Kreativer Nachwuchs für die Bioökonomie gesucht

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt seit mehreren Jahren junge Forschende dabei, mit eigenen Arbeitsgruppen innovative Ideen zu verwirklichen. Ziel ist, die Bioökonomie neu und noch nachhaltiger zu gestalten. Für die Realisierung der Bioökonomie ist Forschung, die einen Weg in die Anwendung findet, essenziell. Daher beschränkt sich die Förderung nicht nur auf die Forschung in Universitäten und Forschungseinrichtungen. Auch die Wirtschaft wird explizit angesprochen.

Großprojekt zur Renaturierung der Moore gestartet

Eine Fläche von 200 Hektar und eine mögliche Einsparung von 3.400 Tonnen CO₂: Dieses ambitionierte Ziel verfolgt das Projekt MooReturn, das im Januar an der Mecklenburgischen Seenplatte gestartet ist. Erreicht werden soll es durch die großflächige Wiedervernässung von Moorflächen, durch den Anbau von Paludikultur sowie die stoffliche und energetische Verwertung und Vermarktung der hier angebauten Rohstoffe.

„Wir entwickeln Prozesse für Fleischproduktion im Labor“

Aspekte wie Tierwohl und Umweltschutz spielen beim Kauf von Fleischprodukten eine immer größere Rolle. Mit Hochdruck wird gegenwärtig an sogenanntem Laborfleisch geforscht, das sowohl geschmacklich als auch von der Struktur her mit dem tierischen Original mithalten kann. Im Labor kultiviertes Fleisch wird mithilfe biotechnologischer Verfahren aus Stammzellen tierischer Muskelzellen gewonnen und in einem Nährmedium kultiviert. Doch die Vorbehalte gegen zellbasiertes Fleisch sind noch immer groß.

Aufwind für Insektenzucht in Gießen

Mit dem LOEWE-Zentrum für Insektenbiotechnologie und Bioressourcen hat sich die Stadt Gießen zu einem weltweit führenden Standort für Insektenbiotechnologie entwickelt. Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME und der Justus-Liebig-Universität forschen hier gemeinsam an biotechnologischen Methoden, um neue Produkte aus Insekten zu entwickeln. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt dabei auf nachhaltigen, Insekten-basierten Technologien für die zirkuläre Bioökonomie.

Biobasiertes Klebstoffsystem für Holzfaserplatten

Holz ist begehrter Werkstoff und wird vielseitig eingesetzt. Auch die Bauindustrie setzt zunehmend auf den nachwachsenden und oft regional verfügbaren Rohstoff, um klimafreundlicher zu werden. So werden beispielsweise Wandpaneele oder Trägermaterialien für Fußbodenplatten aus mitteldichten Faserplatten (MDF) hergestellt. Bisher werden diese Faserplatten jedoch mit einem Bindemittel verklebt, das Formaldehyd enthält – ein stechend riechender Stoff, der Krebs erzeugen kann.

Projekt Eaden sichert sich Millionen für Markteinführung

Fleischersatzprodukte auf Pflanzenbasis wie Soja, Mandel oder Weizen liegen im Trend und sind mittlerweile in vielen Supermärkten zu finden. Project Eaden hat es sich zur Aufgabe gemacht, pflanzliche Fleischersatzprodukte herzustellen, die auch hinsichtlich Textur und Optik mit dem tierischen Original mithalten können. Dafür nutzt das Berliner Foodtech-Start-up eine Fasertechnologie, die sich auch in der Textilherstellung bewährt hat.

Textilbeschichtungen aus Lignin

Die Textilindustrie steht vor der Herausforderung, nachhaltiger und umweltfreundlicher zu werden. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach Funktionstextilien, deren Herstellung jedoch oft mit dem Einsatz schädlicher Chemikalien verbunden ist. Diese belasten nicht nur Umwelt und Gesundheit, sondern erschweren auch das Recycling.