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22.05.2018

Von Lockstoffen und Fruchtfolgen

Der kompakte Medienrückblick: Insekten essen +++ Komplex wirkende Pflanzenlockstoffe +++ Verpackung aus Pflanzenresten +++ Strategie für zukunftsfähige Landwirtschaft

Sonntag 20.5.2018
Spiegel Online: Grillen grillen

Ernährung – Fleisch von Rindern, Schweinen und dergleichen hat eine schlechte Ökobilanz: Die Produktion verbraucht enorm viele Ressourcen und es entstehen große Mengen an klimaschädlichen Gasen. Der Mensch benötigt jedoch Proteine für eine ausgewogene Ernährung und viele wollen sich nicht mit pflanzlichen Proteinen aus Leguminosen oder ähnlichen zufrieden geben. Irene Habich berichtet auf Spiegel Online von einer anderen Alternative: Insekten als Proteinlieferanten. In weiten Teilen Asiens oder Lateinamerika sei der Insektenverzehr schon lange fester Bestandteil des Speiseplans und der mitteleuropäische Ekel vor Grillen und Ameisen lediglich anerzogen - er ließe sich überwinden, sobald keine Beinchen oder Fühler mehr zu sehen sind. Seit April gibt es in Rewe-Supermärkten in Deutschland die ersten Insekten-Burger zu kaufen: aus nachhaltig gezüchteten Buffalowürmern. Auch der Metro-Konzern testet den Verkauf von Nudeln aus Mehlwurm-Mehl. Beigemengt sind zehn Prozent gefriergetrocknete und gemahlene Käfer-Larven.

Donnerstag 17.5.2018
Deutschlandfunk: Aus Lockstoff wird Abwehrmittel – oder auch nicht

Pflanzenwirkstoffe – Pflanzen haben ihre ganz eigenen Strategien entwickelt, um ihre Fressfeinde fernzuhalten. Beispielsweise sondern sie Stoffe aus, die die Fressfeinde ihrer Fressfeinde anlocken. Diese Stoffe wären also ideal als Pflanzenschutzmittel. Doch wie Lucian Hass im Deutschlandfunk in der Sendung „Forschung aktuell“ berichtet, ist die Realität deutlich komplexer: Der Biologe Matthias Erb von der Universität Bern fand heraus, dass Raupen bereitwillig den Duftstoff Indol der Maispflanze aufnehmen. Dadurch verändert sich ihr eigener Duft so, dass sie für die Schlupfwespen, die die Maispflanze eigentlich als Schutz mit dem Indol anlocken wollte, nicht mehr interessant sind. Die Schlussfolgerung: Diese Duft- und Abwehrstoffe der Pflanzen sollten noch viel genauer erforscht werden, bevor man sie zur biologischen Schädlingsbekämpfung einsetzt. Schließlich könnten einzelne Duftstoffe – wie in diesem Fall Indol – unter Umständen sogar kontraproduktive Wirkungen haben.

Mittwoch 16.5.2018
Handelsblatt: Grünzeug statt Plastik

Verpackungsmaterialien – Der deutsch-kolumbianische Chef des Start-ups Biolutions, Eduardo Gordillo, will Verpackungen und Einweggeschirr aus Pflanzenresten herstellen. Mathias Peer berichtet im Handelsblatt über den Unternehmer und seine Vision. Zur Zeit erobert dieser mit seiner Produktionsanlage am Rand der indischen Metropole Bangalore den dortigen Markt: Ein indischer Online-Lebensmittelhändler sowie eine indische Kaffeehauskette zählen bereits zu seinen Kunden. 2019 möchte er das Konzept auch nach Deutschland bringen.

Dienstag 15.5.2018
Frankfurter Allgemeine Zeitung: Bauern setzen auf Fruchtfolge und Chemie

Landwirtschaft – Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, haben am 14. Mai mehrere Landwirtschaftsvereinigungen wie der Deutsche Bauernverband und der Zentralverband Gartenbau eine Strategie für einen zukunftsfähigen Ackerbau vorgestellt. Einige der formulierten Ziele: Fruchtfolgen und Zwischenfrüchte sollten den Humusgehalt der Böden wieder steigern und seltenere Früchte wieder häufiger gesät werden. Der Einsatz von Glyphosat gehört für die Verbände weiterhin dazu, künftig solle es aber auch noch weitere chemische Wirkstoffgruppen im Pflanzenschutz geben. Zudem plädieren die Verbänder dafür, wieder mehr mit Gülle - also organisch - zu düngen. Hierzu bedürfe es jedoch einer „Verbesserung der Transportwürdigkeit“ durch technische Aufbereitung sowie größere Güllelager.

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