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04.06.2020

Spitzenforschung im Mittelstand finanzieren

Mit der neuen Fördermaßnahme „KMU-innovativ: Bioökonomie“ unterstützt das BMBF gezielt Forschungsaktivitäten des innovativen Mittelstands zu relevanten bioökonomischen Themen.

 Biotechnologie, Bioreaktor, Industrie,
Forschung und Entwicklung zur Bioökonomie im innovativen Mittelstand fördern - darauf zielt die neue Fördermaßnahme KMU-innovativ: Bioökonomie ab.
Quelle: 
Jennewein Biotechnologie GmbH/Frank Pichler

Mit der im Januar beschlossenen Nationale Bioökonomiestrategie hat die Bundesregierung den Rahmen für eine nachhaltige Erschließung und Nutzung biologischer Ressourcen sowie umweltschonender Produktionsverfahren in allen Wirtschaftsbereichen geschaffen. Um bioökonomische Innovationen und damit den biobasierten Wandel in der Gesellschaft voranzutreiben, sind jedoch weitere Forschungsaktivitäten auf breiter Ebene gefragt. Start-ups sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind hierfür wichtige Innovationstreiber. Doch häufig fehlt es gerade dem Mittelstand an Forschungs- und Entwicklungskapazitäten. Daher hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung ein Förderinstrument für die Bioökonomie-Forschung in Unternehmen maßgeschneidert und dafür das bekannte Förderpaket „KMU-innovativ“ um den Baustein Bioökonomie erweitert.

Die Maßnahme setzt die erfolgreiche Förderung der Biotechnologie durch das BMBF mit dem Förderprogramm KMU-innovativ: Biotechnologie – BioChance (2007-2019) sowie den Vorläuferprogrammen BioChancePlus (2004-2007) und BioChance (1999-2003) fort. Damit wurden in den letzten 20 Jahren mehr als 550 Einzel- und Verbundvorhaben, an denen sich mehr als 460 KMU beteiligten, mit rund 450 Mio. Euro gefördert.

Mit Förderung zu risikoreicher Forschung motivieren

Mit der Fördermaßmahme „KMU-innovativ: Bioökonomie“ will das BMBF Start-ups, KMU und mittelständische Unternehmen zu mehr Forschung und Entwicklung zur Bioökonomie motivieren und damit deren Innovationsfähigkeit stärken. Mithilfe der gezielten Förderung soll der Technologietransfer aus der angewandten Forschung und vorwettbewerblichen Entwicklung in die praktische Anwendung beschleunigt und Unternehmen Zukunftsperspektiven aufgezeigt werden.

Das BMBF fördert daher technologisch anspruchsvolle Projekte, die auf die effiziente und nachhaltige Nutzung von biologischem Wissen, nachwachsenden Ressourcen sowie Nebenerzeugnissen und Reststoffen aus Produktionsprozessen zielen. Die Vorhaben sollen jeweils einen anwendungsbezogenen Beitrag zum Aufbau einer nachhaltigen biobasierten Wirtschaft leisten.

KMU-innovativ: Bioökonomie

Mit der neuen Fördermaßnahme will das BMBF gezielt F&E-Aktivitäten zur Bioökonomie in Start-ups, KMU und mittelständischen Unternehmen vorantreiben. Die Maßnahme ist

Für eine Förderung infrage kommen unter anderem neue Bioraffineriekonzepte, biobasierte Produktionsverfahren für die Lebensmittelbranche, innovative Lösungen für die Pflanzenzüchtung, die Bioanalytik oder die industrielle Biotechnologie. Dabei sollten vor allem diese Aspekte adressiert werden:

  • eine nachhaltige und effizientere Verwertung nachwachsender Rohstoffe und ungenutzter Reststoffströme
  • die Entwicklung umweltfreundlicher Biomaterialien wie Biopolymere und -komposite und biologisch abbaubarer Kunststoffsubstitute
  • Identifizierung, Gewinnung und Herstellung biologischer Wirk- und Wertstoffe unter Ausnutzung der natürlichen Diversität und evolutiver Optimierungsverfahren
  • Optimierung und Automatisierung biotechnologischer Prozesse und Verfahren durch Digitalisierung und Simulationstechniken
  • Nutzung von Datenbanken mit intelligenter Datenauswertung
  • Miniaturisierung von Analysetechniken und Einsatz mikrofluidischer Systeme für biotechnologische Fragestellungen
  • Kontrolle und Steuerung mittels smarter, autonomer Sensoren

 

Förderberechtigt sind sowohl Einzelvorhaben von KMU und mittelständischen Unternehmen, Projekte der Verbundforschung zwischen KMU bzw. mittelständischen Unternehmen und Hochschulen bzw. Forschungseinrichtungen sowie Projekte der Verbundforschung mehrerer Unternehmen. Darüber hinaus sollen vor allem Forschungsaktivitäten initiiert werden, die erstmalig FuE-Aktivitäten auf dem Gebiet der Bioökonomie aufnehmen möchten.

Das Antragsverfahren ist zweistufig angelegt. In der ersten Stufe können Projektskizzen über das Internetportal für die Fördermaßnahme „KMU-innovativ: Bioökonomie“ online bis 1. September 2020 eingereicht werden. Förderanträge für positiv bewertete Projektskizzen sind anschließend über das elektronische Antragssystem easy-Online zu stellen. Mit der Umsetzung der Fördermaßnahme hat das BMBF den Projektträger Jülich beauftragt. Ansprechpartnerin ist Eleonore Glitz.

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