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21.02.2019

Start für EU-weite Tagfalter-Zählung

Ein neues Monitoring soll Tagfalter innerhalb der EU besser schützen und zum Vorbild für die systematische Beobachtung anderer Insekten werden.

Auch der Dukaten-Feuerfalter (Lycaena virgaureae) und der Braune Feuerfalter (Lycaena tityrus) sind Ziele des Monitoring-Programms.
Auch der Dukaten-Feuerfalter (Lycaena virgaureae) und der Braune Feuerfalter (Lycaena tityrus) sind Ziele des Monitoring-Programms.
Quelle: 
Petra Druschky / Tagfaltermonitoring Deutschland

Das Insektensterben in Europa beschäftigt Forschung und Politik. Doch wo ist der Rückgang am stärksten? Was sind die Hauptursachen dafür, und welche Gegenmaßnahmen sind am wirkungsvollsten? Am Beispiel der Tagfalter soll nun ein europaweites Monitoring Antworten auf diese drängenden Fragen liefern.

800.000 Euro für die ersten beiden Jahre

Diese umfassende Bestandsaufnahme steht im Fokus des kürzlich gestarteten EU-Projektes „Assessing ButterfLies in Europe“. ABLE ist eine gemeinsame Initiative von Butterfly Conservation Europe, dem britischen Umweltforschungszentrum CEH, dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) sowie den niederländischen und britischen Organisationen zum Schutz der Tagfalter. Aufbauen kann das Konsortium auf Daten aus elf europäischen Ländern, in denen bereits durch Tausende Ehrenamtliche das Vorkommen von Tagfaltern regelmäßig erfasst wird. Die EU unterstützt das Projekt zunächst für zwei Jahre mit 800.000 Euro.

Einfluss von Klimawandel und Landnutzungsänderungen

„Dieses Projekt mit seiner europaweit standardisierten Vorgehensweise beim Monitoring von Tagfaltern ist ein Paradebeispiel dafür, wie in Zeiten des Insektenschwunds belastbare Daten für Wissenschaft, Politik und Gesellschaft erhoben werden müssten,“ erläutert Josef Settele, Agrarökologe am UFZ, Mitbegründer von Butterfly Conservation Europe und zentraler Partner im ABLE-Team. Wichtige Einflussgrößen, die das Projekt untersuchen soll, sind der Klimawandel und die Landnutzungsänderungen.

Mihail Dumitru, Stellvertretender General-Direktor für Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung bei der Europäischen Kommission, betont deshalb: „Viele wichtige Lebensräume für Schmetterlinge und andere Bestäuber, wie beispielsweise extensives Grünland, sind Elemente der Agrarlandschaft.“ Er begrüße daher dieses Pilotprojekt zur Erweiterung des Monitorings von Schmetterlingen und zur Entwicklung neuer Biodiversitäts-Indikatoren.

Grundlagen für künftige Politik

Neben dem wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn sollen aus dem Projekt auch Handlungshilfen für die Politik abgeleitet werden. „Tagfalter sind wichtige Indikatoren zur Bewertung von Politiken auf Ebene der EU“, sagte Anne Teller von der EU-Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission. Das Projekt verbessere bisherige Monitoringansätze, zukünftige Datenerhebungen sowie das Engagement von Ehrenamtlern und stimuliere Aktivitäten in weiteren EU-Mitgliedsstaaten.

bl

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