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22.11.2016

Sneaker aus Biotech-Spinnenseide

Adidas setzt auf biotechnisch erzeugte Spinnenseide der Martinsrieder Firma AMSilk. In New York wurde ein Sportschuh vorgestellt, der aus Biosteel-Fasern gefertigt ist.

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Der Prototyp für einen nachhaltigen Sneaker aus Biotech-Spinnenseide - strapazierfähig und 100% biologisch abbaubar.
Quelle: 
Adidas Group

Seit Jahren hat AMSilk an der Produktion von Fasern aus biotechnologischer Spinnenseide getüftelt, jetzt hatte das erste Textil-Produkt seinen ersten großen Auftritt in New York: ein Sportschuh im hellbraunen Look, präsentiert auf der Konferenz „Biofabricate“, dem jährlichen Gipfeltreffen für Innovationen aus biobasierten Materialien. Das mit Adidas einer der größten Sportartikelhersteller der Welt als Kooperationspartner gewonnen wurde, ist nicht minder spektakulär.

Sportschuh mit Textil aus Biosteel

Das neue Produkt läuft bei Adidas unter dem Namen „Futurecraft Biofabric Schuh“. Der Prototyp des Sneakers ist aus einem Obermaterial gefertigt, das zu 100 % aus sogenannten Biosteel-Fasern besteht. Das ist der Markenname, unter dem AMSilk seine naturbasierte und vollständig biologisch abbaubare Biopolymer-Faser herstellt und an Industriepartner abgibt.

Natürliches Vorbild ist Spinnenseide – ein Supermaterial aus der Natur: denn Spinnfäden, die aus Eiweißmolekülen bestehen, sind reißfester als Stahl, äußerst dehnbar und besonders leicht. Doch um Spinnenseide aus natürlichen Quellen zu gewinnen, müsste man Spinnen im großen Stil halten und melken – für eine industrielle Nutzung undenkbar. Die Martinsrieder AMSilk GmbH, 2008 als Spin-off der TU München gegründet, setzt daher auf Biotechnologie: Bakterien wurden zu winzigen Fabriken für das Spinnenseidenprotein umfunktioniert.

Bakterien als Zellfabriken für Seidenprotein

In Stahltanks produzieren die Mikroben den Eiweißstoff in großen Mengen. Es entsteht ein weißes Pulver, das wie ein Werkstoff vielfältig weiterverarbeitet werden kann. So haben die Bioingenieure eine Maschine konstruiert, die aus einer Proteinlösung sogar Fasern spinnen kann. Textilien aus der Biotech-Seide sind besonders strapazierfähig, und sind zudem nach Angaben von AMSilk besonders hautverträglich – deshalb haben die Martinsrieder mit ihren Biosteel-Fasern vor allem Sport-und Outdoor-Bekleidung im Visier.

Der Adidas-Schuh ist 15% leichter als Produkte aus herkömmlichen Synthetikfasern, die auf Basis von Erdöl gewonnen werden. Und als Naturmaterial sind die Protein-Fasern zu 100% biologisch abbaubar. Die biotechnologische Erzeugung der Biosteel-Fasern basiert auf nachwachsenden Rohstoffen, was das Produkt zusätzlich nachhaltig macht.

Nachhaltige Hightech-Produkte

Wie Adidas mitteilte, verfolge man mit dem „Futurecraft Biofabric Schuh“ einen weiteren, vollkommen neuen Ansatz, „um in Lösungen zu investieren, die Wissenschaft und Natur zu einem integralen Bestandteil von Innovation machen“. Im Rahmen der Partnerschaft mit AMSilk soll nun weiter erforscht werden, wie Biosteel-Fasern in größerem Maßstab in High-Performance-Produkten verarbeitet werden können. Für James Carnes, Vice President Strategy Creation bei Adidas, steht die Partnerschaft mit AMSilk in einer Reihe bahnbrechender Innovationen, mit denen man die  Sportartikelbranche neu definieren wolle. „Bei dieser Pionierleistung geht es um weit mehr als nur Nachhaltigkeit, vielmehr erschließen wir ein ganz neues Feld bionischer Innovationen.“ 

Der Geschäftsführer von AMSilk, Jens Klein, sagte: „Die gemeinsam mit Adidas entwickelten Sportschuhe sind das weltweit erste Produkt aus einem Hochleistungsmaterial, das aus naturidentischen Seiden-Biopolymeren besteht. Mit dieser Entwicklung setzen wir in Sachen Nachhaltigkeit und Funktionalität von Textilien neue Maßstäbe.“

pg

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