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22.08.2017

Auch alte Bäume sind Klimaschützer

Alte Bäume binden unerwartet viel Kohlenstoff und leisten damit einen großen Beitrag zum Klimaschutz. Das haben Hamburger Forscher an Bäumen aus dem Regenwald in Surinam gemessen.

Auch uralte Eichen, wie die 1000 Jahre alte Stieleiche in Oberfranken, binden noch Kohlenstoff.
Quelle: 
Wikipedia

Wälder sind für das globale Klima bekannterweise von enormer Bedeutung. Die Fähigkeit der Bäume, Kohlenstoff zu speichern, wurde bisher aber vor allem jüngeren Gehölzen zugeschrieben. Dass auch uralte Bestände noch effektive Kohlenstoffspeicher sind, zeigt erstmals eine Studie Hamburger Forscher. Ein Team um Michael Köhl vom Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit (CEN) der Universität Hamburg hat dafür in einem unberührten aber von Abholzung bedrohten Teil des Regenwaldes von Surinam 61 Bäume dreier Arten im Alter zwischen 83 und 255 Jahren untersucht.

Hoher Kohlenstoffanteil in altem Gehölz

Wie die Wissenschaftler im Fachjournal "PLoS One" berichten, sind Bäume durchaus auch im hohen Alter noch in der Lage, Kohlenstoff zu binden und damit für den Klimaschutz maßgeblich. Der Studie zufolge nahmen die alten Tropenhölzer allein im letzten Viertel ihres Lebens zwischen 39% und 50% ihres gesamten Kohlenstoff-Anteils auf. Die Forscher hatten dafür jeweils das Alter der Bäume bestimmt. Die Dicke der Wachstumsringe gab Auskunft über den jährlichen Zuwachs. Aus Höhe und Durchmesser berechnete das Team das Reingewicht eines jeden Baumes. Hierbei zeigte sich, dass die Hälfte der Biomasse aus Kohlenstoff besteht. In Kombination mit den Jahresringen konnten die Forscher ermitteln, in welchem Alter der Baum wieviel Kohlenstoff aufgenommen hat. Wachstum und Größe der Bäume waren danach aber weniger vom Alter abhängig, sondern vielmehr von Zufällen und günstigen Bedingungen, heißt es in der Studie. Ein kleines Pflänzchen kann sich danach lange im Schatten eines großen Nachbarn halten und in die Höhe schießen, sobald der Weg zum Licht frei ist, wenn der Baum fällt.

Potenzial für Europas Wälder

Die Wissenschaftler sind überzeugt, dass nicht nur Tropengehölze bis ins hohe Alter als Kohlenstoffspeicher produktiv sind. „Die Ergebnisse lassen sich auf europäische Bäume übertragen, auch wenn die Wälder ganz unterschiedlich sind“, betont Michael Köhl. In den bewirtschaftetetn Wäldern Europas, meist Monokulturen, haben die Baume etwa die gleiche Größe und stellen nach dem Ringen um Nahrung und Licht die Kohlenstoffspeicherung tatsächlich fast gleichzeitig ein. Das Team um Köhl ist aber überzeugt, dass mehr naturbelassene Mischwälder nicht nur die Artenvielfalt fördern, sondern dann auch hierzulande Bäume bis ins hohe Alter CO2 aus der Atmosphäre abbauen können.

bb

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