Glossar

Kaskadennutzung

ein- oder mehrfache stoffliche Nutzung eines Rohstoffs in Produkten (z. B. durch Papier-Recycling) sowie abschließende energetische Nutzung.

Klimawandel

durch den Menschen verstärkter natürlicher Prozess, bei dem atmosphärische Gase und Wolken die langwellige Rückstrahlung der Sonneneinstrahlung reflektieren und absorbieren und so eine Temperaturerhöhung nahe der Erdoberfläche bewirkt wird. In seiner aktuellen Geschwindigkeit bedroht er unter anderem die Artenvielfalt und die Ernährungssicherheit.

Kohlenstoffdioxid (CO₂)

Kohlenstoffdioxid, auch Kohlendioxid genannt, ist ein natürlich vorkommendes Gas, das unter anderem auch bei Verbrennungsprozessen entsteht und als wichtiges Treibhausgas gilt. Für die klimaneutrale Wirtschaft wird es jedoch nicht nur als Emission betrachtet, sondern auch als potenzielle Rohstoffquelle für chemische Produkte genutzt.

Kohlenstoffsenke

System, das mehr Kohlenstoff aufnimmt, als es abgibt. Die wichtigsten natürlichen Kohlenstoffsenken sind Böden, Wälder und Ozeane. Natürliche Senken binden mit schätzungsweise 9,5 bis 11 Gigatonnen CO2  pro Jahr – ein Viertel der anthropogenen Emissionen.

Konsistenz

Strategie, die auf eine naturangepasste Gestaltung von Stoffströmen und Ressourcennutzung abzielt. Konsistenz im Kontext der Bioökonomie zielt auf naturnahe Technologien, Verfahren und Systeme, etwa ökologischen Landbau, Unkrautregulierung durch Feldrobotik, Wiederaufforstung von Mischwäldern oder Renaturierung von Mooren.

Kontinuierliche Kultivierung

Bei der kontinuierlichen Kultivierung von Mikroorganismen werden Nährstoffe zugeführt und Produkte gleichzeitig entnommen, sodass der Prozess theoretisch dauerhaft laufen kann, in der Regel jedoch aufgrund evolutionärer Prozesse langsam abnimmt.

Konvergenz

Der Begriff Konvergenz - im Sinne konvergierender Technologien - bezeichnet das Zusammenwachsen verschiedener Technologien oder Wissensbereiche. Häufig sind daran Querschnittstechnologien wie Nano-, Bio- und Informationstechnologien beteiligt.

Koppelproduktion

gleichzeitige Herstellung mehrerer Produkte in einem einzigen Produktionsprozess.


Kreislaufwirtschaft

In einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft sollen Materialien und Stoffe so eingesetzt werden, dass sie über einen möglichst langen Zeitraum in Produkten Nutzen stiften, für zukünftige Produktionsprozesse zurückgewonnen werden und somit nicht als Abfälle unwiederbringlich verloren gehen können.

Kreuzungszüchtung

Klassisches Verfahren der Pflanzenzüchtung, bei dem zwei Pflanzen mit unterschiedlichen gewünschten Eigenschaften miteinander gekreuzt werden. Ziel ist es, Nachkommen zu erhalten, die die vorteilhaften Merkmale beider Elternlinien vereinen. Die geeigneten Pflanzen werden über mehrere Generationen selektiert und stabilisiert.

Kurzumtriebsplantage

Acker, auf dem schnellwachsende Hölzer wie Pappeln und Weiden angebaut werden. Diese Dauerkulturen sind nach wenigen Jahren erntereif.

Leistungsmerkmale

Messbare Eigenschaften von Pflanzen, die für die Züchtung relevant sind, beispielsweise Ertrag, Krankheitsresistenz, Qualität oder Stresstoleranz.

Life Cycle Assessment (LCA)

Verfahren zur Bewertung der Umweltwirkungen eines Produkts/einer Dienstleistung unter Einbeziehung aller Stadien des jeweiligen Lebenszyklus, von der Rohstoffgewinnung über die Produktion, den Verkauf, die Anwendung bis hin zur Entsorgung oder Wiederverwendung (cradle-to-grave). Eingeschränkte Varianten sind cradle-to-gate, also bis ein Produkt den Hersteller verlässt, und gate-to-gate, wo nur ein einzelner Wertschöpfungsschritt des Lebenszyklus' betrachtet wird. Nahezu synonym zu Ökobilanz.

Lignin

Lignine sind Stoffe, die in der pflanzlichen Zellwand als Gerüstsubstanzen eingelagert sind. Aus chemischer Sicht ist Lignin ein komplexes Biopolymer, das aus aromatischen Grundbausteinen zusammengesetzt ist. Besonders ligninreich sind verholzte Pflanzenteile.

Lignocellulose

hochmolekularer „Verbundwerkstoff“ aus den drei Naturstoffen Cellulose, Hemicellulose und Lignin, Bestandteil der Zellwände verholzter Pflanzen.

Makroalgen

Mit bloßem Auge sichtbare Algen, die vor allem in Meeren und Küstengewässern vorkommen. Zu ihnen zählen Grün-, Braun- und Rotalgen. Makroalgen können als Nahrungsmittel, Futtermittel, Rohstoff für biobasierte Produkte oder zur Gewinnung bestimmter Inhaltsstoffe genutzt werden.

Metabolismus

Mit Metabolismus wird der Stoffwechsel bezeichnet. Er umfasst den chemischen Abbau (Katabolismus) und und den Aufbau (Anabolismus) zelleigener Substanzen, die für das Überleben des Organismus oder der Zelle notwendig sind. 

Metagenom

Als Metagenom bezeichnet man die Gesamtheit der Genom-Information der Mikroorganismen einer bestimmten Lebensgemeinschaft (Biozönose) oder eines Biotops.

Mikroalgen

mikroskopisch kleine, meist einzellige Organismen, zu denen alle Kieselalgen und Cyanobakterien (Blaualgen), viele Grünalgen, aber auch einige Rotalgen gehören.   Sie leben im Salz- und oder Süßwasser. Ihre Energie gewinnen sie, indem sie per Photosynthese Sonnenlicht und CO2 in organische Verbindungen umwandeln. Mikroalgen vermehren sich schnell und sind sehr produktiv, weshalb sie zur Gewinnung von Farbstoffen, Vitaminen und Nahrungsergänzungsmitteln, Substanzen für den Einsatz in der Kosmetik sowie Biokraftstoffen und Biogas, Düngemitteln und Fischfutter eingesetzt werden.

Mikrobiom

die Gesamtheit aller Mikroorganismen, die einen Lebensraum bewohnen. Das kann der menschliche Darm, die Mundhöhle sein oder die Wurzel von Pflanzen. Im engeren Sinne ist das Mikrobiom die gesamte Erbinformation (Genome) sämtlicher Mikroorganismen, die in einen Lebensraum vorkommen. Die Gesamtheit der lebenden Mikroorganismen wird hingegen als Mikrobiota bezeichnet.