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07.10.2019

Pflanzenschutz: Bayer gründet Biologika-Firma

Bayer und die US-Firma Arvinas gründen das Joint Venture Oerth Bio. Es setzt biotechnisch hergestellte Proteinmoleküle ein, die Pflanzen vor Schädlingen schützen sollen.

Pflanzenproben werden im Labor für weitere Versuche vorbereitet.
Pflanzenproben werden im Labor für weitere Versuche vorbereitet.
Quelle: 
Bayer AG

Die Müllabfuhr in den Militärdienst berufen, so in etwa könnte man beschreiben, was der deutsche Life-Science-Konzern Bayer und der US-Entwickler von Biopharmazeutika Arvinas planen: Sie wollen Moleküle des zelleigenen Systems anpassen und zur Beseitigung von fremden oder nicht mehr benötigten Eiweißen nutzen, um Agrarpflanzen vor Pathogenen, Schadinsekten und Wildkräutern zu schützen. Zu diesem Zweck gaben beide Firmen jetzt die Gründung des Joint Ventures Oerth Bio (gesprochen: „Earth“) zum 15. Juli 2019 bekannt.

55 Mio. Euro und jede Menge Wissen

Arvinas hat sich unter dem Markennamen PROTAC biotechnologisch hergestellte Moleküle geschützt, die gezielt Eiweiße abbauen können. Bisher richtete sich die Forschung des Unternehmens gegen krankheitsauslösende Proteine und mündete in eine erste klinische Studie zur Behandlung von Prostatakrebs. Das neue Joint Venture soll diese Technologie nun für den Pflanzenschutz weiterentwickeln. Während Arvinas neben der Technologie geistiges Eigentum in die neue Firma einbringt, beteiligt sich Bayer mit rund 55 Mio. Euro und geistigem Eigentum. Bayer und Arvinas sind zu gleichen Teilen an der Leitung und am Eigenkapital des Joint Venture beteiligt.

Allianz der Fachkompetenzen

„Wir freuen uns, Teil dieser ersten Anwendungserkundung der PROTAC-Technologie in der Landwirtschaft zu sein“, sagte Bob Reiter, Leiter F&E der Bayer-Division Crop Science. Diese Allianz vereine in einzigartiger Weise Fachkompetenzen, die das Potenzial hätten, die Zukunft der Landwirtschaft zu gestalten. „Oerth Bio könnte Landwirten helfen, Krankheiten, Schädlinge und Unkräuter in den Griff zu bekommen, die jedes Jahr zu hohen Ernteverlusten führen“, glaubt Reiter.

Belastbarkeit der Nahrungsproduktion verbessern

„Wir bei Arvinas sind überzeugt, dass Oerth Bio das Potenzial hat, unsere starke PROTAC-Technologie für die Landwirtschaft nutzbar zu machen“, so John Houston, Präsident und Chief Executive Officer von Arvinas. „Wir hoffen, damit die Belastbarkeit und Dauerhaftigkeit unserer Nahrungsmittelproduktion deutlich zu verbessern.“

bl

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