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11.05.2020

Von Bodenerosion und Termitenhügeln

Der kompakte Medienrückblick: Pestizide begünstigen Krankheiten +++ Bodenerosion ist kontrollierbar  +++  Bienensterben im Winter  +++ Termiten sorgen für saftiges Gras

Montag 11.5.2020
Zeit: Jedes siebte Bienenvolk überlebte den Winter nicht

Bienensterben – In Deutschland gibt es rund 100 Millionen Honigbienen-Völker. Doch die ungewöhnlichen Temperaturschwankungen im Winter sind für die Insekten jedes Jahr aufs Neue eine Herausforderung. Etwa 15% der Bienen-Völker haben die kalte Jahreszeit diesmal nicht überlebt. Damit ist etwa jedes siebte Bienenvolk in Deutschland nach der Winterruhe nicht mehr ausgeflogen, wie die Zeit berichtet. Der Verlust ist damit in etwa so hoch wie im Vorjahr, aber doch etwas geringer als ursprünglich erwartet. Bienenexperten vermuten, dass der milde Dezember den Insekten weniger stark zugesetzt hat, als dies in kälteren Phasen der Fall ist, wo Parasiten ihnen zusetzen. Forscher schätzen den Schaden auf rund 30 Mio. Euro. Hinzukommen Ertragsverluste durch die ausbleibende Honigproduktion. Vor allem Bundesländer in Norddeutschland sind davon betroffen.

Mittwoch 6.5.2020
Süddeutsche Zeitung: Wie Pestizide die Ausbreitung von Parasiten fördern

Ökologie – Pestizide werden weltweit zur Unkrautbekämpfung eingesetzt. Doch die Giftstoffe schaden nicht nur der Umwelt, sondern können auch Krankheiten fördern, wie Andrea Hoferichter in der Süddeutschen Zeitung berichtet. Leipziger Ökologen fanden heraus, dass sich in pestizidbelasteten Flüssen Kenias Süßwasserschnecken stark vermehren und mit ihnen auch der Erreger der Bilharziose. Die Wurmerkrankung ist die zweithäufigste Tropenkrankheit nach Malaria. In den Schnecken entwickelt sich die Larven des Parasiten. Sie werden in großen Mengen ausgeschieden und schwimmen dann frei im Wasser. Etwa 200 Millionen Menschen erkranken jährlich laut WHO an der Bilharziose, mehr als 140.000 sterben daran. Den Forschern zufolge war die Pestizidkonzentration zwar niedrig. Doch wo die Schnecken das Wasser dominierten, gab es kaum Larven von Insekten, die normalerweise dort siedeln. Mit der Studie liefern die Leipziger eine neue Option, den Erreger der Wurmkrankheit in Afrika zu bekämpfen. Sie empfehlen, den Einsatz von Pestiziden in den gefährdeten Regionen zu verbieten oder zumindest zu beschränken.

Montag 4.5.2020
Deutschlandfunk: Weltkarte der Bodenerosion zeigt Handlungsbedarf

Landwirtschaft – Bodenerosion ist ein globales Problem. Schon heute ist ein Drittel aller Böden der Welt degradiert. Nicht nur Wind und Regen sorgen dafür, dass Böden abgetragen werden, sondern vor allem eine extensive Landnutzung. Wie stark die Bodenerosion ausgeprägt ist, hängt stark von der Politik der einzelnen Länder ab, wie Monika Seynsche in der Deutschlandfunk-Sendung Forschung aktuell berichtet. Schweizer Forscher untersuchten anhand von Satellitendaten, wie groß der Einfluss der Länder auf die Bodenabtragung ist. Der Effekt war erstaunlich: Am deutlichsten zeigte er sich auf der karibischen Insel Hispaniola, wo die Grenze zwischen Haiti und der Dominikanischen Republik verläuft. In Haiti, wo zugunsten der Landwirtschaft weite Flächen entwaldet wurden, stieg die Bodenerosionsrate sprunghaft an, verglichen mit der Dominikanischen Republik, wo es noch sehr viel Wald gibt. Ähnliche Beispiele fanden die Forscher überall auf der Welt. So entstand eine Weltkarte, die nicht nur das Ausmaß der globalen Bodenerosion zeigt, sondern auch, welchen Einfluss politische Entscheidungen auf den Verlust der Ressource haben und, dass der Boden durch gezielte Maßnahmen in der Landwirtschaft vor Abtragungen geschützt werden kann.

Freitag 24.4.2020
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung: Biodünger für die Savanne

Landwirtschaft – Schroffe Berge und weite Täler prägen das Issa Valley im Westen von Tansania. Obwohl die Böden eher karg und die wenigen Pflanzen kaum ausreichend Kost bieten, leben in Afrikas Savannen große Herden von Huftieren. Doch wovon ernähren sich all diese Tiere? Dieser Frage ist ein Forscherteam aus Tansania, England und Deutschland auf den Grund gegangen. Die Antwort fanden sie in den Termitenhügeln, die ebenso ein Markenzeichen der Region sind, wie Diemut Klärner in der Frankfurter Allgemeinen schreibt. Demnach bieten die Bauwerke der Termitengattung Macrotermes nicht nur den Insekten als Baumeistern ein angenehmes Raumklima. Auch Pilzkulturen namens Termitomyces, von denen sich diese Insekten ernähren, finden dort günstige Lebensbedingungen. Sie werden von den Insekten mit Nahrung versorgt. Gleichzeitig sorgen die Termiten für ein rasches Recycling von Holz oder Pflanzenresten, wobei sie Mineralstoffe anreichern. Die Forscher stellten fest, dass Termitenhügel dafür sorgen, dass der Boden in ihrer Nähe besonders viel Phosphor und Stickstoff enthält und dass Gräser, die im Umfeld des Baus wachsen, besonders grün sind, was viele Huftiere anlockt.

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