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17.04.2019

Lachszucht: Schützende Gene gesucht

Dummerstorfer Genombiologen durchforsten das Erbgut der Lachse nach Biomarkern, um das Immunsystem des beliebten Speisefisches zu stärken.

Der Lachs steht auf fast jeder Speisekarte, weil er schmeckt und gesund ist.
Der Lachs steht auf fast jeder Speisekarte, weil er schmeckt und gesund ist.
Quelle: 
Danny Moore auf pixabay

Gebraten, gedünstet oder geräuchert: Der Lachs gehört zu den beliebtesten Speisefischen der Deutschen. Was hierzulande auf dem Teller landet, ist in der Regel ein Produkt der Züchtung in Aquakultur. Der mit Abstand weltgrößte Lachsproduzent mit rund 1,2 Millionen Tonnen im Jahr ist Norwegen. Doch Umwelt- und Klimaveränderungen setzen auch die Zuchttiere unter Druck und machen sie anfällig für Viren und Bakterien sowie für Parasiten wie die Lachslaus. „Es fehlen noch immer geeignete Methoden, um Fortschritte im Gesundheitsmanagement beim Zuchtlachs erzielen zu können“, erklärt Fischgenetiker Alexander Rebl vom Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf.

Robuste Lachse züchten

Im Rahmen des internationalen Projektes „ImCom“ wird das Team um Rebl daher das genetische Profil des Lachses entschlüsseln und Biomarker identifizieren, die für die Gesundheit der Tiere entscheidend sind und die Züchtung robusterer Arten ermöglichen. Dabei können die deutschen Genomforscher auf rund 10.000 Datensätze zu Genaktivitäten bereits untersuchter Fische von den Projektpartnern aus Norwegen, Frankreich, England, Spanien und Russland zurückgreifen. „Das Ziel des Projekts ImCom ist es, mit unserem Know-how die bestehenden Werkzeuge zu verfeinern und eine neue Methodik zu entwickeln, um die Widerstandskraft der Lachse objektiv einschätzen und verbessern zu können“, sagt Rebl.

Obwohl die norwegischen Züchter die Fische bereits im frühen Alter gegen Krankheiten impfen, ist die Sterblichkeitsrate noch immer hoch. Der jährliche Verlust, der bei der Umsiedlung vom Süßwasser der Aquafarm in das kalte Salzwasser der Fjorde entsteht, wird auf eine zweistellige Millionenhöhe (Euro) geschätzt.

Immunsystem stärken, Verluste minimieren

Das Projekt wird vom norwegischen Forschungsinstitutes Nofima (Norwegian Institute of Food, Fisheries and Aquaculture Research) koordiniert und in den kommenden vier Jahren mit 1 Mio. Euro unterstützt. „Wir sind überzeugt, dass uns das FBN mit seiner biotechnologischen Ausstattung und seinen innovativen Diagnostiktools helfen kann, hilfreiche Informationen über Genaktivierungsmuster zu finden, um das Immunsystem der Zuchtlachse zu stärken und die Verluste zu minimieren“, so Studienleiter Aleksei Krasnov vom Nofima.

bb

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