Treibstoffe, die aus Biomasse statt aus Erdöl hergestellt werden. Biokraftstoffe der ersten Generation werden aus Feldfrüchten wie Zuckerrübe oder Weizen gewonnen. Biokraftstoffe der zweiten Generation enstehen aus Prozessen, die die ganze Pflanze oder nicht-essbare Pflanzenteile und Agrarreststoffe wie Stroh als Substrat nutzen.
Glossar
Biologika sind komplexe biologische Wirkstoffmoleküle – das grenzt sie von den chemisch klar definierten kleinen Molekülen ab, die durch synthetische Chemie hergestellt werden. Biologika sind Naturstoffe – sie können aus Proteinen oder Nukleinsäuren (DNA oder RNA) bestehen und werden durch biotechnologische Herstellungsverfahren auf der Basis lebender Organismen gewonnen.
organische Substanz, die in Lebewesen gebunden ist oder durch sie erzeugt wird.
wissensbasierte Erzeugung, Erschließung und Nutzung biologischer Ressourcen, Prozesse und Systeme, um Produkte, Verfahren und Dienstleistungen in allen wirtschaftlichen Sektoren im Rahmen eines zukunftsfähigen Wirtschaftssystems bereitzustellen. Das Ziel ist eine biobasierte, an natürlichen Stoffkreisläufen orientierte, nachhaltige Wirtschaftsform.
Die Bioökonomie umfasst alle Wirtschaftszweige und zugehörige Dienstleistungsbereiche, die biologische Ressourcen wie Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen und deren Produkte erzeugen, be- und verarbeiten, nutzen und damit handeln. Dazu zählen insbesondere die Land- und Forstwirtschaft, Chemie und Pharmazie, die Nahrungsmittelindustrie, die industrielle Biotechnologie, die Kosmetik- sowie die Papier- und Textilindustrie.
Synonym: biobasierte Wirtschaft
Biopharmazeutika sind biotechnologisch hergestellte Arzneimittel. Zu ihnen zählen komplexe Biomoleküle wie Impfstoffe, Antikörper, Enzyme und andere therapeutische Proteine. Biopharmazeutika werden in lebenden Zellen produziert, die gentechnisch verändert wurden – zum Beispiel im Bakterium E. coli, in Hefepilzen oder in Tier- und Pflanzenzellen. Weitere Bezeichnungen: Biologicals oder Biologika.
Kunststoff, der entweder aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais, Zuckerrohr oder Holz hergestellt wird oder biologisch abbaubar ist. Manchmal treffen beide Eigenschaften gleichzeitig zu.
sind Makromoleküle, die von lebenden Zellen erzeugt werden. Dazu zählen etwa Nukleinsäuren, Stärke und die Cellulose in der Zellwand von Pflanzen. In der Werkstofftechnik versteht man unter Biopolymeren Kunststoffe, die ganz oder teilweise aus Biomasse hergestellt werden. Sie substituieren erdölbasierte Produkte nicht nur, sondern können neuartige Eigenschaften aufweisen.
Interdisziplinäres Themengebiet, das sich mit den verfahrenstechnischen Abläufen eines biotechnologischen Produktionsprozesses sowie seiner Optimierung befasst. Zur Bioprozesstechnik zählen der Betrieb von Bioreaktoren mithilfe von Mess- und Regeltechnik sowie die Aufarbeitung und Reinigung der entstehenden Produkte. Synonym: Bioverfahrenstechnik
integratives Gesamtkonzept für die Verarbeitung von nachwachsenden Rohstoffen zu Chemikalien, Biowerkstoffen und anderen stofflichen Produkten sowie Brenn- und Kraftstoffen unter möglichst vollständiger Ausnutzung der Biomasse (vergleichbar einer Ölraffinerie, die jedoch aus Erdöl eine Vielzahl unterschiedlicher Stoffe herstellt).
Ein Bioreaktor ist ein Behälter, in dem speziell herangezüchtete Mikroorganismen oder Zellen unter möglichst optimalen Bedingungen in einem Nährmedium kultiviert werden, um entweder die Zellen selbst, Teile von ihnen oder eines ihrer Stoffwechselprodukte zu gewinnen. Bioreaktoren werden auch als Fermenter bezeichnet.
Die Anwendung von Wissenschaft und Technik auf lebende Organismen sowie deren Bestandteile, Produkte und Modelle zwecks Veränderung von lebender oder nicht lebender Materie zur Herstellung von Gütern, Stoffen und Produkten, einschließlich der Wissenserweiterung und Bereitstellung von Dienstleistungen.
ober- und grenzflächenaktive Substanzen, die aus biologischen Ressourcen gewonnen werden. Da Tensidmoleküle sind waschaktiv, da sie aus einem wasserlöslichen und fettlöslichen Bestandteil zusammengesetzt sind. Eingesetzt werden sie vor allem zum Benetzen, Lösen, zur Schaumbildung, als Detergens sowie zur Herstellung oder zum Zerstören von Emulsionen.
Boden ist der oberste Teil der Erdkruste, der von vielen Lebewesen bewohnt wird. Zugleich ist er prägend für die Vegetation, die den Boden bedeckt. Im Boden finden Austauschprozesse zwischen Luft, Wasser, organischer Materie und Gestein statt. Der Boden hat im Ökosystem eine Schlüsselposition für örtliche und globale Stoffkreisläufe.
Bulkchemikalien oder Bulkprodukte sind Grundchemikalien, die in Mengen von mehr als 10.000 Tonnen pro Jahr hergestellt werden.
C1-Verbindungen sind sehr einfache chemische Moleküle, die nur ein einziges Kohlenstoffatom enthalten, wie etwa Kohlenstoffdioxid (CO₂), Methanol (
CH3OH) oder Ameisensäure (HCOOH). Sie spielen eine wichtige Rolle, da sie als Ausgangspunkt für den Aufbau komplexerer chemischer Strukturen dienen können.
Carotinoide sind natürliche, fettlösliche Farbstoffe aus Pflanzen, die vor allem als Radikalfänger den Körper vor schädlichen freien Radikalen schützen. Das bekannteste Carotinoid ist das Beta-Carotin (Provitamin A) aus der Karotte, der es auch die charakteristische Farbe verleiht.
langkettige Kohlenhydratfaser, als Bestandteil von pflanzlichen Zellwänden eines der wichtigsten Kohlenhydrate auf der Erde. Cellulose ist Rohstoff zur Herstellung von Papier, Kunststoffen und Fasern.
Eigenschaft eines Moleküls, in zwei spiegelbildlichen Formen vorzukommen, die sich nicht zur Deckung bringen lassen. Diese Formen werden Enantiomere genannt. In biologischen und chemischen Prozessen ist Chiralität wichtig, weil die beiden Formen eines Moleküls unterschiedlich wirken können.
Chitin ist ein langkettiges Zuckermolekül (Polysaccharid). In der Natur kommt es vor allem im Exoskelett von Insekten und Krebsen sowie in den Zellwänden niederer Pilze vor. Neben Cellulose und Lignin ist Chitin eines der häufigsten Naturpolymere.
Cofaktoren sind kleine Hilfsmoleküle, die Enzyme für ihre katalytische Arbeit brauchen, beispielsweise bei der Übertragung von Elektronen oder Energie. Wird ein Cofaktor in der Reaktion verändert, spricht man auch von Cosubstrat. Cosubstrate müssen im Stoffwechsel kontinuierlich regeneriert werden, damit Reaktionen dauerhaft ablaufen können.