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18.09.2019

Den Wald an den Klimawandel anpassen

Der Deutsche Verband Forstlicher Forschungsanstalten bringt sich mit einem Positionspapier in die Debatte zum aktuellen Waldsterben ein.

Trockenschäden wie hier an Buchen in Thüringen werden zunehmen, wenn die Wälder nicht an den Klimawandel angepasst werden.
Trockenschäden wie hier an Buchen in Thüringen werden zunehmen, wenn die Wälder nicht an den Klimawandel angepasst werden.
Quelle: 
Franz Kroiher

Die Stürme im Winter 2017/18 und die Dürre- und Hitzeperioden der Sommer 2018 und 2019 haben dem Wald in Deutschland schwere Schäden zugefügt. In der Folge ist eine Debatte über die künftige Waldnutzung und über die Anpassung des Waldmanagements an den Klimawandel entstanden. Jetzt hat sich der Deutsche Verband Forstlicher Forschungsanstalten (DVFFA) dazu geäußert und Fakten und Vorschläge in einem Positionspapier versammelt.

Keine einfache Lösungen

Ganz deutlich betonen die Autoren des Positionspapiers, dass es anders als beim Waldsterben in den 1980er-Jahren keine einfache technische Lösung gibt. Die Forschungsanstalten formulieren einen klaren Aufruf an die Politik: „Deshalb appellieren wir an die Politik, sich für drastische Maßnahmen zum Klimaschutz, vor allem für eine Verringerung von Treibhausgasen einzusetzen.“ Selbst wenn Deutschland seinen internationalen Verpflichtungen nachkomme und viele andere Länder diesem Beispiel folgten, würden die Versäumnisse der Vergangenheit noch Jahrzehnte nachwirken. „Vor diesem Hintergrund ist der seit dreißig Jahren vielerorts bereits praktizierte Umbau unserer Wälder zu intensivieren und an den Klimawandel anzupassen.“

Umbau der Arten und Wildbestände

Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehört die standortabhängige Anpassung der Baumarten, hin zu jenen Arten, die unter dem heutigen und dem künftigen Klima gedeihen. Dabei seien auch bislang nicht heimische Arten in Betracht zu ziehen. Für das Gelingen dieses langfristigen Umbaus müssten zudem die Wildbestände und das Jagdrecht angepasst werden, da diese für ein nachhaltiges stabiles Ökosystem Wald wichtig seien. Daneben empfehlen die Forscher eine Reihe von Managementmaßnahmen, darunter Brandschneisen und Methoden der Wasserrückhaltung.

Von der Politik fordert das Positionspapier unter anderem ein umfassendes Waldschadenmonitoring und Waldschadenmanagement sowie Lösungen für einen integrierten Pflanzenschutz. Nicht zuletzt listen die Wissenschaftler eine ganze Reihe offener Forschungsfragen auf, denen nachgegangen werden sollte. Das beginnt bei Prognosen und Empfehlungen, wie ein klimawandelresistenter Wald aussehen könnte und reicht bis zur ökonomischen Bewertung der Optionen, die sich Waldbesitzern darstellen.

Eile und Ausdauer erforderlich

Bei den erforderlichen Maßnahmen seien sowohl Eile als auch Ausdauer geboten, heißt es im Positionspapier: „Aufgrund unserer Einschätzung der Situation plädieren wir für eine möglichst rasche, aktive Umgestaltung unserer Wälder, damit diese auch in Zukunft die vielfältigen an sie gestellten Anforderungen der Gesellschaft erfüllen können und als größte CO2-Senke erhalten bleiben. Die Klimaanpassung ist sowohl eine dringliche als auch eine langfristige Aufgabe.“

bl

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