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18.11.2016

Kompostierbare 3D-Druckmaterialen

Thorsten
Perl

Beruf:

Rechercheur

Position:

Mitbegründer und Technischer Leiter der BioInspiration GbR in Eberswalde

Quelle: 
BioInspiration GbR
Mit "WillowFlex" hat der Gründer des Eberswalder Startups Bioinspiration, Thorsten Perl, ein Material für den 3D-Drucker entwickelt, das aus stärkebasiertem Bioplastik besteht und komplett kompostierbar ist.

Tassen, Kinderspielzeug oder Schuhe problemlos auf dem Kompost entsorgen: Dieses Ziel hat Thorsten Perl mit seinem neuen 3D-Druckmaterial. Mit seinem Eberswalder Start-up BioInspirations ist der Erfinder des nachhaltigen Druckfilaments dabei, gemeinsam mit Geschäftspartner Brian Cotty, nicht nur die 3D-Druck-Gemeinde für "WillowFlex" zu begeistern.

Frage 

Welchen Beitrag kann Ihr Unternehmen bei der Gestaltung einer biobasierten Wirtschaft leisten?

Antwort 

Wir stellen vorrangig biobasierte Material-Alternativen und innovative Recyclingverfahren vor, um diese mit Handwerks- und Industriepartnern in Anwendung zu bringen. Wir wollen die dezentrale Produktion vom Acker/ Fermenter zum hochwertigen Werkstoff vereinfachen, um lokale Wirtschaftskreisläufe zu stabilisieren. Dafür kombinieren wir mit unseren MitstreiterInnen bioinspirierte Materialien mit bionischem Design, um mithilfe von organischen Fertigungstechniken (3D Printing) leicht recycelbare Erzeugnisse mit Zukunft voranzubringen.

Frage 

Wie kamen Sie auf die Idee, ein kompostierbares Material für den 3D-Druck zu kreieren?

Antwort 

Die traurige Situation von Materialien bei Kinderspielzeug führte uns zu dieser Idee. Als Väter und Maker mit 3D-Druck-Erfahrung stellten wir uns die Frage, ob es nicht natürlichere Weiterentwicklungen bei Kunststoffen gibt. In den USA fanden wir ein kompostierbares Elastomer. Da es bisher kein biobasiertes kompostierbares 3D-Druckfilament gab, starteten wir eine Kickstarter Crowdfunding-Kampagne, um es auf den jungen und sehr empfänglichen weltweiten 3D Printing Market zu bringen. Das war erstaunlicherweise leicht möglich.

Frage 

Was war oder ist die größte Herausforderung dabei?

Antwort 

Es ging alles ziemlich Hand in Hand. Wir haben einen guten Draht zu unserem Produzenten mit eigenem Labor, wir fanden einen Berliner Kunststoffverarbeiter, der mit uns zusammen das Filament vertreibt und die Resonanz steigt stetig. Die größte Herausforderung scheint es zu sein, die Industrie zu begeistern und zu vermitteln, dass Kompostierbarkeit und Wiederverwertung möglich sind.

Frage 

Was begeistert Sie ganz persönlich an dem Thema?

Antwort 

Von der Natur zu lernen und mit ihr und anderen Verbündeten gemeinsam Sinnhaftes für die derzeitige und kommende Generationen zu erschaffen, erfüllt mich mit Begeisterung. Das Biomimicry Institute, die Bionik von Werner Nachtigall, die Biologie allgemein und die Werke des Naturforschers Raoul Francé haben bei mir die Begeisterung geschürt und das wunderbare Gefühl vermittelt, mit neuen Materialien in Kontakt zu kommen, mit ihnen zu spielen, zu kombinieren, sie weiterzuentwickeln und neue Anwendungsmöglichkeiten zu entdecken.

Frage 

Was sind Ihre nächsten Ziele?

Antwort 

Als nächstes wollen wir "WilloFlex" auch fernab des 3D-Drucks etablieren. Im Visier sind aktuell kompostierbare Sportschuhe und Outdoorbekleidung. Im Weiteren geht es um kompostierbares Hartplastik aus dem 3D-Filament und CO2-Nanotubes/Nanofibres als Ergänzung für HighEnd 3D-Druck-Materialien.

Interview: Beatrix Boldt

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