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16.10.2018

Auftakt zur Dialogplattform „Industrielle Bioökonomie“

Bei einem Treffen mit Branchenvertretern Anfang Oktober hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier den Startschuss zum Aufbau der Dialogplattform „Industrielle Bioökonomie“ gegeben. 

Holz Holzstapel Baumstämme
Eine geänderte Rohstoffbasis stellt Industrie und Gesellschaft vor neue Herausforderungen.
Quelle: 
Pixabay

Mit der Nationalen Forschungsstrategie Bioökonomie sowie der Politikstrategie Bioökonomie hat sich die Bundesregierung schon frühzeitig zur Vision einer nachhaltigen Wirtschaft bekannt. Damit der Wandel hin zu einer biobasierten Wirtschaft gelingt, muss aber auch die Industrie ihren Anteil leisten: Es gilt, das Potenzial biologischer Ressourcen verstärkt für industrielle Prozesse und Produkte zu nutzen. Um entsprechende Rahmenbedingungen zu schafffen, wird derzeit von Bundesforschungs- und Bundeslandwirtschaftsministerium eine neue Bioökonomie-Strategie der Bundesregierung erarbeitet.

Das Bundeswirtschaftsministerium unter Peter Altmaier wiederum hat sich nun zum Ziel gesetzt, dem Austausch zwischen Industrievertretern auf der einen und Wissenschaft sowie Zivilgesellschaft auf der anderen zu verbessern. Im Fokus des Dialogs sollen die neuen Anforderungen stehen, die eine veränderte Rohstoffbasis für Wirtschaft und Gesellschaft mit sich bringt.

Neue Anforderungen an Rohstoffe und Verfahren

Bei einem Workshop in Berlin gab Altmaier den Startschuss zu dieser Dialogplattform „Industrielle Bioökonomie“. Gemeinsam mit Bioökonomie-Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft wurden erste Grundlagen eines solchen Dialogs erarbeitet. „Die Bioökonomie leistet als Wirtschaftskonzept einen wichtigen Beitrag zur effizienten Nutzung unserer Ressourcen und trägt damit zum Erreichen der globalen Nachhaltigkeitsziele bei. Sie stellt neue Anforderungen an Rohstoffe, Verfahren sowie Produkte – und bietet damit viele Chancen für unsere Wirtschaft, die wir aktiv nutzen sollten“, betonte Altmaier. Die Etablierung der Plattform „Industrielle Bioökonomie“ hatte der Minister bereits im April dieses Jahres auf den Deutschen Biotechnologietagen in Berlin angekündigt. Das Vorhaben wurde im Koalitionsvertrag der Bundesregierung festgeschrieben und wird nun unter dem Dach der Hightech-Strategie 2025 verwirklicht.

Breite Zustimmung zum Aufbau der Dialogplattform 

Von der Branche wird die Initiative begrüßt. „Fortschritte in den Lebenswissenschaften und der Wunsch nach nachhaltiger Produktion sind der Motor der Biologisierung der Wirtschaft", sagte Christine Lang, Ko-Vorsitzende des Bioökonomierates, der die Bundesregierung berät. „Eine Dialogplattform zur industriellen Bioökonomie kann wesentliche Impulse zur Umsetzung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie und der Hightech-Strategie geben."

Der Vorsitzende des Industrieverbandes BIO Deutschland, Peter Heinrich, verwies anlässlich des Workshops auf die Notwendigkeit einer vorausschauenden Planung für die Etablierung der Bioökonomie in Deutschland und fordert: „Dafür müssen wir gemeinsam zügig aktiv werden. Wir erwarten nun vom Bundeswirtschaftsminister, den Worten auch schnell Taten folgen zu lassen und den wirtschaftspolitischen Rahmen so zu gestalten, dass innovative Technologien sich durchsetzen können. Dafür ist es auch erforderlich, endlich Anreize zu setzen, um privates Kapital für die Innovationsfinanzierung zu gewinnen.“ Iris Plöger von der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Deutschen Industrie sieht die Bundesregierung ebenfalls in der Pflicht: „Die Umsetzung bioökonomischer Ansätze in der Industrie muss durch die Förderung von vorwettbewerblichen Pilotanlagen und Prototypentwicklungen beschleunigt werden.“

Der Präsident des Naturschutzbunds Deutschland, Olaf Tschimpke, wiederum stellte klar, wie wichtig die öffentliche Darstellung der Bioökonomie ist. „Entscheidend für eine gesellschaftliche Akzeptanz der Bioökonomie wird sein, ob sie ihren Blick über abstrakte technische und ökonomische Maximierungsmodelle, die häufig externe Kosten erzeugen und nur wenigen zur kurzfristigen Gewinnmaximierung dienen, zu erweitern vermag auf sozioökonomische, ökologische und kulturelle Zusammenhänge.“

Im Nachgang zum Workshop soll in einem nächsten Schritt eine Steuerungsgruppe eingerichtet werden, die konkrete Strukturen und Themen vorschlägt. 

bb

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