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18.01.2019

Neue Allianz gegen Plastikmüll

30 Weltkonzerne, darunter auch deutsche Unternehmen, haben eine „Globale Allianz gegen Plastikmüll in der Umwelt" gegründet. Das Bündnis will bis zu 1,5 Mrd. Euro investieren.

Der Verbrauch von und die Verschmutzung durch Kunststoffverpackungen wird immer mehr zur Gefahr für die Umwelt.
Quelle: 
Pixabay

Ob im Mittelmeer, Atlantik oder Pazifik: Plastikmüll ist als Strandgut oder Relikt am Meeresboden überall zu finden. Selbst die Arktis ist davon nicht mehr verschont. Jedes Jahr landen nach Angaben des UN-Umweltprogamms (UNEP) rund acht Millionen Tonnen Plastikmüll in den Weltmeeren. Vor allem Mikroplastikpartikel belasten nachweislich nicht nur die Gewässer und bedrohen das Leben der Meeresbewohner und anderer Tierarten. Auch an Land wird die zunehmende Vermüllung zum Problem. Hier sind es vor allem die Entwicklungsländer, die neue nachhaltige Lösungsansätze für die Entsorgung von Kunststoffmüll benötigen.

Globales Plastikmüllproblem lösen 

Ein neues weltweites Bündnis will das ändern. 30 internationale Konzerne haben sich zusammengeschlossen und Mitte Januar in London offiziell die „Allianz gegen Plastikmüll in der Umwelt“ (Alliance to End Plastic Waste, AEPW) gegründet. Zu den deutschen Gründungsmitgliedern des gemeinnützigen Vereins gehören der Chemiekonzern BASF, der Waschmittelhersteller Henkel und der Werkstoffproduzent Covestro. „Wir gründen die Allianz gegen Plastikmüll in der Umwelt mit, weil wir Lösungen vorantreiben und fördern wollen, die effektiv dazu beitragen, das weltweite Plastikmüllproblem zu lösen“, erklärt Martin Brudermüller, Vorsitzender des Vorstands und Chief Technology Officer der BASF SE.

Kunststoffabfälle als Ressource betrachten

Im Kampf gegen Plastikmüll engagieren sich neben großen Chemiekonzernen auch Unternehmen aus der Kunststoffbranche, der Konsumgüterindustrie, des Handels und der Abfallwirtschaft. „Wir bei Covestro sind überzeugt, dass Kunststoffe viel zu wertvoll sind, um als Müll in der Umwelt zu enden. Sämtlicher Abfall sollte als Ressource betrachtet werden“, erklärt Vorstandsvorsitzender Markus Steilemann.

Neue Lösungen und Technologien entwickeln

Ziel der neuen Allianz ist es, die Entsorgung von Plastikmüll in die Umwelt, insbesondere in die Weltmeere, zu reduzieren und zu vermeiden, wie es in der Pressemitteilung der BASF heißt. Dafür wollen die Unternehmen Lösungen und Technologien entwickeln und diese auf den Markt bringen sowie entsprechende Projekte und Kooperationen fördern. Dazu gehören insbesondere auch Vorhaben, die eine Wiederverwendung gebrauchter Kunststoffe durch Recycling ermöglichen und damit dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft gerecht werden. „Eine wichtige Maßnahme, um den unkontrollierten Eintrag von Plastik in die Umwelt zu beenden, ist der Aufbau von Prozessen, die bereits genutzten Kunststoff als Rohstoff wiederverwenden können. Die chemische Industrie nimmt hier eine bedeutende Rolle in der Entwicklung und Umsetzung innovativer Prozesse im Großmaßstab ein, um die Weiterverarbeitung von Plastikmüll in neue Produkte zu ermöglichen“, sagt Brudermüller.

Infrastrukturen für Abfallentsorgung schaffen

Einen weiteren Handlungsschwerpunkt sieht die Allianz in der Entwicklung einer Infrastruktur für Abfallentsorgung und Recycling von Plastikmüll vor allem in Ländern wie China, Indien und Vietnam, die zu den Hotspot-Regionen zählen. Auf der Agenda des Bündnisses steht aber auch die Säuberung von Gebieten, die bereits stark durch Plastikabfälle belastet sind. Im Fokus stehen hier vor allem jene Flüsse, die Plastikmüll vom Land ins Meer transportieren. Diese befinden sich überwiegend in Asien und Afrika.

Investitionen in Milliardenhöhe

1 Mrd. Dollar (umgerechnet etwa 877 Mio. Euro) stehen nach Angaben der Allianz für Investitionen bereit. In den kommenden fünf Jahren soll das Budget auf bis zu 1,5 Mrd. Dollar, umgerechnet 1,3 Mrd. Euro, steigen. „Wir alle sind uns darin einig, dass Plastikabfälle nicht in unsere Ozeane oder in die Umwelt gehören. Dies ist eine komplexe und ernsthafte globale Herausforderung, die schnelles Handeln und eine starke Führung erfordert“, sagt David Taylor, Vorsitzender der AEPW und CEO von Procter & Gamble, das ebenso zu den Gründungsmitgliedern zählt.

Zu den Mitgliedern des AEPW zählen außerdem: Berry Global, Braskem, Chevron Phillips Chemical Company LLC, Clariant, Dow, DSM, ExxonMobil, Formosa Plastics Corporation USA, LyondellBasell, Mitsubishi Chemical Holdings, Mitsui Chemicals, Nova Chemicals, OxyChem, Reliance Industries, SABIC, Sasol, SUEZ, Shell Chemical, SCG Chemicals, Sumitomo Chemical, Total und Veolia.

bb

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