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02.11.2020

Von Bodenpilzen und veganen Schuhen

Der kompakte Medienrückblick: Bodenpilze begünstigen Baumwachstum +++ Neue Algenzucht in Glewe +++ Sneaker aus Recyclingmaterialien +++ Singapurs grüne Hochhäuser

Samstag 31.10.2020
Frankfurter Allgemeine Zeitung: Dieser Schuh allein wird den Planeten nicht retten

Textilindustrie – Das Thema Nachhaltigkeit hat längst auch die Modebranche erreicht. Nicht nur kleine, sondern auch große Unternehmen wie Adidas setzen auf Recyclingmaterialien, um die Umwelt zu schonen. Wie Aylin Güler in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung  berichtet, setzt der Sportartikelhersteller bei der Neuauflage seines Sneaker-Klassikers Clean Classics zum Großteil auf recycelte Rohstoffe. So wird das Obermaterial zu 70% aus wiederverwerteten Materialien hergestellt, bei der Sohle kommt wiedergewonnener Gummi zum Einsatz, die Einlegesohlen werden wiederum aus recyceltem Ortholite oder aus Kork produziert, und die Schnürsenkel sind aus Papier. In keinem Produktionsschritt, so verspricht das Unternehmen, werden Materialien tierischen Ursprungs verwendet, weder für Klebstoffe noch für Farben. Mit der Entwicklung des veganen Schuhs will Adidas den ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich halten.

Donnerstag 29.10.2020
SWR2 Wissen: Singapur: Das grüne Hochhaus

Bauwesen -  Begrünte Fassaden, Hochhäuser mit Baumterrassen, Innenhöfe wie Regenwälder: Was wie Science Viction klingt, ist in Singapur bereits Realität. Wie Holger Senzel in SWR2-Wissen berichtet, macht die Tropenmetropole mit erstaunlich viel Grün auf sich aufmerksam. Hier ist es Pflicht, Orte der Natur mit Menschen zu schaffen. Bauherren, die im Stadtstaat Häuser bauen wollen, müssen demnach ebenso viel Fläche begrünen, wie sie bebauen wollen. Dieses grüne Stadtkonzept namens Biophilia rechnet sich auch für die Unternehmen. Denn Häuser mit integrierten Grünflächen zählen nicht zur Geschossfläche dazu. So können höhere Häuser gebaut werden, ohne mehr zu bezahlen. Und die derzeitigen Grünfläche von 120 Hektar soll in Singapur weiter ausgebaut werden.

Dienstag 27.10.2020
Süddeutsche Zeitung: Wie Bodenpilze den Wald klimafest machen

Ökologie – Wie kann man den Wald vor steigenden Temperaturen und Dürre schützen? Mit dieser Frage beschäftigen sich derzeit viele Forschende. Neben neuen Pflanzen, die dem Klimawandel trotzen, könnten auch Bodenpilze dabei eine wichtige Rolle spielen, wie Tina Baier in der Süddeutschen Zeitung berichtet. Die so genannten Mykorrhiza-Pilze, die Wurzeln fast aller Bäume umwachsen, versorgen diese mit Wasser und Nährstoffen. Das feine Geflecht der Pilzfäden würde den Boden viel besser durchdringen als es Baumwurzeln können, wie kanadische und deutsche Biologen nachweisen. Sie fanden heraus, dass Bäume umso schneller wachsen, je mehr Mykorrhiza-Pilze sie an ihren Wurzeln haben. Dieses Pilzgeflecht liefert selbst dann noch Wasser, wenn die Baumwurzeln keines mehr finden. Außerdem ist das Wurzelnetzwerk so weitläufig, dass es andere Bäume unterirdisch verbindet und Nährstoffe sowie Wasser austauschen kann. Untersuchungen in einem Douglasien-Wald in Kanada ergaben, dass Bäume mit vielen Pilzen auch schneller wachsen, was diese wiederum widerstandfähiger gegen Trockenheit machen und möglicherweise sogar vor dem Absterben schützen könnte.

Montag 26.10.2020
Focus: Nicht nur gesund, sondern gut für Umwelt: In deutscher Provinz wächst eine Wunderwaffe

Lebensmittel – Algen sind ein wichtiger Pfeiler, um die wachsende Weltbevölkerung auch künftig mit gesunden und nachhaltigen Lebensmitteln zu versorgen. Aber auch für Landwirtschaft und Medizin eröffnen die Winzlinge ganz neue Perspektiven. Einer der Pioniere der Algenzucht in Deutschland ist Jörg Ullmann. Der Biologe hat in Klötze in Sachsen-Anhalt seine erste Algenzucht aufgebaut. Im mecklenburgischen Neustadt Glewe betreut der Fachmann nun den Aufbau einer weiteren Anlage bei der Firma Dr. Eberhard Bioenergie GmbH Co. KG, wie das Nachrichtenmagazin Focus berichtet. In einem ehemaligen Gärtnerei-Großgewächshaus laufen derzeit die Vorbereitungen für eine industrielle Produktion von Algen für die Lebensmittelindustrie. Der hohe Energieaufwand zum Heizen der riesigen Becken wird hier aus Erdwärme gedeckt, der Strom kommt von eigenen Photovoltaikanlagen. Um die Algenkultivierung unter hochreinen Bedingungen zu gewährleisten, werden die Algen nicht mit Recycling-Nährstoffen, sondern mit mineralischem Stickstoffdünger gefüttert. Die Algenbauer in Glewe wollen nicht nur die Lebensmittelbranche beliefern, sondern auch die Pharmaindustrie.

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