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03.01.2017

Lebende Schäume für die Medizin

Mit 1,5 Mio. Euro unterstützt die Volkswagenstiftung die Erforschung neuer Biomaterialien. Lebende Schäume sollen dabei die Wundheilung beschleunigen.

Die Geschäftsstelle der VolkswagenStiftung in Hannover-Döhren.
Die Geschäftsstelle der VolkswagenStiftung in Hannover-Döhren.
Quelle: 
VolkswagenStiftung

Im Grenzbereich von Natur- und Lebenswissenschaften haben sich in den vergangenen Jahren neue Forschungsbereiche etabliert, um den Prinzipen des Lebens auf den Grund zugehen. Auf dem Feld der Synthetischen Biologie versuchen beispielsweise Biologen, Physiker, Chemiker und Ingenieure gemeinsam synthetische Zellen zu konstruieren, um so deren Funktionen nachzuahmen und grundlegende Prozesse des Lebens besser verstehen zu können.

Neue Lebende Schäume für die Medizin

Auf diesem noch jungen Forschungsfeld bewegt sich auch das Projekt „Living Foams“. Darin wollen Wissenschaftlern der Universitäten Göttingen und Heidelberg lebende Schäume erforschen. Mit einer Förderung durch die Volkswagenstiftung in Höhe von 1,5 Mio. Euro ist die Arbeit der Projektgruppe für weitere fünf Jahre gesichert. Das Projekt „Living Foams“ wird im Rahmen der 2015 gestarteten Förderinitiative „Leben? – Ein neuer Blick der Naturwissenschaften auf die grundlegenden Prinzipien des Lebens“ von der privaten Stiftung ab Januar 2017 finanziert.

Wundheilung beschleunigen

„Ziel des Göttinger und Heidelberger Vorhabens ist es, neuartige lebende Schäume zu entwickeln, die Gewebestrukturen ersetzen beziehungsweise in ihrer Funktion sogar ergänzen können“, erklärt Projekt-Koordinator Andreas Janshoff vom Institut für Physikalische Chemie der Universität Göttingen. Diese Schäume basieren auf an Zellen angelehnte Kompartimente, die lebenden Zellen ähneln und somit verschiedenste Funktionen ausüben können. Diese neuartigen, klebenden Schäume könnten beispielsweise in der Medizin Heilungsprozesse deutlich verbessern, wie Eberhard Bodenschatz vom Institut für Nichtlineare Dynamik der Universität Göttingen und Direktor am Göttinger Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation (MPIDS) erklärt. „So ist beispielsweise denkbar, dass zukünftig Knochenbrüche und Wundverschlüsse durch die Verwendung von lebenden Schäumen auf Basis hochvernetzter, kommunizierender Riesenliposomen substanziell beschleunigt werden können und das Infektionsrisiko bei Wundheilungsprozessen gesenkt wird“.

Grafik lebender Schäume
Quelle: 
Dr. Tabea Oswald

Schematische Darstellung lebender Schäume basierend auf funktionalen Riesenliposomen, die verschiedene Proteine zur Kommunikation und Anhebung untereinander sowie zur individuellen Kontraktion tragen.

Leben besser verstehen

Die Förderinitiative „Leben? – Ein neuer Blick der Naturwissenschaften auf die grundlegenden Prinzipien des Lebens“ der Volkswagenstiftung wurde im Jahr 2015 gestartet. Das Ziel: fundamentale Prinzipien des Lebens mit Forschungsprojekten an der Schnittstelle zwischen Natur- und Lebenswissenschaften besser zu verstehen und damit neue Perspektiven in Ergänzung zu philosophischen Aussagen über das Leben zu eröffnen. Mit einem Stiftungskapital von 2,9 Milliarden Euro ist die Volkswagenstiftung die größte private Wissenschaftsförderin in Deutschland eine der Größten in Europa. Mehr als 30.000 Projekte mit einem Fördervolumen von etwa 4,2 Milliarden Euro wurden seit ihrer Gründung 1961 unterstützt.

bb

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