Bienenschutz mit DNA-Chip

Bienenschutz mit DNA-Chip

Die wichtigsten Bienenarten sind in Europa noch teilweise vorhanden. Mit dieser guten Nachricht endet das EU-Projekt SmartBees und hinterlässt Züchtern Werkzeuge für den Bienenschutz.

Viele Bienenarten sind vom Aussterben bedroht.
Viele Bienenarten sind vom Aussterben bedroht.

Eine internationale Langzeitstudie lieferte 2017 erstmals den Beweis für das dramatische Insektensterben in Deutschland. Die Datenanalyse ergab: Von 1989 bis 2016 ging die Zahl der fliegenden Insekten um 76% zurück. Zu den bedrohten Insekten zählen auch Bienen. Doch wie kann man die natürlichen Bestäuber schützen? Vier Jahre lang haben Forschende, Unternehmen und Imker im Rahmen des EU-Forschungsprojektes SmartBees untersucht, was den Bestand der Honigbienen bedroht, und Gegenmaßnahmen entwickelt, um die Vielfalt der Spezies zu schützen. Mit einem Gesamtbudget von 6 Millionen Euro war SmartBees das bislang größte EU-Projekt, das auf die Erhöhung der Nachhaltigkeit der Imkerei zielte. Die Arbeit der 16 Projektpartner aus 11 Ländern wurde vom Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf e.V. koordiniert.

Bienen-Spezies in Resten noch vorhanden 

Um die verbliebene Bienen-Vielfalt zu ermitteln, wurden seit 2014 über 2.200 Völker aller zehn auf dem Kontinent vertretenen Bienen-Subspezies analysiert. Das Ergebnis ist durchaus positiv: Demnach sind alle europäischen Bienenarten zumindest in Restbeständen noch vorhanden. Damit das so bleibt, liefert das EU-Projekt Bienenzüchtern gleich ein neues Werkzeug mit: einen DNA-Chip. Mithilfe des Chips können Imker künftig die Herkunft ihrer Bienen-Spezies selbst bestimmen und so dazu beitragen, dass die Bienen in der Region gehalten werden.

Züchternetzwerk zur Rettung der Bienen gegründet 

Im Rahmen des Projektes wurde dafür ein Netzwerk in über zehn Ländern etabliert und dessen Mitglieder in den modernen Zuchtmethoden geschult. Das International Honey Bee Breeding Network (IHBBN) ist eine Plattform, die Züchter europaweit verbindet. Im Ergebnis des Projektes entstand zudem die zentrale Zuchtdatenbank namens beebreed.eu. Die Daten sollen Bienenzüchtern eine effiziente Zuchtplanung ermöglichen. 

Varroa-Milbe bedroht Bienen

Darüber hinaus konnte das Projekt die wichtigste Ursache aufzeigen, die zum Bienensterben führt, und die Grundlage schaffen, das Artensterben durch Selektion resistenter Bienen einzudämmen. Als Hauptfeind der Bienen wurde die Varroa-Milbe ausgemacht. Dabei handelt es sich um einen eingeschleppten Parasiten der Bienenbrut, der über seinen Speichel gefährliche Viren überträgt, das Immunsystem der Bienen schwächt und so eine Vermehrung der Viren begünstigt. Darüber hinaus konnten die Forscher Gene der Biene ausfindig machen, die für die Varroa-Resistenz von entscheidender Bedeutung sind. „Das Smartbees-Projekt hat nicht nur wertvolle neue Erkenntnisse gebracht, die die Bienenhaltung in Europa nachhaltig positiv beeinflussen werden. SmartBees ist auch ein gutes Beispiel dafür, welche Synergieeffekte europäische Forschungskooperationen erbringen können“, resümiert der Koordinator des Projektes Kaspar Bienefeld.

bb