„Mikroalgen auf Fassaden können die Stadt begrünen“

Mikroalgen sind ein Hoffnungsträger für die Bioökonomie. Nicht nur die Hersteller von Lebens- und Futtermitteln setzen auf sie. Auch für die Herstellung von Biosprit und neuen Kunststoffen gewinnen Mikroalgen zunehmend an Bedeutung. Linus Stegbauer will die talentierten Einzeller nun im Bausektor etablieren. Dafür will der Stuttgarter Chemiker biointelligente Fassadenelemente für Gebäude entwickeln, die mit einem speziellen Biofilm aus Mikroalgen beschichtet sind.

Neue Proteinquellen erschließen

Proteine sind ein wichtiger Bestandteil unserer Ernährung. Das Gros der lebenswichtigen Nährstoffe wird noch immer über tierische Eiweißquellen wie Fleisch abgedeckt. Doch Massentierhaltung, Pestizideinsatz und Klimawandel gefährden zunehmend Böden und Grundwasser und setzen die Landwirtschaft unter Druck. Der Umstieg auf neue Proteinquellen kann eine Lösung sein. Hier setzt das Projekt FutureProteins an.

Recherche-Plattform zum Rohstoff Biomasse

Welche biogenen Rohstoffe sind in Deutschland verfügbar? Welches Potenzial steckt in ihnen und wie werden sie aktuell genutzt? Antworten darauf liefert die Ressourcendatenbank des Deutschen Biomasseforschungszentrums (DBFZ). Die Online-Datenbank ermöglicht seit 2019 die Recherche in Forschungsdaten und die Berechnung, welche Relevanz bestimmte biogene Reststoffe für Produkte sowie bestimmte Bereiche haben. Nun wurde das Recherchetool umfassend erweitert.

UN-Nachhaltigkeitsziele und Bioökonomie

Wie kann die Bioökonomie dazu beitragen, die UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals – SDGs) zu erreichen? Das ist das Leitmotiv des Wissenschaftsjahres 2020/21 zur Bioökonomie. Neue Materialien wie Baustoffe aus Pflanzenfasern, Algen als Kerosinersatz, Insekten als Nahrungs- und Futtermittel oder neue Züchtungsmethoden für widerstandsfähige Pflanzen. Originelle Lösungsansätze sollen helfen das Welthungerproblem zu lindern, Klima und Umwelt zu schonen und neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Zuckerrübenreste für die Bioraffinerie

Sieben vollständig biobasierte organische Säuren im industriellen Maßstab möchte das französische Unternehmen AFYREN ab 2022 in einer abfallfreien und CO2-armen Bioraffinerie an der deutsch-französischen Grenze produzieren. Jetzt hat sich das 2012 gegründete Unternehmen dazu auch die nötigen Rohstoffe gesichert und mit Europas größtem Zuckerhersteller Südzucker einen langfristigen Liefervertrag über Nebenprodukte aus der Verarbeitung von Zuckerrüben geschlossen.

„Mehrjährige Getreidepflanzen sind eine ressourcenschonende Alternative“

Viele Pflanzen leben nur eine Saison und müssen jährlich neu ausgesät werden. Das gilt auch für wichtige Nahrungspflanzen wie Weizen, Mais und Gerste. Das regelmäßige Säen, Pflügen und Ernten und das Ausbringen von Düngemitteln schaden jedoch Artenvielfalt, Grundwasser und Boden. Maria von Korff Schmirsing ist überzeugt, dass mehrjährige Pflanzen das Problem lösen können. Mit dem Blick auf die Züchtung mehrjähriger Getreidekulturen will die Pflanzenforscherin die Nahrungsmittelproduktion nachhaltiger machen.

Mit Mykorrhiza zu gesunden und süßen Tomaten

Viele Pflanzen leben in Symbiose mit Mykorrhizapilzen. Diese Lebensgemeinschaft ist nicht nur für die Pflanze, sondern auch für den Pilz vorteilhaft. Über das Feinwurzelsystem im Boden, die sogenannten Hyphen, gelangen wichtige Nährstoffe wie Phosphate und Stickstoff in die Pflanze. Im Gegenzug wird der Symbiose-Pilz von seinem Wirt mit Kohlenhydraten versorgt, die dieser aus der Photosynthese gewinnt.