Newsletter

Link versenden
20.08.2019

Carbonfasern aus Buchenholz herstellen

In Baden-Württemberg soll ein Forschungszentrum entstehen, das Prozesse entwickelt, um nachhaltig und günstig Hightech-Fasern aus Laubholz zu erzeugen.

Buchenwälder wie hier auf der Schwäbischen Alb könnten Erdöl als Rohstoff für Carbonfasern ersetzen.
Buchenwälder wie hier auf der Schwäbischen Alb könnten Erdöl als Rohstoff für Carbonfasern ersetzen.
Quelle: 
Hans Braxmeier/Pixabay; CC0

Schmutzig, teuer und energieintensiv: So kann man die meisten heutigen Prozesse beschreiben, mittels derer aus Erdöl Carbonfasern erzeugt werden. Die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) kooperieren nun mit dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, um eine ökologische und ökonomische Alternative zu entwickeln. Dazu soll ein Forschungszentrum für Laubholz gegründet werden.

Herstellung aus Öl ist giftig und teuer

Carbonfasern sind sehr leicht, aber trotzdem sehr belastbar und zudem hitzebeständig. Als Teil von Faserverbundwerkstoffen setzt die Industrie sie deshalb im Fahrzeugbau sowie in der Luft- und Raumfahrt ein. Allerdings beruht die gängige Herstellung auf Polyacrylnitril, das aus Erdöl gewonnen wird. Dieser Stoff ist nicht nur selbst giftig, auch bei seiner Produktion entstehen giftige Abgase, die gereinigt werden müssen. Das macht die gefragten Carbonfasern unökologisch und teuer.

Buchenholz bietet ökologische und ökonomische Alternative

Die DTIF hat im Labormaßstab zeigen können, dass es eine nachhaltige Alternative gibt: Die Forscher haben aus Buchenzellstoff und Buchenlignin Carbonfasern hergestellt in einem Verfahren, dass vergleichsweise geringe Energie- und Gesamtkosten aufweist. Diese Methode zur Marktreife zu führen soll ein Forschungsschwerpunkt des künftigen Forschungszentrums sein. „Ich bin beeindruckt von der Vielfalt der möglichen und bereits entwickelten Verfahren zur Herstellung von Carbonfasern. Die Zeit ist reif für eine großtechnische Anwendung“, sagte Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk nach dem Rundgang durch die Technika der DITF.

Acht Institute beteiligt

Insgesamt sollen sich im Laubholzforschungszentrum acht Forschungsteams aus unterschiedlichen Instituten vernetzen. Darüber hinaus soll das Forschungszentrum als Schnittstelle zur Industrie dienen, damit die Forschungsergebnisse zeitnah in industrierelevante Anwendungen überführt werden können.

bl

Back to top of page