Hitzestress-Toleranz von Gerste entschlüsselt

Gerste zählt weltweit zu den wichtigsten Getreidearten. Wie andere Nahrungspflanzen leidet jedoch auch Gerste unter zunehmend höheren Temperaturen. Wie sich diese wichtige Kulturpflanze besser gegen Hitzestress wappnen kann, zeigt nun ein Forschungsteam der Universität Potsdam und des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) Gatersleben. Im Rahmen einer Studie liefern die Forschenden innovative Ansätze, um die Hitzetoleranz der Pflanze weiter zu stärken und so deren Produktivität zu sichern.

Das Immunsystem von Pflanzen stärken

Um Pflanzen vor Schadinsekten und krankmachenden Viren, Bakterien und Pilzen zu schützen, werden bisher hauptsächlich synthetische Pestizide eingesetzt. Doch diese können der Umwelt, der biologischen Vielfalt und auch der menschlichen Gesundheit schaden, denn viele dieser Wirkstoffe unterscheiden nicht zwischen Schädlingen und Nützlingen und verlieren aufgrund auftretender Resistenzen bei den Zielorganismen ihre Wirkung.

Nachhaltige Torfproduktion im Schnellverfahren

Torf ist ein wichtiger Bestandteil von Pflanzensubstraten und dient vor allem im Gartenbau der Bodenverbesserung. Doch mit seinem Abbau werden wertvolle Moorgebiete zerstört und damit der darin zum Teil über Jahrtausende gebundene Kohlenstoff freigesetzt. Forschende des Leibniz-Instituts für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB) haben nun eine umweltfreundliche Alternative entwickelt und gleich zwei innovative Verfahren zur Herstellung von künstlichem Torf zum Patent angemeldet.

„Mit Urban-Farming und Urban-Mining lassen sich Win-Win-Effekte erzielen“

In vielen Städten werden Wasserressourcen zunehmend knapper, weil eine steigende Versiegelung, höhere Temperaturen und die wachsende Bevölkerung den natürlichen Wasserkreislauf stören und den Verbrauch gleichzeitig erhöhen. Mit dem Reallabor „Mobile Blau-Grüne Infrastruktur“ möchten Grit Bürgow und ihr Team diesem Trend etwas entgegensetzen. Sie machen städtisches Wasser wieder nutzbar – etwa für die Pflanzenzucht in sogenannten vertikalen Hydroponik-Farmen oder Schwammstadt-Gärten. Das Ziel: Klima, Lebensqualität und die städtische Atmosphäre verbessern.

Hochwertige Materialien aus biogenen Reststoffen

Obsttrester, Rapsstroh und Kartoffelschalen kommen in der Regel ins Tierfutter. Für die Bioökonomie sind diese Reststoffe jedoch längst kostbare Rohstoffe, die sowohl stofflich als auch energetisch genutzt werden. Im Projekt BIOWIN wollen Nachwuchsforschende der TU Bergakademie Freiberg diese bislang in Sachsen unzureichend genutzten biogenen Reststoffe aus Land- und Forstwirtschaft stofflich aufwerten und in innovative, polymerbasierte Materialien verwandeln.