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03.04.2018

Von Pappeläckern und Biomüll

Der kompakte Medienrückblick: Pappel-Anbau in Brandenburg +++ Zuviel ungenutzter Biomüll+++ Vorteile veganer Ernährung +++ Weltbiodiversitätsreport

Samstag 31.3.2018
Berliner Zeitung: Wenn Bäume sich vom Acker machen

Bioenergie – Rund um Berlin gibt es inzwischen etliche Holzplantagen, auf denen vor allem die schnellwachsende Pappel angebaut wird. Kerstin Viering berichtet im Magazin der Berliner Zeitung über Anbau, Ernte und Verwertung des biologischen Brennstoffs. Das Besondere: Laut eines Gutachten des Stromanbieter Vattenfall müsse man nur rund 7% der Energiemenge in Gewinnung und Transport des Rohstoffes stecken, die man bei der Verbrennung wieder herausbekommt. Bei normalen Brennholz sind es hingegen 20%. Außerdem sei auch der Kohlendioxidaustoß wesentlich geringer als bei Mais oder Getreideanbau. Dennoch stehe der Anbau des Energieholzes keineswegs in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Nur solche Böden, auf denen kein Getreide oder ähnliches angebaut werden könne, kommen für die Holzgewinnung in Frage.

Mittwoch 28.3.2018
Süddeutsche Zeitung: Die verlorene Energie aus dem Biomüll

Biomüll –  Gerade einmal zwei der erfassten neun Millionen Tonnen Biomüll werden in Deutschland auch energetisch verwertet. Warum nur so wenig? Ralph Diermann berichtet in der Süddeutschen Zeitung, warum trotz zahlreicher Vorteile der Biomüll noch immer viel zu wenig als Energielieferant genutzt wird. Wie der hessische Entsorger AHE ausgerechnet hat: würde der gesamte in Deutschland erfasste Ökomüll vergoren, könnte mit dem Biogas Strom für etwa 600.000 Haushalte erzeugt werden – ohne dafür Pflanzen extra anzubauen. Doch ungenaue Entsorgung wie etwa Plastiktüten im Biomüll seien eine große Gefahr für die Technik in einer Vergärungsanlage. Zudem kommen wirtschaftliche Hindernisse: Bis sich eine mit Biomüll betriebene Biogasanlage rentiert, dauert es einige Zeit und es hängt stark von dem zur Verfügung gestellten Biomüll ab. Noch immer landen zu viele Bioabfälle im Restmüll und werden verbrannt statt kompostiert.

Dienstag 27.3.2018
Die Welt: Wenn alle Veganer wären, bekäme man viel mehr Menschen satt

Ernährung – Vegane Ernährung liegt voll im Trend. Doch wie Stefan Parsch in der Tageszeitung Die Welt berichtet, ist sie nicht nur eine Modeerscheinung, sondern könnte einen großen Beitrag im weltweiten Kampf gegen Hunger leisten. Laut einer Studie von Wissenschaftlern am Weizmann Institute of Science in Rehovot könnte die Landwirtschaft in den USA mehr als doppelt so viele Menschen ernähren als sie es aktuell tut – wenn alle auf Fleisch und andere Tierprodukte verzichten. Auch Matin Qaim, Agrarökonom an der Universität Göttingen und nicht an der Studie beteiligt, stimmt prinzipiell zu, dass tierische Produkte sehr viele Ressourcen verbrauchen. Allerdings sei ein kompletter Veganismus auch nicht für alle zu empfehlen. Insbesondere bei Risikogruppen wie Kindern und Schwangeren könnte es zu Mangelernährung kommen. Eine deutliche Reduktion des Konsums tierischer Produkte sei hingegen gesundheitlich bei den meisten unbedenklich und durchaus zu empfehlen.

Samstag 24.3.2018
Frankfurter Allgemeine Zeitung: Plädoyer gegen die Einfalt

Biodiversität – Eine Vielfalt an Pflanzen und Tieren ist nicht nur für ein gesundes Ökosystem wichtig, sondern insbesondere auch für die Landwirtschaft. Joachim Müller-Jung berichtet in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über den Weltbiodiversitätsbericht. Denn zum ersten Mal in der Geschichte der Vereinten Nationen gibt es neben dem Weltklimabericht auch einen solchen Weltbiodiversitätsbericht, in dem unabhängig von Interessengruppen und mit wissenschaftlichen Methoden der Zustand und die Bedrohungen für die Natur weltweit aufgearbeitet worden ist. Dabei liegt der Fokus nicht nur auf dem Artensterben, sondern auf dem gesamten Naturkapital, also auch auf der genetischen Vielfalt und dem Reichtum an Ökosystemen. Nach Einschätzung der Fachleute hat der Rückgang an biologischer Vielfalt längst auch wirtschaftliche, gesellschaftliche und sogar sicherheitspolitische Folgen. Durch Klimawandel, Übernutzung, Einschleppung artfremder Arten, Rohstoffausbeutung und Verschmutzungen entstehen inzwischen jährlich Milliardenschäden. Mit der Veröffentlichung seines Berichts erhöht der Weltbiodiversitätsrat auch den politischen Druck und fordert Gegenmaßnahmen.

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