„Vertical-Farming-Systeme könnten uns künftig auch mit Weizen versorgen“

Die Ernährung der Zukunft liegt Susanne Baldermann am Herzen. Ihr Forschungsziel: eine gesunde Ernährung innerhalb der planetaren Grenzen ermöglichen. Ein Aufenthalt in Japan hatte die promovierte Lebensmittelchemikerin einst zur Forschung an Algen inspiriert, aber auch den Blick für eine nachhaltige Lebensmittelproduktion geschärft. Moderne Agrarsysteme wie das Vertical Farming sieht sie als einen Weg, eine gesunde Ernährung auch künftig zu sichern. Dafür nimmt Baldermann auch sekundäre Pflanzenstoffe von Indoor-Gemüse und -Kräutern ins Visier.

Wiesen und Weiden ökologisch wertvoll bewirtschaften

Knapp ein Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche Deutschlands sind Wiesen, Weiden und Mähweiden. Das sogenannte Grünland zählt naturbelassen weltweit mit zu den artenreichsten Ökosystemen und kann sich Fachleuten zufolge bedingt sogar mit dem Artenreichtum der Regenwälder messen. Wiesen und Weiden sind nicht nur für Insekten eine wichtige Nahrungsquelle. Sie sind auch gegenüber Unwettern widerstandsfähiger und können über lange Zeit Kohlenstoff im Boden speichern.

NaturFutur: Renaissance der Fermentation - Bioökonomie im Gespräch

Fermentierte Lebensmittel erleben eine Renaissance in der modernen Küche, gleichzeitig kann präzise Fermentation – ob als Methode für die Herstellung veganer Lebensmittel oder als industrielle Produktionsmethode in der Industrie – zu einer nachhaltigen Wirtschaft und (Konsum)Gesellschaft beitragen. In dieser Ausgabe von “Bioökonomie im Gespräch” wollen wir dem Potenzial der Präzisionsfermentation sowie neuen Ansätzen der zellulären Landwirtschaft auf die Spur kommen und besser verstehen, was der technologische Fortschritt bedeutet– für die Wissenschaft, die Bioökonomie, unser Konsumverhalten und unseren zukünftigen Alltag. Ein Gespräch mit Alexis Goertz und Jonas Grube (beide von Edible Alchemy), Sandra Wilde (Formo), Grzegorz Kubik (Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB) und Lisa Franke (TU Berlin & CellAg. Es moderiert Sandra Wirsching (bioökonomie.de). BürgerWissenschaftsDialog ist Teil des Ausstellungsprojektes NaturFutur vom 2. November bis 5. Dezember 2021 im Museum für Naturkunde Berlin.

Zwei Agrar-Expertinnen an Spitze der Leibniz-Gemeinschaft gewählt

Im April dieses Jahres hat das Präsidium der Leibniz-Gemeinschaft Martina Brockmeier als Kandidatin für das Präsidentenamt nominiert. Nun haben die versammelten Mitglieder ihr Votum abgegeben: Mit großer Mehrheit wurde die Stuttgarter Agrarökonomin am 18. November zur neuen Präsidentin der renommierten Forschungsorganisation gewählt. Das auf vier Jahre begrenzte Amt wird Brockmeier ab 1. Juli 2022 offiziell übernehmen. Mit Barbara Sturm wählten die Mitglieder eine weitere Agrar-Expertin an die Spitze der Leibniz-Gemeinschaft.

Ferdinand Ludwig – Der Baubotaniker

Ferdinand Ludwig baut mit lebenden Bäumen. Seine hybriden Architekturen sind so visionär wie nützlich. „Baubotanik“ nennt er die vom ihm neu geschaffene Disziplin. Unter seiner Leitung als Professor für Grüne Technologien und Landschaftsarchitektur an der Technischen Universität München (TUM) erforscht die Baubotanik das Verwachsen von Bäumen und den Bau von Prototypen. Ferdinand ist Biopionier im besten Sinne, was er mit dem Platanenkubus in Nagold, dem Grünen Zimmer in Ludwigsburg oder dem Impulsprojekt Stuttgart (INTERESS-I) unter Beweis stellt.

Handbuch für zirkuläre Geschäftsmodelle

Ressourcenknappheit und Klimawandel zeigen dem gegenwärtigen Wirtschaftssystem seine Grenzen auf. Die Bioökonomie, als eine moderne und nachhaltige Form des Wirtschaftens, setzt nicht nur auf die effiziente Nutzung biologischer Ressourcen, sondern auch darauf, Produkte und Rohstoffe nach Gebrauch nicht einfach wegzuwerfen, sondern so lange wie möglich zu nutzen – also im Kreislauf zu halten. Doch wie gelingt der Ausstieg aus der Wegwerfgesellschaft hin zu einer ressourcenschonenden und nachhaltigen Kreislaufwirtschaft?

Mit Popcorn Häuser nachhaltig dämmen

90% aller Dämmstoffe, die im Bauwesen zum Einsatz kommen, bestehen noch immer aus Kunststoffen oder Mineralwolle. Das gilt vor allem für die Dämmung von Außenwänden. Doch auch hier geht der Trend in Richtung nachhaltige Materialien. Ein Verfahren Göttinger Forschender bereitet dafür nun den Weg. Über Jahre hat ein Team um Alireza Kharazipour von der Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie der Universität Göttingen untersucht, inwiefern sich Maiskörner als Rohstoff für neue nachhaltige Produkte eignen.

Uni Bayreuth (2021): Vielfalt ökologischer Funktionen auf Meeresinseln sinkt

Das Forschungsteam ging der bisher ungeklärten Frage nach, ob die globale Mobilität von Arten die ökologischen Folgen des vom Menschen verursachten Artenschwunds ausgleichen kann. Die ozeanischen Inseln wurden ausgewählt, da sie eine hohe Zahl von endemischen Vogelarten, also von Arten, die in keiner anderen Region der Erde heimisch sind, hervorgebracht haben und sich dort zugleich viele Vogelarten neu ansiedelten – somit lässt sich auf diesen Inseln besonders gut beobachten, wie sich die Kombination von Artenverlust und Etablierung neuer Arten auswirkt.