Bioökonomie sichtbarer machen
Nachhaltigkeit genießt bei vielen Menschen einen hohen Stellenwert. Doch viele Innovationen, die durch Forscher aus Wissenschaft und Wirtschaft in der Bioökonomie erzeugt werden, sind für die breite Öffentlichkeit zu wenig sichtbar. Zu diesem Schluss kommt das europäische Konsortium BioSTEP, dessen Abschlusskonferenz mit 100 Bioökonomie-Experten am 22. Februar in Brüssel stattfand.
Schadstoffe im Wasser leichter abbauen
Elektronen, die sich in einer flüssigen Lösung befinden, sind hoch reaktiv und können Moleküle aufspalten. Sie dienen beispielsweise dem Abbau von Schadstoffen im Wasser. Um diese sogenannten hydratisierten Elektronen zu erzeugen, waren bislang hochenergetische Laserimpulse notwendig.
Schädliche Spuren von Pestiziden vorhersagen
Werden Pestizide im Freiland ausgebracht, gelangt immer ein Teil in den Boden und wird dort zersetzt. Dabei entstehen sogenannte nicht extrahierbare Rückstände, die sich aus dem Pestizid selbst, dessen Abbauprodukten und der am Abbau beteiligten Biomasse zusammensetzen. Weil die Abbauprodukte ökologisch problematisch sein können, ist es wichtig, deren Menge bestimmen zu können.
Tomatenvielfalt durch Züchtung
Ob rot oder gelb, klein oder groß: Jede Tomate hat seinen eigenen Geschmack. Dass die Frucht auf der Beliebtheitsskala ganz oben rangiert, ist nicht zuletzt dem Einfluss des Menschen zu verdanken. Die einst eher keine und wilde Beerenfrucht wurde bereits vor Urzeiten von den Maya domestiziert. Erst durch die Züchtung wurden die zum Teil bitteren und giftigen Inhaltsstoffe zurückgedrängt und aus den Beeren größere Früchte.
Viele Bakterien fressen Plastik
Polyethylenterephalat, besser bekannt als PET, ist einer der wichtigsten Kunststoffe weltweit. Nur ein geringer Teil der Produktion findet jedoch später den Weg ins Recycling – weit mehr Material landet in der Umwelt. Bis sich dort beispielsweise eine Flasche aus PET aufgelöst hat, dauert es nach Angaben des Umweltbundesamtes bis zu 450 Jahre. Bereits im Jahr 2016 fanden Forscher erstmals ein Bakterium, das in der Lage ist, den Kunststoff zu zersetzen.
Falsche Superfoods aufspüren
Seit Tausenden von Jahren wird bestimmten Pflanzen eine gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben. Zurzeit sind sogenannte Superfoods in Mode, vornehmlich exotische Früchte und Kräuter wie Chia-Samen, Moringa-Pulver, Açai- oder Goji-Beeren. Die Liste der Lebensmittel mit angeblichen Gesundheitsvorteilen wächst ständig. Konsumenten setzen gern auf solche „Superfoods“, denen oftmals stressmindernde, entschlackende oder das Immunsystem stärkende Eigenschaften zugeschrieben werden.
Binnengewässer vor Mikroplastik schützen
Mikroplastikteilchen machen auch vor Binnengewässern nicht Halt. Doch wie gelangen die winzigen Partikel in die Flüsse und Seen, wie gefährlich sind sie wirklich und wie können sie wieder entfernt werden? Diese und ähnliche Fragen will Christian Schaum in den kommenden drei Jahren beantworten.