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25.11.2016

Umfrage: Berliner finden Dachfarmen gut

Gemüse direkt vom Dachgarten? In einer Umfrage von Leibniz-Forschern sprachen sich vier von fünf Berlinern für diese nachhaltige Form der Lebensmittelproduktion aus.

Gemüseanbau wie hier auf einem Dachgarten in New York wird auch in Berlin immer beliebter.
Gemüseanbau wie hier auf einem Dachgarten in New York . So könnte es bald auch in Berlin aussehen.
Quelle: 
Regine Berges

Gemüse- und Obstanbau in der Stadt liegt im Trend. Was lange eine Domäne von Bauern und Kleingärtnern war, wird in Großstädten wie Berlin immer beliebter. Der Wunsch nach frischer und aus nachhaltiger Produktion stammender Kost lässt immer mehr Berliner zu Kleinbauern werden. Hinterhöfe oder Freiflächen wie der ehemalige Flughafen Berlin-Tempelhof werden zu grünen Parzellen, wo in Gemeinschaft Salat, Möhren, Kartoffel oder Kräuter angebaut werden. Wie groß die Akzeptanz der Berliner an urbaner Landwirtschaft tatsächlich ist zeigt eine Studie vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF). Die Untersuchung wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Sie ist die weltweit erste Studie zum Thema „Urban Agriculture Businesses“, welche die Perspektive der Konsumenten in den Fokus stellt.

Dachgärten bevorzugt

Um zu erfahren, was der Großstädter mit der Nutzung städtischer Flächen sowie verschiedener Typen und Produkte urbaner Landwirtschaft verbindet, wurden 386 Berliner zu ihren Erwartungen und Ansprüchen gerfragt. Das Ergebnis: Mit 80 Prozent würde die Mehrheit der Berliner Dachgärten und Dachfarmen zur landwirtschaftlichen Nutzung bevorzugen, da somit ungenutzte Flächen sinnvoll zum Lebensmittelanbau genutzt werden können.

Akzeptanz für Mehrkosten

Für das in der Nachbarschaft angebaute frische Gemüse wäre die Mehrheit auch bereit, mehr Geld zu bezahlen, wenn damit gleichzeitig „ökologische und soziale Ziele“ wie etwa Bildungsaspekte verbunden sind. Ähnliche Projekte auf Brachflächen in der Stadt oder am Stadtrand wurden von 60 Prozent befürwortet. Für die Hälfte der Befragten kam es vor allem darauf an, dass bei der Nutzung der städtischen Flächen der Anbau weniger intensiv und somit ressourcenschonender und biologisch ist. Mit 70 Prozent lehnte daher der Großteil eine Tierhaltung in der Stadt sowie tierische Produkte ab.

Auszug aus Onlinekarte zu freien Dachflächen in Berlin
Quelle: 
ZALF

Diese grün markierten Flächen wären für Dachgärten geeignet. (Auszug Onlinekarte ZALF)

Die Studie der ZALF-Forscher bestätigt somit einem Trend, der seit Langem sichtbar ist. Allein in Berlin sind in den vergangenen Jahren zu den knapp 73.000 innerstädtischen Schrebergärten mehr als 100 Gemeinschaftsgärten und Initiativen dazu bekommen. Gründe für Rückkehr der Landwirtschaft in die Stadt sind insbesondere das steigende Bedürfnis der Verbraucher nach mehr Transparenz und Nähe zur Lebensmittelproduktion.

7.300 Flachdächer zum Gärtnern geeignet

Dass der Wunsch der Berliner nach mehr Dachgärten auch umsetzbar ist, zeigt die Studie ebenfalls. Basierend auf Daten aus dem Berliner Solaratlas haben die Leibniz-Forscher Flachdächer mit einer Größe von mindestens 500 Quadratmetern identifiziert, die – ursprünglich für eine solare Nutzung erkundet- ebenso für das sogenannte Rooftop ZFarming geeignet wären. Mit rund 7.300 Flachdächern hat Berlin danach ein riesiges Potenzial an geeigneten Flächen, die Platz für urbane Landwirtschaft bieten. Welche Dächer Berlins zu Dachgärten werden könnten, sind in einer Online-Karte farblich gekennzeichnet.

bb

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