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20.01.2020

Von Zuckerkiefern und Güllerecycling

Der kompakte Medienrückblick:  Blaualgen im Meer erzeugen Methan +++ Nährstoff aus der Gülle  +++ Widerstandsfähige Kiefern +++ Kobra-Genom entschlüsselt

Montag 20.1.2020
Spiegel: Hoffen auf den Super-Baum

Waldwirtschaft – Millionen Bäume, darunter vor allem Kiefern, sind in den Wälder Kaliforniens in den vergangenen Jahren durch Trockenheit und Borkenkäfer eingegangen. Waldökologen vom Tahoe Environmental Research Center der University of California Davis haben daher am Lake Tahoe nach Bäumen gesucht, die solchen Herausforderungen gewachsen sind. Wie Christoph Seidler im Spiegel berichtet, stießen die Forscher dabei auf wahre Überlebenskünstler. Untersuchungen der Zapfen der Zuckerkiefer im Labor ergaben, dass einige von ihnen das Talent haben, Wasser effizienter zu nutzen als andere und diese Fähigkeit sogar vererbbar ist. Die aus den Zapfen gewonnenen Samen nutzten die Forscher für die Anzucht einer neuen Generation von widerstandsfähigeren Kiefern. Die ersten Setzlinge wurden bereits im Wald gepflanzt. Nun hoffen die Wissenschaftler, dass die jungen Pflanzen auch im Wald die nächste Trockenheit überleben,

Sonntag 19.1.2020
Frankfurter Rundschau: Auch Blaualgen erzeugen Treibhausgas

Klima – Methan ist neben Kohlendioxid das wichtigste Treibhausgas, das nachweislich das Klima beeinflusst. Da Methan länger in der Atmosphäre bleibt, wirkt es jedoch viel stärker als CO2. Mehr als die Hälfte des Methanausstoßes produzieren sogenannte Wiederkäuer wie Kühe. Aber auch Blaualgen können unter sauerstoffreichen Bedingungen wie im Meer das Klimagas produzieren, wie Pamela Dörhöfer in der Frankfurter Rundschau berichtet. Forscher vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei sehen die Überdüngung der Felder als Ursache dafür, dass Blaualgen nicht nur in sumpfigen Feuchtgebieten, sondern auch verstärkt in Meeren und Seen auftauchen. Da die Mikroorganismen Methan erzeugen, können bei einer höheren Konzentration in den Ozeanen auch deutlich größere Mengen des Treibhausgases in die Atmosphäre gelangen. Wie hoch der Anteil in der Luft genau ist, lässt sich derzeit aber nur schwer abschätzen. Umweltwissenschaftler sehen die Studie der Leibniz-Forscher als ein „kausales Bindeglied zwischen den menschengemachten Einflüssen auf Meere und Seen und den zu erwartenden erhöhten Methan-Emissionen in der Zukunft“.

Freitag 17.1.2020
3Sat: nano: Aus Gülle Gold machen

Landwirtschaft – In der Tierhaltung fallen täglich große Mengen Gülle an, die später zum Düngen der Felder genutzt wird. Mitunter muss der Mist kilometerweit transportiert werden, weil dieser Dünger nicht überall in ausreichender Menge vorhanden ist. Um die in der Gülle enthaltenen Nährstoffe ohne aufwendige Transporte für Landwirte verfügbar zu machen, haben Forscher vom Fraunhofer Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik ein neues Verfahren entwickelt. Im 3Sat-Wissensmagazin nano berichtet Thomas Wagner, wie die Wissenschaftler aus der Gülle wertvolle Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphat extrahieren und daraus Dünger herstellen. Forscher der Uni Hohenheim haben den Recyclingdünger bereits erfolgreich an Winterweizen und Silomais getestet. Das Ergebnis: Er kann in jeder Hinsicht mit herkömmlichen Mineraldüngern mithalten.

Montag 13.1.2020
Süddeutsche Zeitung: Todbringende Gene

Biotechnologie – Der Biss einer Schlage kann tödlich sein. Der Grund: Es fehlt häufig an einem Gegengift. Die sogenannten Antivenome werden bisher hergestellt, indem man etwa Pferden Schlangengift verabreicht und dann aus dem Blutserum der Tiere Antikörper isoliert. Zudem ist die Zusammensetzung der unterschiedlichen Schlangengifte unbekannt. Nun hat ein internationales Forscherteam erstmals die Toxine der Südasiatischen Kobra anhand ihres Erbguts analysiert, wie Walter Willems in der Süddeutschen Zeitung berichtet. Der Studie zufolge stießen die Forscher dabei im Genom auf 139 Gene, die den Bauplan für Substanzen aus 33 Giftstofffamilien liefern. Wie das Team im Fachjournal Nature Genetics schreibt, sind diese Toxingene wahrscheinlich für ein „breites Spektrum von Symptomen, darunter Störungen des Herz-Kreislauf-Systems, Muskellähmung, Übelkeit, Sehstörungen und systemische Wirkungen wie etwa Blutungen verantwortlich“. Die Ergebnisse der Untersuchung könnten die Grundlage sein, für die Entwicklung synthetischer Antikörper gegen Schlangengifte aber auch neuer Medikamente gegen diverse Erkrankungen.

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