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19.03.2018

Aromatischere Erdbeeren dank Insekten

Erdbeeren schmecken besser, wenn ihre Blüten von Insekten bestäubt werden. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie Göttinger Forscher, die verschiedene Bestäubungsvarianten getestet haben.

Erdhummel bei der Bestäubung einer Erdbeerblüte.
Erdhummel bei der Bestäubung einer Erdbeerblüte.
Quelle: 
Alexander Wietzke

Insekten sind bekannterweise natürliche landwirtschaftliche Helfer und für den Fortbestand diverser Pflanzen überlebenswichtig. Vor allem bei Kulturfrüchten wie Erdbeeren, Äpfel oder Raps sorgen die fliegenden Bestäuber für deutlich bessere Erträge. Dass Biene, Hummel und Co. auch den Fruchtgeschmack beeinflussen, zeigt eine aktuelle Studie von Forschern der Universität Göttingen. Ein interdisziplinäres Forscherteam hat darin erstmals untersucht, welchen Einfluss die Insektenbestäubung auf die hormonellen Prozesse der Pflanze während der Fruchtentwicklung und damit auch auf die Fruchtqualität und Vermarktung hat.

Bestäubungsvarianten im Vergleich

Dafür hat das Göttinger Team verschiedene Bestäubungsvarianten an Erdbeeren getestet. Neben der Bestäubung durch Insekten wurde die sogenannte Selbstbestäubung durch Blütenpollen, die Handbestäubung durch den Menschen usowie die offene Bestäubung untersucht, bei der die Pollenübertragung entweder durch Insekten und in geringeren Anteilen auch durch den Wind erfolgt.

Früchte aus Insektenbestäubung punkten bei Ertrag und Qualität

Wie die Forscher im Fachjournal „Agriculture, Ecosystems & Environment“ berichten, waren Ertrag und Fruchtgemack der Erdbeeren bei den insektenbestäubten Sorten die klaren Sieger. Ihre Früchte waren nicht nur wohlgeformt, schwer und großer. Sie wiesen somit auch einen um 92% gesteigerten Handelswert auf, wie es in der Studie heißt. Bei der Selbstbestäubung hingegen waren die Erdbeeren nicht nur wesentlich kleiner und leichter, sondern zu 90% auch deformiert, was ihren Handelswert deutlich minderte. Früchte aus  Hand- und offene Bestäubung wiesen zur Insektenbestäubung jedoch kaum Unterschied auf. „Insekten- und Handbestäubung führte zudem, wie anhand des Zucker-Säure-Verhältnisses nachgewiesen wurde, zu einem sortenspezifischeren Verhältnis von Geschmackskomponenten in der Frucht“, sagt Inga Smit, Co-Autorin.

Mehr Phytohormone sorgen für besseren Geschmack 

Dass die von Insekten und Hand bestäubten Erdbeeren eine deutlich bessere Fruchtqualität besaßen, führen die Forscher auf einen verbesserten und gleichmäßigeren Bestäubungserfolg zurück. Dieser deutlich bessere Fruchtansatz zeigte sich durch eine erhöhte Produktion des Phytohormons Indol-3-Essigsäure. Dieses Hormon ist maßgeblich für die Fruchtentwicklung der Erdbeere und vieler anderer Früchte verantwortlich. „Die natürliche Bestäubungsleistung in unseren Agrarökosystemen – welche insbesondere durch Insekten erbracht wird –, ist daher essentiell, um Ernte- und Qualitätsverluste zu verhindern und der global steigenden Lebensmittelnachfrage gerecht werden zu können“, betont Eder rstautor der Studie, Alexander Wietzke. Mit der Studie machen die Göttinger Forscher erstmals deutlich, welchen besonderen Einfluss die natürliche Bestäubung der Insekten auf die sogenannten phytohormonellen Prozesse der Frucht, also deren Geschmacksausprägung hat.

bb

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