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20.11.2017

Von Biolandbau und Insektenstatistik

Der kompakte Medienrückblick: Grüne Gentechnik +++ Belastbare Statistik zum Insektenschwund +++ Kann Biolandbau allein die Welt ernähren? +++ Lokale Lebensmittelkreisläufe

Samstag 18.11.2017
Neues Deutschland: Der Speiseplan von morgen

Lebensmittel – Die wissenschaftlichen Möglichkeiten, Organismen und Lebensmittel genetisch zu verändern, sind enorm. Mittels Gentechnik können Pflanzen resistent gegen Schädlinge oder Wetterextreme werden sowie ertragreicher werden. Doch was halten die potenziellen Kunden davon und wie könnten Skeptiker überzeugt werden? Diesen Fragen geht Bernd Schröder in der Tageszeitung Neues Deutschland nach, und berichtet von früheren Schwierigkeiten, die die Platzierung gentechnisch veränderter Lebensmittel am Markt erschweren. Denn viele Kunden sind noch immer skeptisch, was den Einfluß gentechnisch veränderter Lebensmittel auf die Gesundheit angeht. Hinzu kommen frühere, noch nicht realisierte Versprechen der Industrie, dass durch die Gentechnik der Pestizideinsatz in der Landwirtschaft deutlich verringert würde. Das Fazit des Autors: Auch wenn gentechnisch veränderte Nahrungsmittel die Chance bergen, dem Hunger in der Welt entgegenzuwirken, so müssen Wissenschaft und Markt auch dem Konsumenten entgegenkommen, um ihre Möglichkeiten tatsächlich alltagstauglich zu machen.

Donnerstag 16.11.2017
Frankfurter Allgemeine Zeitung: Insektensterben von 76,7 Prozent hält Prüfung stand

Biodiversität – Vor Kurzem sorgte eine Langzeitstudie von Krefelder Entomologen für großes Aufsehen, derzufolge in den letzten 28 Jahren die Fluginsektenpopulation in Deutschland um mehr als 75% geschrumpft ist. Neben dem großen Medienecho regten sich bald auch Zweifel an der Aussagekraft der Zahlen. Wie Jan Grossarth in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung berichtet, hatten zahlreiche Agrarjournalisten, Landwirtschaftsverbände, das Wirtschaftsforschungsinstitut RWI Essen sowie einige Blogger das Ausmaß des Insektenschwundes angezweifelt und die zu Grunde liegenden statistischen Methoden infrage gestellt. Fünf Autoren der Originalstudie meldeten sich nun zu Wort. Sie erklärten noch einmal, wie sie ihre Zahlen errechnet hatten und bestätigten ihre Ergebnisse.

Dienstag 14.11.2017
Spiegel Online: Kann Biolandbau die Menschheit ernähren?

Biolandbau – Wie kann eine wachsende Weltbevölkerung in Zukunft ernährt werden? Laut einer neuen Studie im Fachmagazin "Nature Communications" könnte dies sogar ausschließlich mit Biolandbau erreicht werden. Nadja Wolf berichtet auf Spiegel Online von den Veränderungen, die eintreten müssten um mit ökologischem Anbau und Landwirtschaft die gesamte Menschheit zu versorgen: So müsste beispielsweise weniger Fleisch verzehrt werden und weniger Nahrungsmittel weggeworfen und verschwendet werden. Durch den geringeren Fleischverbrauch könnten die Nutztiere auch ökologisch sparsamer ernährt werden und es würde mehr Ackerfläche für den Getreide- oder Gemüseanbau frei. Damit die Weltbevölkerung trotzdem satt wird, sollten außerdem Hülsenfrüchte mehr in den Vordergrund der alltäglichen Ernährung rücken, um den Protein- und Kalorienbedarf zu decken.

Montag 13.11.2017
Deutschlandfunk: Lokal produzieren, lokal kaufen – "Wir wollen regionalere Ernährungssysteme"

Lebensmittelversorgung – Lange Transportwege schaden nicht nur der Qualität von Lebensmitteln, sondern beeinträchtigen auch die Umwelt. Deshalb gibt es immer mehr Initiativen, Lebensmittel sowohl lokal zu produzieren als auch zu konsumieren. Jule Reimer spricht in der Deutschlandfunk-Sendung „Umwelt und Verbraucher“ mit Christine Pohl, die den Ernährungsrat Berlin vertritt. Städtische Ernährungsräte, also Zusammenschlüsse von Vertretern der Stadtverwaltung, der lokalen Wirtschaft, Ernährungsfachleuten und vielen mehr, treten dafür ein, Essen wieder zurück in die Regionen zu holen. Laut Pohl könne dies unter anderem über städtische Märkte und Direktvermarktungen passieren. Und da in solchen Systemen sowohl Transportwege als auch Zwischenhändler ausgespart würden, müssten Verbraucher auch nicht zwingend mit Preissteigerungen rechnen. Um flächendeckende Änderungen zu erreichen, würden sich die Ernährungsräte zudem gerne auch als Bundesnetzwerk organisieren.

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