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04.12.2017

Wo in Europa Bioraffinerien stehen

Mehr als 200 Bioraffinerien sind in Europa in Betrieb, wie eine Studie im Auftrag des Bio-based Industries Consortium (BIC) verdeutlicht.

224 Bioraffinerien hat das nova-Institut in einer Studie kartiert. Je nach Rohstoffbasis unterscheiden sich die Bioraffinerie-Typen in ihrer regionalen Verteilung
Quelle: 
nova-Institut

Bioraffinerien sind die großen Produktionsstätten der Bioökonomie. Denn hier werden nachwachsende Rohstoffe in verschiedenste Zwischen- und Endprodukte umgewandelt. Wo stehen Bioraffinerien, und welche Biomasse wird genutzt? Diese Fragen hat das nova-Institut in Hürth im Auftrag des Bio-based Industries Consortium (BIC) untersucht und 224 Bioraffinerien in ganz Europa eingeordnet. Basierend auf diesen Daten wurde nun eine Karte erstellt. Sie verdeutlicht: die Bioraffinerie-Plattform und die Art der verwendeten Biomasse hängt stark vom Standort ab.

224 Bioraffinerien in sechs Kategorien

Um die notwendigen Daten zu erhalten, hat das nova-Institut, ein privates Forschungs- und Beratungsunternehmen, im Sommer 2017 relevante Quellen analysiert und zugleich eine Online-Umfrage durchgeführt, an der auch Bioraffinerie-Betreiber teilnahmen. Im Ergebnis entstand eine Karte, die europaweit Bioraffinerien je nach verwendeter Biomasse und Endprodukt in die folgenden Kategorien einteilt:

  • 63 zucker- und stärkebasierte Bioraffinerien, die Bioethanol und andere Chemikalien produzieren
  • 64 Öl- und fettbasierte Bioraffinerien, die Biodiesel produzieren
  • 54 Öl- und fettbasierte Bioraffinerien, die oleochemische Produkte herstellen
  • 25 holzbasierte Bioraffinerien – ausgenommen reine Papierzellstoffwerke
  • 13 Bioraffinerien, die biobasierte Abfallprodukte verarbeiten
  • 5 Bioraffinerien, die Lignocellulose aus anderen Quellen als Holz verarbeiten

Jährliches Update der Karte

Die Karte zeigt: Die Plattform der verschiedenen Bioraffinerien variiert stark zwischen den einzelnen Ländern und hängt von den regional verfügbaren Rohstoffen ab. Beispielsweise sind holzbasierte Bioraffinerien wesentlich häufiger im Norden Europas zufinden, während Zucker- und stärkebasierte Bioraffinerien vor allem in Frankreich, Belgien, Deutschland und Ungarn angesiedelt sind, da hier mehr Zuckerrüben angebaut werden. Da in Europa zur Zeit viele neue Bioraffinerien entstehen, soll die Karte jährlich aktualisiert werden. Die aktuelle Übersicht kann kostenlos auf der Webseite des BIC-Konsortiums heruntergeladen werden.

jmr/pg

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