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18.11.2020

Schnelltest für die Keimfähigkeit von Saatgut

Ein neues Verfahren liefert Saatgutbanken und Züchtern schon nach Stunden Ergebnisse, ohne dabei den getesteten Samen zu verbrauchen.

Keimfähigkeitstest
Der schnelle Test, um die Keimfähigkeit zu überprüfen, zeigt das Ergebnis als Farbreaktion an.
Quelle: 
David Ebener, Neue OZ

Für Saatgutbanken, Saatgutzüchter, aber auch für Landwirte ist es essentiell zu wissen, ob bestimmtes Saatgut noch keimfähig ist. Jährlich werden deshalb Millionen Keimfähigkeitstests durchgeführt. Je nach Methode werden dabei die Samen verbraucht, und das Resultat lässt unter Umständen Wochen auf sich warten. Eine Ausgründung der Universität Osnabrück hat nun ein neues Testverfahren vorgestellt, das schon nach vier Stunden ein Ergebnis liefert, ohne dabei das Saatgut zu beschädigen. Bereits vor einem Jahr hatte das Forschungsteam den Ansatz wissenschaftlich publiziert.

Test erkennt Alterungssubstanzen

„Für den jetzt in Osnabrück entwickelten, einfach durchzuführenden und zuverlässigen Test wird zu einzelnen Samen eine Testflüssigkeit gegeben. Ein Farbumschlag zeigt dann die Keimfähigkeit an“, erklärt der Pflanzenwissenschaftler Klaus Mummenhoff. Eine blaue Testflüssigkeit zeige voll vitale und keimfähige Samen an, eine pinkfarbene bereits gealterte und nur bedingt keimfähige Samen, während eine farblose Lösung stark geschädigte bis abgestorbene Samen anzeige. Dabei reagiert die Testflüssigkeit auf organische Substanzen, die von den Samen infolge des Alterungsprozesses freigesetzt werden.

Zum Patent angemeldet

„Wir besitzen mit diesem Test ein Alleinstellungsmerkmal“, freut sich Mummenhoff. Die Universität hat die Methode daher zum Patent angemeldet. Damit der Schnelltest künftig komfortabel in der Praxis eingesetzt werden kann, will das Start-up seedalive seinen Kunden ermöglichen, die Tests vor Ort selbst durchzuführen. Dazu erhalten Händler oder Landwirte ein Chemikalienpaket mit entsprechender Anleitung und begleitender Smartphone-App, um die Ergebnisse auszuwerten. „Im kommenden Jahr wollen wir unseren Test in Kooperation mit dem Osnabrücker Start-up seedforward für Raps und Mais zur Marktreife bringen“, erläutert Mummenhoff die weitere Planung.

Start-up-Preis und EXIST-Stipendium

Aufmerksamkeit ist dem Forscherteam jedenfalls sicher. Erst gab es für das Start-up den „Innovate German Agri Start-up Award“ der Osnabrücker Initiative „Innovate!“. Neben den damit verbundenen 3.000 Euro Preisgeld erhält die Firma außerdem Unterstützung durch ein EXIST-Stipendium des Bundeswirtschaftsministeriums. Beraten wird sie außerdem von Mentoren der Universität Osnabrück und dem Osnabrücker Seedhouse, einem Brutkasten für Jungunternehmen.

bl

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