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10.12.2018

Von Löwenzahn-Reifen und Plastik-Muscheln

Der kompakte Medienrückblick: Autoreifen aus Löwenzahn +++ Muscheln nach kurzer Zeit voller Mikroplastik +++ Mit Pflanzenkohle gegen den Klimawandel +++ In Zukunft weniger Fleisch essen

Freitag 7.12.2018
Frankfurter Allgemeine Zeitung: Löwenzahn für den Autoreifen

Automobilindustrie – Der Gummi in Autoreifen besteht meist aus Kautschuk, der zum größten Teil vom Kautschukbaum Hevea Brasiliensis stammt. Doch der Anbau ist umstritten, da in Südostasien dafür teils Regenwälder abgeholzt werden und der Anbau mit landwirtschaftlichen Flächen zur Erzeugung von Lebensmitteln konkurriert. Christian Müßgens berichtet in der FAZ über eine ökologische Alternative: Kautschuk aus der Wurzel des Russischen Löwenzahns. Der Autozulieferer Continental arbeitet hier seit Jahren mit Partnern aus der Forschung an einer entsprechenden Technologie, unterstützt vom Bundesforschungsministerium. Die Autoreifen aus Löwenzahn wurden sogar schon auf ihre Sicherheit geprüft und für gut befunden. Von einer Massenproduktion ist die Entwicklung allerdings noch weit entfernt. Der Grund: Es fehlt an Landwirten, die den Russischen Löwenzahn anbauen. Außerdem muss die Ernteausbeute durch die Zucht ertragreicher Löwenzahnpflanzen noch gesteigert werden. Und auch die Extraktion des Kautschuks ist noch zu optimieren. Continental ist dennoch optimistisch, dass der Löwenzahn schon in wenigen Jahren einen „erheblichen Anteil“ des Kautschukbedarfs für Autoreifen decken wird.

Donnerstag 6.12.2018
taz: Pflanzenkohle als Retter

Klimawandel – Aktuell wird diskutiert, die globale Erwärmung aufzuhalten oder dadurch zu minimieren, dass große Mengen an Kohlendioxid aus der Atmosphäre entfernt werden. Die taz berichtet über entsprechende Vorschläge des Weltklimarates IPCC. Eine Möglichkeit wäre, die Verbrennung von Biomasse in industriellen Prozessen mit anschließender Abscheidung und Speicherung des dabei entstehenden CO2. Mit anderen Worten: aus Biomasse soll Pflanzenkohle werden. Davon würden laut IPCC sowohl Biodiversität, Bodenfruchtbarkeit und auch die lokale Ernährungssicherheit profitieren. Bei der Herstellung der Pflanzenkohle werden Holz, Zweige, Erntereste und vieles mehr bei hohen Temperaturen verkohlt. Ein Kilogramm Pflanzenkohle bindet den Kohlenstoff aus drei Kilogramm CO2. Und diePflanzenkohle kann nicht nur dem Humusverlust entgegenwirken, sondern auch Lachgas und Methan aus der Atmosphäre binden. Auch als Futtermittelzusatz kann die Pflanzenkohle genutzt werden. Sie verbessert die Gesundheit der Tiere und reduziert deren Methan-Emissionen. Nur ein Prozent Pflanzenkohle im Tierfutter könnte laut IPCC weltweit 1,2% der Treibhausgase kompensieren.

Donnerstag 6.12.2018
Spiegel Online: Wie sich Plastik in Jakobsmuscheln ansammelt

Mikroplastik – Die Umweltverschmutzung durch Mikroplastik ist derzeit überall ein Thema. Erst kürzlich konnten Forscher Mikroplastik im Stuhl von Menschen nachweisen und dadurch belegen, dass die Kleinstteile auch in unseren Körper gelangen. Die gesundheitlichen Folgen sind noch nicht geklärt. Doch wie nehmen wir die Teilchen auf? Beispielsweise über die Ernährung. Jörg Römer berichtet für Spiegel Online über eine Studie britischer Forscher, die anhand einer Unterart der Jakobsmuscheln untersucht haben, wie sich die Plastikpartikel in den Mollusken anreichern. Den Forschern zufolge sammelten sich bereits innerhalb weniger Stunden Milliarden von Partikeln mit einem Durchmesser von 250 Nanometern im Darm der Jakobsmuscheln an. Etliche noch kleinere Teilchen fanden sie auch in den Nieren der Tiere. Diese winzigen Nanopartikel blieben bis zu 48 Tage in den Muscheln, wie die Forscher beobachtet haben.

Mittwoch 5.12.2018
Deutschlandfunk: Wie die Welt in Zukunft ernährt werden kann

Landwirtschaft – Im polnischen Kattowitz beraten derzeit Experten aus aller Welt, wie der Klimawandel noch aufgehalten oder zumindest verlangsamt werden kann. Im Fokus steht dabei vor allem die Verringerung von klimaschädlichen Treibhausgasen wie Kohlendioxid, Methan oder Lachgas. Das Problem: Einer der größten Treibhausgasproduzenten ist die Landwirtschaft, die die Weltbevölkerung mit Nahrungsmitteln versorgt. Georg Ehring berichtet im Deutschlandfunk in der Sendung „Wirtschaft und Gesellschaft“ über eine neue Studie, die in Kattowitz vorgestellt wurde. Laut der Studie spielen vor allem zwei Faktoren eine essentielle Rolle, um die Landwirtschaft klimaverträglicher zu gestalten: Konsumenten sollten demnach ihren Fleischkonsum minimieren, und der Anbau von Nutzpflanzen wie Getreide muss effektiver werden, damit größere Ernteerträge auf kleineren Feldern erbracht werden.

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