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18.06.2018

Von Gentechnik und Bienen-Medizin

Der kompakte Medienrückblick: Strombasierte Treibstoffe +++ 20 Jahre Gentechnik auf EU-Äckern +++ Magere Ökobilanz von Papiertüten +++ Apotheke Bienenstock

Mittwoch 13.6.2018
Süddeutsche Zeitung: Sprit aus Strom

Treibstoffe – Die Chemiker Franz Fischer und Hans Tropsch haben kurz nach dem Ersten Weltkrieg ein Verfahren entwickelt, mit dem sie aus Wasserstoff und Kohlenstoff mit Katalysatoren Kohlenwasserstoffe herstellen konnten – den Hauptbestandteil von Erdöl. Fossile Brennstoffe wie Erdöl verursachen starke Luft- und Umweltverschmutzungen, deshalb sind Forschung und Industrie auf der Suche nach nachhaltigeren Alternativen. Ralph Diermann berichtet in der Süddeutschen Zeitung über Unternehmen, die mit der Fischer-Tropsch-Methode synthetisches Rohöl herstellen und das zu Benzin, Diesel und anderen Kraftstoffen weiterverarbeiten. Da bei der Verbrennung dieser sogenannten strombasierten Treibstoffe nur so viel Kohlendioxid freigesetzt wird, wie zuvor dem Produktionsprozess zugeführt wurde, gelten diese als klimafreundlich.

Strombasiert sind diese synthetischen Treibstoffe deshalb, weil der nötige Wasserstoff mithilfe einer Elektrolyse hergestellt wird: Mit elektrischem Strom werden Wassermoleküle in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten. Kommt der Strom aus erneuerbaren Quellen, ist der Wasserstoff CO₂-neutral. Parallel zur Elektrolyse wird Kohlendioxid zu Kohlenmonoxid reduziert, das dann mit dem Wasserstoff zu einem sogenannten Synthesegas zusammengeführt wird. Aus diesem Gasgemisch werden schließlich mit dem Fischer-Tropsch-Verfahren unterschiedliche Kohlenwasserstoffe hergestellt, die zu den gewünschten Kraftstoffen verarbeitet werden können. Nachdem einige Pilotprojekte die Praxisreife des Verfahrens belegt haben, will das norwegische Unternehmen Nordic Blue Crude nun nahe Oslo die weltweit erste Anlage für die kommerzielle Produktion von synthetischem Rohöl errichten.

Montag 11.6.2018
Berliner Morgenpost: Der Mutant auf meinem Teller

Gentechnik – Seit 20 Jahren dürfen in der EU gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden. Doch viele Länder – allen voran Deutschland – lehnen dies bis heute ab. Alina Reichardt berichtet in der Berliner Morgenpost über das Für und Wider zum Anbau gentechnisch veränderte Pflanzen. Obwohl bereits im April 1998 von der Europäischen Union zugelassen, bleibt die gentechnisch veränderte Maissorte Mon810 bis heute der einzige gentechnisch veränderte Organismus (GVO), der diese EU-Anbauerlaubnis hat. Der vom Saatgut-Produzenten Monsanto entworfene Mais, nach der Übernahme der US-Firma durch den Pharmakonzern Bayer in der letzten Woche ein deutsches Produkt, wächst fast ausschließlich in Spanien. Und seit 2016 nutzen viele europäische Länder, einschließlich Deutschland, die sogenannte Opt-Out Option – ein EU-Schlupfloch für nationale Anbauverbote. Nach Europa importiert werden hingegen 64 gentechnisch veränderte Organismen, doch auch hier gibt es nationale Ausnahmen. Die meisten GVOS sind Mais- und Sojapflanzen, die als Futter in der Landwirtschaft landen. Auf dem Fleisch der Tiere muss das nicht vermerkt sein, wohl aber auf Lebensmitteln, die aus GVO hergestellt wurden, zum Beispiel auf Ölen. Laut dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) lehnen 80% der Deutschen GVOs ab. Im EU-Vergleich zählt Deutschland somit zu den skeptischsten Nationen.

Donnerstag 7.6.2018
Süddeutsche Zeitung: Kommt doch in die Tüte

Verpackungen – Seit Juni 2016 müssen Kunden an der Kasse für Plastiktüten extra zahlen. Das Ergebnis: Innerhalb von zwei Jahren hat sich der Verbrauch von Plastiktüten in Deutschland nach Angaben der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) mehr als halbiert. Michael Kläsgen und Vivien Timmler beleuchten in der Süddeutsche Zeitung die Entwicklung weg von Plastiktüten und hin zu Papiertüten. Groben Schätzungen der Deutschen Umwelthilfe zufolge werden 20 bis 30% der Plastiktüten inzwischen von Einweg-Papiertüten ersetzt. Doch die Ökobilanz der Einweg-Papiertüten ist nicht viel besser ist als die von Plastik-Einwegtüten. Das räumt auch der Einzelhandelsverband HDE ein. Für die Herstellung von Papiertüten sind viele Ressourcen nötig, darunter Zellstoff, Wasser, Energie, vor allem aber Chemikalien. Hinzu kommt, dass Papiertüten aufgrund ihrer Wasseranfälligkeit meist nur wenige Male benutzt werden können. Empfehlenswerter sind hingegen Mehrwegtragetaschen aus Baumwolle oder Jute, allerdings auch nur dann, wenn man sie mehrmals benutzt. Die ökologisch sinnvollste Variante seien Beutel aus Polyester: Diese tragen bis zu 10 Kilogramm und können sehr klein zusammengefaltet werden.

Donnerstag 7.6.2018
Welt: So wirksam ist die Bienen-Medizin

Naturstoffe – Bienen stellen mit Honig nicht nur ein natürliches Süßungsmittel her, sondern beherbergen in den Waben ihrer Bienenstöcke zahlreiche antibakterielle und heilende Stoffe. Jörg Zittlau berichten in der Welt von dem Medizinschrank im Bienenstock: Selbst die Luft im Bienenstock soll eine entkrampfende und beruhigende Wirkung haben und wird von einigen Heilpraktikern bereits als Behandlungsmethode verwendet. Bis jetzt ist jedoch noch nicht abschließend geklärt, ob das Einatmen der feucht-warmen Bienenstockluft tatsächlich eine positive oder doch eine negative Wirkung auf den Patienten hat. Andere Wirkstoffe der Bienen sind da schon besser untersucht: So ist bereits belegt, dass der Propolis, also der „Bienenkitt“ mit dem die Tiere ihre Wabenzellen abdichten, antibiotische und entzündungshemmende Eigenschaften hat, die die körpereigene Wundheilung unterstützen. Auch das Gelee Royal, mit dem die Königin gefüttert wird, hat es in sich: Es hat eine extrem hohe Nährstoffdichte und einen besonders hohen Anteil an Vitamin B und Aminosäuren wie dem Phytoöstrogen, das beispielsweise gegen Wechseljahresbeschwerden hilft.

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