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17.10.2018

Neues Konzept für Insektenkontrolle

Ökologen der Universität Osnabrück entwickeln ein bundesweit einheitliches Erfassungskonzept, mit dem das Bundesamt für Naturschutz dem Insektensterben begegnen will.

Insekten wie die Furchenbiene (Halictus scabiosae) sind enorm wichtig für ein gesundes Ökosystem sowie die Befruchtung von Pflanzen und damit für die Welternährung.
Quelle: 
Universität Osnabrück/Thomas Fartmann

In Deutschland gibt es rund 33.000 Insektenarten. Damit stellen sie 70% aller in Deutschland lebenden Tierarten. Und dennoch machen sich Ökologen Sorgen um die Zukunft der Insekten, denn ihre Anzahl ist in der Bundesrepublik nachweislich rückgängig. Welche Arten besonders betroffen und welche Schutzmaßnahmen besonders wirkungsvoll sind, darauf möchte das Bundesamt für Naturschutz (BfN) Antworten finden. Ökologen der Universität Osnabrück schaffen nun die Grundlagen für diese Forschungsarbeit.

Jährliche Bestandsschwankungen

Nichts weniger als ein bundesweit einheitliches Konzept zum Insektenmonitoring soll dabei entstehen. „Um die ambitionierten Ziele des Forschungsprojektes zu erreichen, werden wir die Aktivitäten von Bund und Ländern miteinander verknüpfen und im Rahmen eines standardisierten Methodenleitfadens ‚Insektenmonitoring‘ eng mit den Fachbehörden zusammenarbeiten“, erläutert Projektleiter Thomas Fartmann von der Universität Osnabrück. Besonders herausfordernd dürften dabei neben der großen Zahl der abzubildenden Gruppen die starken jährlichen Bestandsschwankungen sein.

Ehrenamtliche Helfer werden eingebunden

Die Forscher setzen daher auf die Expertise von Fachverbänden und entomologischen Vereinen. „Es ist wichtig, ein Konzept zu entwickeln, das die ehrenamtlichen Aktivitäten einbezieht und gleichzeitig den Rahmen für die Arbeiten absteckt, die von Hauptamtlichen übernommen werden müssen“, erläutert Fartmann. Wissenschaftlich solide soll das Konzept dazu befähigen, die wichtigsten Fragestellungen des Naturschutzes zu beantworten. Zunächst werden die Ökologen dazu die Anforderungen analysieren, die das Monitoring erfüllen muss, dann prüfen, welche Insektengruppen besonders geeignet sind, und anschließend verlässliche Methoden bestimmen, um die Tiere zu erfassen.

Teil des Biodiversitätsmonitorings

Das Bundesumweltministerium (BMU) fördert das Projekt, das ein Baustein eines bundesweiten Biodiversitätsmonitorings werden soll. Darüber hinaus wird es auch das „Aktionsprogramm Insektenschutz“ der Bundesregierung unterstützen, das die Lebensbedingungen der Insekten in Deutschland verbessern will, um so dem Insektensterben entgegenzuwirken. Denn Insekten sind für ein gesundes Ökosystem enorm wichtig: Sie dienen Vögeln, Reptilien, Amphibien oder Säugetieren als Nahrungsquelle, sind am Nährstoffkreislauf beteiligt, indem sie Pflanzen und Aas zersetzen, und nicht zuletzt bestäuben sie unzählige Pflanzenarten, die wiederum ein elementarer Bestandteil der Welternährung sind.

bl

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