„Wir entwickeln Prozesse für Fleischproduktion im Labor“

Aspekte wie Tierwohl und Umweltschutz spielen beim Kauf von Fleischprodukten eine immer größere Rolle. Mit Hochdruck wird gegenwärtig an sogenanntem Laborfleisch geforscht, das sowohl geschmacklich als auch von der Struktur her mit dem tierischen Original mithalten kann. Im Labor kultiviertes Fleisch wird mithilfe biotechnologischer Verfahren aus Stammzellen tierischer Muskelzellen gewonnen und in einem Nährmedium kultiviert. Doch die Vorbehalte gegen zellbasiertes Fleisch sind noch immer groß.

Aufwind für Insektenzucht in Gießen

Mit dem LOEWE-Zentrum für Insektenbiotechnologie und Bioressourcen hat sich die Stadt Gießen zu einem weltweit führenden Standort für Insektenbiotechnologie entwickelt. Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME und der Justus-Liebig-Universität forschen hier gemeinsam an biotechnologischen Methoden, um neue Produkte aus Insekten zu entwickeln. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt dabei auf nachhaltigen, Insekten-basierten Technologien für die zirkuläre Bioökonomie.

Biobasiertes Klebstoffsystem für Holzfaserplatten

Holz ist begehrter Werkstoff und wird vielseitig eingesetzt. Auch die Bauindustrie setzt zunehmend auf den nachwachsenden und oft regional verfügbaren Rohstoff, um klimafreundlicher zu werden. So werden beispielsweise Wandpaneele oder Trägermaterialien für Fußbodenplatten aus mitteldichten Faserplatten (MDF) hergestellt. Bisher werden diese Faserplatten jedoch mit einem Bindemittel verklebt, das Formaldehyd enthält – ein stechend riechender Stoff, der Krebs erzeugen kann.

Projekt Eaden sichert sich Millionen für Markteinführung

Fleischersatzprodukte auf Pflanzenbasis wie Soja, Mandel oder Weizen liegen im Trend und sind mittlerweile in vielen Supermärkten zu finden. Project Eaden hat es sich zur Aufgabe gemacht, pflanzliche Fleischersatzprodukte herzustellen, die auch hinsichtlich Textur und Optik mit dem tierischen Original mithalten können. Dafür nutzt das Berliner Foodtech-Start-up eine Fasertechnologie, die sich auch in der Textilherstellung bewährt hat.

Textilbeschichtungen aus Lignin

Die Textilindustrie steht vor der Herausforderung, nachhaltiger und umweltfreundlicher zu werden. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach Funktionstextilien, deren Herstellung jedoch oft mit dem Einsatz schädlicher Chemikalien verbunden ist. Diese belasten nicht nur Umwelt und Gesundheit, sondern erschweren auch das Recycling.

Fleischersatz

Zusammen mit einer Brauerei hat ein Schweizer Unternehmen eine Fleischalternative aus regionalen Rohstoffen entwickelt: In einem innovativen Verfahren entstehen aus Biertreber, die beim Brauen anfallen, Nahrungsmittel. 

Biokunststoff aus Brotresten

FermBioPol fermentiert Brot- und Teigreste zu Bausteinen für Biokunststoff, wie die Milchsäure. Ziel der Projektpartner PFI und Rampf ist es, durch nachhaltigen Kunststoff künftig Millionen Tonnen an erdölbasiertem Plastik ersetzen zu können. Das Forschungsprojekt ist Teil des Verbunds "Waste2Value - Mikroorganismen verändern die Westpfalz".

Neue Biomoleküle in Algen aufspüren

Algen sind Überlebenskünstler und Multitalente mit großem Potenzial für die Bioökonomie: Sie liefern nicht nur wichtige Inhaltsstoffe für Pharma-, Kosmetik- und Lebensmittelindustrie. Auch als Klärwerker, Kohlendioxidverwerter und alternative Rohstoffquelle für Treibstoffe haben sich die grünen Winzlinge bewährt. Noch ist das Potenzial von Algen allerdings nicht ausgeschöpft. Forschende der Universität Duisburg-Essen (UDE) wollen mithilfe der Infrarot-Spektroskopie herausfinden, welche Biomoleküle von den Algen genau produziert werden.