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16.12.2019

Bioplastik weiter im Aufwind

Die steigende Nachfrage der Verbraucher nach umweltfreundlichen Produkten wird nach einer aktuellen Marktanalyse von European Bioplastics bis 2024 zu einem weltweiten Anstieg der Biokunststoffproduktion um mehr als 15% führen. 

Eislöffel aus Bioplastik
Produkte aus Biokunststoffen sind ein Wachstumsmarkt.
Quelle: 
BIOCOM AG/bb

Die Welt der fossilen Kunststoffe wird langsam kleiner. Immer neue alternative Plastikprodukte basierend auf nachwachsenden Rohstoffen oder Reststoffen erobern den Markt. Auch wenn nicht alle neuen Biokunststoffe auch biologisch abbaubar sind – die Produktion der umweltfreundlichen Materialen wird weiter zulegen. Das zeigt die aktuelle Marktanalyse von European Bioplastics und dem nova-Institut, die Anfang Dezember in Berlin vorgestellt wurde.

Wachstum um mehr als 15% vorhergesagt

„In einem zunehmend umweltbewussten Umfeld soll der Weltmarkt für Biokunststoffe in den nächsten fünf Jahren um mehr als 15 Prozent wachsen", sagt Hasso von Pogrell, Geschäftsführer von European Bioplastics. Konkret heißt das: Die globale Bioplastikproduktion soll von gegenwärtig 2,1 Millionen Tonnen auf 2,4 Millionen Tonnen im Jahr 2024 ansteigen. „Möglich wird dieser Trend durch die stetig steigende Nachfrage von Konsumenten und Marken nach nachhaltigen Produkten und die kontinuierlichen Bemühungen der Biokunststoffindustrie, innovative Materialien mit verbesserten Eigenschaften und neuen Funktionalitäten zu entwickeln", erklärt Pogrell. Die Autoren der Studie sind überzeugt, dass die Verbraucher auch künftig der Branche Rückenwind geben und für ein dynamisches Wachstum sorgen werden.  

Innovative Biopolymere sorgen für Aufschwung

Das Wachstum der Branche wird der Studie zufolge vor allem durch innovative Biopolymere wie Polyhydroxyalkanoate (PHAs), aber auch Polypropylen (PP) angetrieben. Für die Gruppe der PHAs wird in den kommenden fünf Jahren ein Anstieg der Produktionskapazitäten um mehr als das Dreifache vorhergesagt. Dieses bakteriell hergestellte Polyester ist nicht nur biobasiert und biologisch abbaubar. Es verfügt auch über beste physikalische und mechanische Eigenschaften für ein breites Anwendungsspektrum. Bei Polypropylen wird sogar ein Wachstum um das Sechsfache erwartet. Seine hohen Barriereeigenschaften machen PP bereits heute zum zweitwichtigsten Kunststoff.

Weltweite Bioplastik-Produktion
Quelle: 
European Bioplastics; nova-Institute (2019)

Prognose der globalen Produktionskapazitäten für Biokunststoffe 2019-2024

PET wird von PEF verdrängt

Im Rahmen der Studie wurden verschiedene Biopolymere, sowohl biobasierte, aber nicht biologisch abbaubare, als auch bio-abbaubare Kunststoffe ins Visier genommen. Biobasierte, nicht biologisch abbaubare Kunststoffe, darunter Polyethylen (PE), Polyethylenterephthalat (PET) sowie Polyamide (PA) machen mit fast 1 Million Tonnen derzeit  rund 44% der weltweiten Produktionskapazitäten für Biokunststoffe aus. Während bei PE ein Wachstum erwartet wird, bleiben die Produktionskapazitäten bei PET hinter früheren Prognosen zurück. Der Trend geht stattdessen in Richtung eines neuen Polymers, das Polyethylen-Furanoat – PEF, das PET ähnlich, aber vollständig biobasiert ist. Das Material befindet sich noch in der Entwicklung und wird voraussichtlich erst 2023 auf den Markt kommen.

Verpackungsbranche bleibt größtes Anwenderfeld für Bioplastik

Mit 53% bleibt die Verpackungsbranche weiterhin das größte Anwendungsgebiet für Biokunststoffe. Aber auch in anderen Branchen wie der Automobilindustrie oder im Transportwesen werden Biokunststoffe immer öfter eingesetzt. Die Analyse zeigt zudem, dass die Herstellung biobasierter Materialen kaum zu Lasten von Anbauflächen geht. „94 Prozent aller Ackerflächen werden für Weide, Futtermittel und Lebensmittel genutzt ", sagt Francois de Bie, Chairman von European Bioplastics. Mit einem Anteil von 45% dominiert Asien derzeit die weltweite Biokunststoff-Produktion. In Europa sind etwa ein Fünftel der Produzenten ansässig.

bb

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