Newsletter

Link versenden
19.05.2020

Holzoptik mit Reishülsen

Bernd
Duna

Position:
Geschäftsführer und Gründer der Resysta International GmbH in Taufkirchen bei München

Bernd Duna,  CEO Resysta International
Quelle: 
Privat
Bernd Duna hat mit Resysta einen nachhaltigen Holzersatzstoff entwickelt, der dem begehrten Tropenholz gleicht, aber überwiegend aus Reishülsen besteht.

Möbel aus Tropenholz sehen edel aus, sind widerstandsfähig und zudem oft günstiger als vergleichbare Produkte aus heimischem Holz. Doch der Import dieser in den Tropen- und Subtropen beheimateten Hölzer ist seit langem umstritten, weil die Abholzung den Regenwald bedroht. Mit Resysta hat Bernd Duna eine nachhaltige Holzalternative etabliert, für die kein Baum gefällt werden muss. Der Holzersatzstoff gleicht in Optik und Haptik dem Original, besteht aber zu 60 Prozent aus Reishülsen - einem Reststoff aus der Landwirtschaft. Für die Entwicklung dieser optisch edlen Naturfasercompound wurde der Gründer und Geschäftsführer der in Bayern ansässigen Firma Resysta International 2018 mit dem Green Product Award ausgezeichnet.

Frage 

Was hat Sie zu der Entwicklung des alternativen Holzmaterials damals motiviert?

Bernd Duna,  CEO Resysta International
Antwort 

Durch den elterlichen Möbelbetrieb wurde mir schon um die Jahrtausendwende klar, dass Tropenholz nicht nur knapp und teuer wird, sondern die zunehmende Abholzung der Regenwälder auch die Umwelt in unverantwortlicher Weise belastet. Eine Alternative musste her und so entstand nach längerer Forschung Resysta. Hauptbestandteil dieses neuartigen Materials sind Reishülsen, ein Nebenprodukt der Landwirtschaft, für das es weltweit bisher keine Verwendung gab.

Frage 

Wodurch unterscheidet sich die Holzalternative vom Original?

Bernd Duna,  CEO Resysta International
Antwort 

Neben den Reishülsen besteht Resysta zu rund 22% aus Steinsalz und zu etwa 18% aus Mineralöl. In Optik und Haptik gleicht es Tropenholz zum Verwechseln, es kann aber wesentlich mehr. Produkte aus Resysta sind zum Beispiel witterungsbeständig, wasserfest auch bei Chlor- und Salzwasser, thermoverformbar und rutschfest. Außerdem splittern oder reißen sie nicht. Der Hauptunterschied ist allerdings, dass für Resysta kein einziger Baum sterben muss, und es ist zu 100% recycelbar. Damit erfüllt es alle Ansprüche an ein modernes Material.

Frage 

Ihr Unternehmen ist mit zahlreichen Produkten bereits auf dem Markt. Wie kommt die Holzalternative bei den Kunden an und wo haben sich Resysta-Produkte besonders bewährt?

Bernd Duna,  CEO Resysta International
Antwort 

Resysta International vertreibt das Know-how zur Herstellung des gleichnamigen Materials Resysta. Alle im Markt befindlichen Produkte stammen von unseren Partnern. Weltweit werden deren Produkte von den Verbrauchern – aufgrund ihrer offensichtlichen Vorteile – zunehmend gekauft. Ideal bewährt haben sich die klassischen Produkte, die schon am längsten auf dem Markt sind, eben weil sie lange aussehen fast wie am ersten Tag. Das sind vor allem Terrassendielen und Fassadenverkleidungen, aber vielleicht haben Sie auch schon auf mancher Parkbank aus Resysta gesessen und dachten, es ist Holz. Gartenmöbel, Fenster, Parkettböden oder Schiffsdecks sind ebenfalls sehr gefragt. Nicht zu vergessen unsere UPB Boards (Universal Performance Boards). Ein wasserfester Plattenwerkstoff mit dem natürlichen "Look & Feel" von Holz.

Frage 

Resysta gehört einem Recycling-Konsortium an und hat eine Recycling-Kreislauf etabliert. Wodurch zeichnet sich dieses Bündnis aus und wie bringt sich Ihr Unternehmen konkret ein?

Bernd Duna,  CEO Resysta International
Antwort 

Schon sehr früh hat die Resysta International GmbH ein eigenes Netzwerk geschaffen, innerhalb dessen wir mit unseren Partnern Ideen und Strategien entwickeln. Eigentlich wollen wir nur den wertvollen Rohstoff von Abschnitten oder Schleifstaub nicht verschwenden und Handwerkern die Möglichkeit bieten diese Materialien umweltgerecht zu entsorgen. Wir haben uns dann keinem bestehenden Recycling Konsortium angeschlossen, sondern ein selbständiges für ganz Europa und nur für Resysta geschaffen. Weil es eben ein ganz neuartiges Material ist und bei einem solchen gehört heute das Recycling zwingend mit dazu. Noch dazu haben wir den Vorteil, dass sich Resysta tatsächlich zu 100% recyceln lässt. Schon jetzt gibt es zahlreiche Rücknahmestellen und es werden beständig mehr.

Frage 

Was ist als nächstes geplant? Wo sieht sich Resysta in zehn Jahren?

Bernd Duna,  CEO Resysta International
Antwort 

Aktuell entstehen bei unseren Partnern international verschiedenste und hochinteressante  Produkte. Unser Schwerpunkt liegt zurzeit auf der Weiterentwicklung der vielgestaltigen Formulierungen, die aus dem Rohstoff Resysta abgeleitet werden können. Zum Beispiel entwickeln wir für die UPB Boards eine Brandschutz-Formel, die bei Resysta Profilen schon lange erhältlich ist.
In zehn Jahren wird das Material Resysta weltweit als Standard für Produkte im Außenbereich etabliert sein - überall dort, wo "Look & Feel" von edlem Holz gewünscht ist. Viele Produkte werden dann besser sein als die Vorgänger aus Holz und dafür muss kein einziger Baum gefällt werden.

Interview: Beatrix Boldt

Back to top of page