtig dafür wäre eine weitere Förderung des Ausbaus der ökologischen Landwirtschaft.

Montag 6.7.2020
Frankfurter Rundschau: Dürre vernichtet hunderttausende Hektar Wald - mit verheerenden Folgen für Deutschland

Forstwirtschaft – Hitze und Dürre haben Deutschlands Wälder nachhaltig geschädigt. Nicht nur Fichten und Kiefern werden von Schädlingen heimgesucht. Auch Buchen drohen zu kippen, vor allem jene, die bereits angegriffen sind, wie Stephan Börnecke in der Frankfurter Rundschau schreibt. Deutsche Wälder seien mit Stickstoffverbindungen wie Ammonium und Ammoniak aus der Landwirtschaft sowie Stickoxiden aus dem Verkehr reichlich belastet. Experten zufolge sind sie sogar „die mit Abstand wichtigsten waldschädigenden Luftschadstoffe“. Wenn Stoffe etwa als Ammonium und Nitrat über die Luft im Wald landen, landen die überschüssigen Mengen einschließlich wichtiger Nährstoffe im Grundwasser und bringen so das Nährstoffverhältnisse ins Wanken. Dies beeinträchtigt das Wachstum der Bäume und ihre  Widerstandskraft. Das Problem: Ammoniakemissionen sind sehr langlebig. Umweltexperten warnen, dass bei einer weiteren Zunahme der Nährstoffdisharmonien infolge massiver Stickstoffeinträge nicht nur ein Vitalitätsverlust der Bäume zu erwarten sei, sondern dass sie auch zu einer Versauerung und Degradierung der Böden und einer Mangelernährung führen kann. Deutschland könnte dann ein echtes internationales Imageproblem bekommen. Denn in den fünf Buchenwäldern, die zum Unesco-Weltnaturerbe zählen, liegen die Stickstoffwerte oberhalb der duldbaren Menge. Forstexperten empfehlen, mit Totholz und viel Biomasse die Buchenwälder kühl und dunkel zu halten, statt durch Abholzung das Klima anzuheizen.

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