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05.06.2020

Mehr Forschung zum Schutz der Artenvielfalt

Das Bundesforschungsministerium stellt 25 Mio. Euro bereit, um Projekte zum Erhalt der Biodiversität voranzubringen.

Können artenreiche Wiesen zugleich Weidegründe sein? Auch das soll die Forschungsinitiative klären.
Können artenreiche Wiesen zugleich Weidegründe sein? Auch das soll die Forschungsinitiative klären.
Quelle: 
silviarita/Pixabay; CC0

„Der Rückgang der Artenvielfalt und intakter Ökosysteme in Deutschland ist besorgniserregend.“ Mit diesen Worten brachte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek eine Entwicklung auf den Punkt, gegen den sich das Bundesforschungsministerium mit einer Initiative zum Erhalt der Artenvielfalt stemmt. Anlässlich des Internationalen Tages der biologischen Vielfalt stellt das Ministerium nun weitere 25 Mio. Euro für Forschungsprojekte zum Schutz der Biodiversität zur Verfügung.

19 Forschungsprojekte gefördert

Die Initiative fördert daher 19 Forschungsprojekte, die sich mit neuen Bewirtschaftungsmethoden und Naturschutzmaßnahmen befassen. Die Projekte beginnen mit einer einjährigen Konzeptphase, in der die Wissenschaftler eruieren wollen, wie die Artenvielfalt geschützt beziehungsweise wiederhergestellt werden kann. Um den Praxisbezug sicherzustellen, wirken in den Projekten zahlreiche Partner außerhalb der Forschung mit, darunter aus Industrie, Handel, Landwirtschaft, aber auch Kommunen, öffentlichen Verwaltungen und Vertreter der Zivilgesellschaft.

Landwirtschaft, Baustoffindustrie, Renaturierung

Drei Themenbereiche bilden die Schwerpunkte der Projekte. Dazu zählt die Landwirtschaft als größter Verursacher des Artenverlusts in Deutschland. Die Wissenschaftler untersuchen beispielsweise, wie Grünlandflächen zugleich artenreich sein können und trotzdem als Weiden fungieren und wie Ökosystemleistungen wirtschaftlich berücksichtigt werden können. Ein zweites großes Feld bilden die Renaturierung von Gewässern und die Wiederherstellung von Waldgebieten, verbunden mit der Frage, wie die so geschaffenen Ökosysteme auch ökonomisch genutzt werden können. Der dritte Schwerpunkt betrifft die Baustoffindustrie, die bei der Entnahme der Rohstoffe die Ökosysteme schädigt.

Ökosysteme ökonomisch bewerten

Die Forschung könne die Leistung der Artenvielfalt und der Ökosysteme verdeutlichen, sagt Karliczek, „zum Beispiel mittels belastbarer Bewertungsmodelle, mit denen die ökologischen Kosten von Zerstörung zweifelsfrei abgebildet werden“. Damit werde es für Unternehmen einfacher, bei unternehmerischen Entscheidungen dem Erhalt der Artenvielfalt ein stärkeres Gewicht zu verleihen.

bl

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