Glossar

E. coli

E. coli ist die Kurzbezeichnung für das natürlich im Darm vorkommende Bakterium Escherichia coli. Diese Bakterienart wird bevorzugt in der molekularbiologischen Forschung und für  biotechnologische Anwendungen wie die Arzneiproduktion genutzt, da es gut erforscht ist und beim Menschen keine Allergien verursacht.

Effizienz

Strategie, die auf das Erbringen einer Produktionsleistung oder Dienstleistung mit möglichst geringem Material- und Energieeinsatz abzielt. Effizienz steht im Kontext der Bioökonomie für die Steigerung der Produktivität bei der Nutzung von biogenen Ressourcen. Hierbei geht es vor allem um eine Prozess-, Nährstoff- und Ertragsoptimierung. Auch Ansätze wie Langlebigkeit, Vielfachnutzung und Recycling gehören zu den Effizienzstrategien.

Elektrolyse

Ein chemischer Prozess, bei dem elektrischer Strom verwendet wird, um eine chemische Verbindung in ihre Bestandteile zu zerlegen. Zum Beispiel kann Wasser durch Elektrolyse in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten werden.

Energiepflanzen

Pflanzen, die für die Bioenergiegewinnung angebaut und genutzt werden. Neben Mais sind das Raps, Getreide und Zuckerrübe sowie Pappeln, die Durchwachsene Silphie oder Wildpflanzen.

Enzym

Ein Enzym ist ein komplexes Eiweißmolekül, das als Beschleuniger biochemischer Reaktionen wirkt. Deswegen werden Enzyme auch als Biokatalysatoren bezeichnet. Der überwiegende Teil biochemischer Reaktionen in lebenden Systemen wird von Enzymen umgesetzt und gesteuert. Enzyme gehen sehr spezifisch zu Werke – ein einzelnes Enzym katalysiert in der Regel nur eine einzige Reaktion und es setzt nur ein ganz bestimmtes Molekül um. Das macht Enzyme zu biologischen Spezialwerkzeugen.

Enzym-Engineering

Enzym-Engineering bezeichnet die gezielte Veränderung von Enzymen, um ihre Eigenschaften wie Stabilität, Aktivität oder Substratspezifität zu verbessern. Dadurch können biokatalytische Prozesse effizienter gemacht werden. 

Feinchemikalien

sind Substanzen mit einem hohen Reinheitsgrad, wie sie etwa bei Wirkstoffen in der pharmazeutischen Industrie benötigt werden.

Fermentation

Die Fermentation bezeichnet in der Biotechnologie die Umsetzung von biologischen Materialien mit Hilfe von Bakterien, Pilz-oder Zellkulturen oder durch Zusatz von Enzymen.

Fermenter

Fermenter ist eine andere Bezeichnung für Bioreaktor.

Fruchtfolge

die zeitliche Abfolge der Nutzpflanzen, die auf einer landwirtschaftlichen Fläche angebaut werden. Ein geordnetes zeitliches Nacheinander verschiedener Nutzpflanzenarten erhält die Bodenfruchtbarkeit, sorgt für gesunde Pflanzen und verhindert die Ausbreitung von Schädlingen.

Fungizid

Substanz, die Pilze oder deren Sporen abtötet oder ihre Entwicklung hemmt. Fungizide werden in der Landwirtschaft, der Lebensmitteltechnologie, der Medizin und im Bautenschutz genutzt.

Funktionelle Lebensmittel

Lebensmittel mit funktionellen Zutaten, die eine 
gesundheitsfördernde Wirkung haben.

Fußabdrücke

Sogenannte Fußabdrücke dienen in der Nachhaltigkeitsforschung als Indikatoren für den Ressourcenverbrauch und die Klimabelastung. Ein Treibhausgas-Fußabdruck bezeichnet zum Beispiel die Gesamtmenge an Treibhausgas-Emissionen, die mit einem Produkt oder einer Dienstleistung in Zusammenhang stehen. Weitere häufig verwendete Fußabdrücke sind Land-, Forst-, Wasser- oder Material-Fußabdruck.

Gärung

Als Gärung bezeichnet man energieliefernde, organisches Material zersetzende Stoffwechsel-Prozesse, die ohne Einfluss von freiem Sauerstoff (anaerob) stattfinden.

Genom

die Gesamtheit des Erbmaterials eines Organismus oder eines Virus. Synonym: Erbgut. Zumeist besteht das Genom aus dem Erbmolekül DNA.

Genom-Editierung (Genome Editing)

Damit wird der Einsatz molekularbiologischer Werkzeuge zusammengefasst, die einen zielgerichteten Eingriff in das Erbgut von Mikroorganismen, pflanzlichen, tierischen oder menschlichen Zellen erlauben. Durch die Genom-Editierung lässt sich Erbinformation gezielt verändern – so lassen sich zum Beispiel Gene gezielt ab- oder anschalten, einfügen oder entfernen. Zu den gebräuchlichsten Methoden zählen CRISPR-Cas, TALEN und Zinkfingernukleasen.

Genpool

Die Gesamtheit der Erbanlagen aller Individuen einer Population. Unter einer Population wird hier eine Fortpflanzungsgemeinschaft verstanden, die ihr Erbgut untereinander austauscht. 

In der Pflanzenzüchtung wird zwischen primärem, sekundärem und tertiärem Genpool unterschieden. Zum primären Genpool gehören jeweils eine Kulturart und weitere problemlos einkreuzbare Arten. Zum sekundären Genpool gehören zusätzlich solche Arten, die nur mit Schwierigkeiten einkreuzbar sind, und zum tertiären Genpool weitere Arten, die nur mit speziellen Verfahren wie der Embryokultur eingekreuzt werden können.

Gentechnik

Arbeitsmethoden der Molekularbiologie, mithilfe derer man Erbmaterial gewinnen, gezielt verändern und in Organismen einbringen kann.

Governance

vieldeutiger sozialwissenschaftlicher Begriff. Governance beschreibt ganz allgemein ein Steuerungs- und Regelungssystem, das staatliche Eingriffe, aber auch Regeln des Zusammenspiels privater Akteure umfasst. Die Governance-Forschung untersucht die Koordination des Handelns von Akteuren in und durch Regelungsstrukturen. Eine Global Governance betrifft die Regulierung grenzüberschreitender Probleme. Öffentlicher Diskurs, Partizipation und Transparenz sind dabei wichtige Aspekte. Governance-Funktion üben sowohl der Staat auf verschiedenen Ebenen als auch internationale und supernationale Organisationen sowie private Akteure aus.

Grüne Chemie

Grüne Chemie steht für das Design von chemischen Produkten, die den Einsatz oder die Erzeugung von gesundheitsschädlichen oder umweltschädlichen Substanzen in der chemischen Industrie reduzieren beziehungsweise vermeiden. In der Bioökonomie zählt dazu insbesondere die Gewinnung von Chemikalien aus biobasierten Rohstoffen anstelle von Erdöl.