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09.07.2018

Von Trinkhalmen und Keimkuren

Der kompakte Medienrückblick: Plastikstrohhalme werden abgeschafft +++ Mikrobielle Helfer für den Acker +++ Neues Biodiversitätszentrum in Berlin +++ Grillen mit Maisspindeln

Sonntag 8.7.2018
Deutsche Welle: Nachhaltig grillen mit Maisspindeln

Umwelt - Etwa 250.000 Tonnen Grillkohle werden nach Angaben des WWF jährlich in Deutschland verbraucht. Ein Test der Umweltorganisation ergab: Die in Super- und Baumärkten angebotene Holzkohle enthält meist Tropenholz. Selbst Produkte mit dem FSC-Siegel, das "nur einheimische Hölzer" garantiert, enthielten teils Hölzer aus den Tropen. Eine nachhaltige Alternative zur Holzkohle bietet das Start-up "Grillmais". Die Jungunternehmer aus Nordrhein-Westfalen nutzen Maisspindeln als Kohleersatz. Dabei handelt es sich um einen Reststoff, der bei der Verarbeitung von Mais übrig bleibt. Die körnerlosen Kolben sind nicht nur umweltfreundlich, sondern glühen auch schneller als Holzkohle.

Mittwoch 4.7.2018
Frankfurter Allgemeine Zeitung: Das Ende der Plastikstrohhalme

Plastikmüll – Bastian Benrath berichtet in der FAZ über die Entscheidung der Supermarktketten Rewe und Lidl, keine Strohhalme aus Plastik mehr zu verkaufen. Rewe will bis Ende des Jahres den Wegwerfartikel in den 6.000 eigenen Märkten und denen seiner Töchter Penny und Toom verbannen. Lidl und seine Tochter Kaufland wollen bis Ende 2019 nicht nur Plastikhalme, sondern alle Einwegplastikartikel wie Becher, Teller, Besteck und Wattestäbchen aus den Regalen entfernen. Der Grund: Plastikhalme sind ein typisches Wegwerfprodukt, das weltweit mit am häufigsten als Müll an Stränden angeschwemmt wird. Mit dem Verzicht spart die Rewe-Gruppe zukünftig in ihren Märkten über 42 Millionen Einweg-Plastikhalme pro Jahr ein. Ab Frühjahr 2019 bietet der Konzern dann Alternativen aus Papier, Weizengras oder Edelstahl an. Auch Lidl will nach Abverkauf der bereits eingekauften Mengen die Plastikhalme durch Produkte aus alternativen und wiederverwertbaren Materialien ersetzen. Lidl hatte bereits im März angekündigt, seinen Plastikverbrauch bis 2025 um 20% zu reduzieren. Rewe und Lidl kommen mit ihren Initiativen einer angekündigten EU-HelRichtlinie zuvor, mit der der Plastikmüll in den Meeren verringert werden soll.

Mittwoch 4.7.2018
Süddeutsche Zeitung: Keimkur für den Acker

Landwirtschaft – Genau wie Menschen sind auch Pflanzen von unzähligen Mikroorganismen besiedelt, verfügen also über ein sogenanntes Phytobiom. Kathrin Burger berichtet in der Süddeutschen Zeitung über die vielversprechende Ansätze, dieses Phytobiom so zu verändern, dass Ackerpflanzen gegen bestimmte Krankheiten geschützt werden. Einzelne solcher Probiotika sind sogar schon auf dem Markt. Die große Hoffnung ist, dadurch in Zukunft den Einsatz von Pestiziden verringern oder sogar gänzlich ersetzen zu können, denn die mikrobiellen Pflanzenschutzmittel sind wesentlich umweltfreundlicher und sicherer. Die Pflanzen und die Mikroorganismen helfen sich bereits jetzt gegenseitig: Pflanzen versorgen ihre Mitbewohner mit Energie und im Gegenzug sondern Bakterien und Pilze antibiotisch wirksame Stoffe ab, die Schädlinge abtöten. Manche verändern auch die Genaktivität von Pflanzenzellen, die ebenfalls dem Schutz der Pflanze dienen. Forscher wollen die einzelnen Mechanismen entschlüsseln um sie künftig gezielt in der Landwirtschaft anwenden zu können.

Dienstag 3.7.2018
Berliner Zeitung: Millionen Arten sind unbekannt

Biodiversität – Anne Brüning berichtet in der Berliner Zeitung über ein neues Biodiversitäts-Zentrum am Berliner Naturkundemuseum. Die Forscher erhoffen sich davon, neue Arten schneller zu entdecken. Zwar werden bereits jetzt jährlich ca. 16.000 neue Tier- und Pflanzenarten entdeckt, doch im Hinblick auf schätzungsweise acht Millionen unentdeckter Arten bei gleichzeitig steigendem Artensterben durch den Klimawandel und Umweltgifte, befinden sich die Forscher mittlerweile in einem Wettlauf gegen die Zeit. Das „Zentrum für integrative Biodiversitätsentdeckung“ unter der kommissarischen Leitung von Michael Ohl hat am 2. Juli die Arbeit aufgenommen. Um das Ziel, neue Arten zehnmal schneller als bisher zu entdecken, zu erreichen, hat das Zentrum unter anderem 20 neue Stellen ausgeschrieben. Außerdem sollen neue genetische Methoden mit konventionellen Verfahren kombiniert werden. Zudem setzt das neue Zentrum auf internationale Zusammenarbeit, schließlich sei laut Ohl der Hauptteil der noch zu entdeckenden Biodiversität in tropischen und subtropischen Ländern wie Brasilien und Indonesien zu finden.

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