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16.05.2017

Millionen für Düsseldorfer Peptid-Schmiede

Das Start-up Numaferm erhält für sein biotechnologisches Verfahren zur Herstellung von Peptiden einen Millionenbetrag durch den High-Tech Gründerfonds und weiteren Investoren.

Numafern will mit einer Seed-Finazierung die Peptid-Herstellung revolutionieren
Numaferm will mit einer Seed-Finazierung die Peptid-Plattform zur Marktreife führen.
Quelle: 
Pixabay

Peptide werden von Pharma- und Kosmetikindustrie seit Langem geschätzt. Das Potenzial der hochfunktionellen Eiweißfragmente ist jedoch längst nicht ausgeschöpft. Je nach Art der Zusammensetzung der Aminosäuren können Peptide Falten glätten oder Materialien unter Wasser kleben. In der Herstellung sind die Alleskönner bisher aber sehr teuer. Außerdem erfolgt die Peptidproduktion vor allem durch chemische Synthesen, die zudem umweltbelastend und langwierig sind.

Bioverfahren statt chemische Synthese

Das Spin-off der Düsseldorfer Heinrich-Heine Universität Numaferm GmbH will das ändern und mit einer neuartigen Biotechnologie Peptide für Jedermann verfügbar machen. Das Team um die Gründer Philipp Bürling und Christian Schwarz hat eine Plattform entwickelt, mit der Peptide mithilfe von Mikroorganismen als Biofabriken hergestellt werden können. Der Clou: im Bioreaktor geben die Bakterien die hergestellten Peptide in das sie umgebende Nährmedium ab. Dort können die Moleküle mit deutlich geringerem Aufwand als bisher geerntet werden. Für die Weiterentwicklung der vielversprechenden Technologie erhält die Peptidschmiede nun eine Seed-Finanzierung "im siebenstelligen Bereich", also in Millionenhöhe. Zu den Investoren gehören der High-Tech Gründerfonds (HTGF), die Qiagen-Mitgründer und heutigen European Business Angels Detlev Riesner und Jürgen Schumacher sowie der European Investment Fund.

Innovation aus universitäter Grundlagenforschung

Die Numaferm wurde 2017 als Spin-off des Instituts für Biochemie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf gegründet und durch das EXIST-Forschungsprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) unterstützt. Die Investoren Riesner und Schumacher sprechen über die Numaferm-Plattform daher von „einem überzeugenden Beispiel, wie echte Innovationen aus hervorragender universitärer Grundlagenforschung entstehen.“ Philipp Rittershaus, Investment-Manager beim HTGF, unterstreicht die Vielseitigkeit der Technologie: „Mit der einzigartigen Produktionstechnologie von Numafern ist es möglich, verschiedenste Peptide mit neuartige Funktionalitäten kommerziell verfügbar zu machen“. Die Numaferm-Peptide würden sich auch zur antimikrobiellen Oberflächenbeschichtung oder als Futtermittelzusatz eignen und damit völlig neue Einsatzfelder erobern.

bb/pg

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